Tarifverhandlungen und Konflikte

gdl„Mehr als zweieinhalb Jahre am Verhandlungstisch, fast zwei Jahre ohne wirksamen Schutz und ein ganzes Jahr trägt uns der Arbeitgeber einen völlig inakzeptablen DemografieTV hinterher. Am Schluss noch einen Monat für ein Vermittlungsverfahren in dem zwar vieles besprochen wurde, aber keine Lösung auf den Tisch kam.“ (…)  Doch nun ist Schluss mit lustig, die Geduld der DB-Lokomotivführer ist am Ende. Statt eines wirksamen Schutzes für Arbeitsverhältnis und Einkommen will der Arbeitgeber wie zu Sanierungszeiten die individuellen Rechte der Beschäftigten einschränken und auch Lokomotivführer weiterhin bundesweit versetzen können. Verkehrsvertrag verloren? Gesundheitliche Einschränkungen? Bedarfsgerechte Personalplanung? Vorausschauende Ausbildung? Fehlanzeige, denn die „Landverschickung” ist viel preiswerter! Die Landverschickung, also die bundesweite Versetzbarkeit der Arbeitnehmer, war eine Kernregelung des ehemaligen Beschäftigungssicherungs-Tarifvertrages (BeSiTV)…“ Artikel im GDL Magazin Voraus vom Dezember 2013 externer Link . Siehe dazu: (weiterlesen »)

Der Vorsitzende der Lokführergewerkschaft Weselsky über die Tarifeinheit und den aktuellen Tarifstreit mit der Deutschen Bahn. Claus Weselsky ist seit 2008 Vorsitzender der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL). Mit ihm sprach Rainer Balcerowiak im Neues Deutschland vom 13.12.2013 externer Link

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft ist die Vertretung aller Eisenbahner – und damit natürlich auch der Lokführer“. Diese klare Aussage des EVG-Vorsitzenden Alexander Kirchner stieß zu Beginn der Lokführerkonferenz in Frankfurt auf begeisternde Zustimmung. Herbert Mahlberg, Sprecher der zentralen Fachgruppe Lokführer, machte deutlich, wie wichtig dieses Signal für die Kolleginnen und Kollegen sei: „Wir wollen nicht mehr fremdbestimmt sein“, sagte er unter dröhnendem Applaus der Anwesenden; viele warteten schon sehnsüchtig auf den Tag, an dem die EVG wieder Tarifverhandlungen für alle Lokführer führen kann. Das wird ab dem 1. Juli 2014 der Fall sein. Dann fallen die Beschränkungen, die der EVG durch den Grundlagentarifvertrag in dieser Frage auferlegt sind, weg. Der GrundlagenTV läuft zum 30. Juni ohne jede Nachwirkung aus – und wird auch nicht verlängert werden. Das, so Alexander Kirchner, sei klare Beschlusslage der EVG. „Ab der zweiten Hälfte des nächsten Jahres wird die EVG die Interessen der Lokführer wieder vertreten – und das werden wir in aller Ernsthaftigkeit auch tun“, machte er deutlich. Die gut 130 anwesenden Lokführerinnen und Lokführer nahmen es zufrieden zur Kenntnis…“ Meldung auf der Seite der EVG vom 16.10.2013 externer Link

streikzone lokfuehrer„Keine Annäherung der weit auseinander liegenden Positionen konnte in den Tarifverhandlungen zum ZukunftTV am 16. und am 30. September 2013 zwischen dem Arbeitgeberverband MoVe und der GDL in Berlin erzielt werden. „Wir sind in einer Sackgasse“, so der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky. Nach zwischenzeitlichen Sondierungen ging es zunächst um ein Angebot des Arbeitgebers zum ZukunftTV, das er der GDL am 10. September 2013 übergeben hat. Dieses Angebot berücksichtigte jedoch nicht die Forderungen der GDL, sondern kopierte Regelungen des Demografietarifvertrags, die der Arbeitgeber erneut als das Maß der Dinge darstellte. Davon rückte er auch am 30. September 2013 nicht ab…Voraus Leitartikel bei der GDL vom 07.10.2013 externer Link (weiterlesen »)

Eisenbahnpaket eu aktionstag„Am kommenden Mittwoch protestieren Eisenbahnergewerkschaften in ganz Europa gegen das 4. EU-Eisenbahnpaket. Das Paket darf so nicht verabschiedet werden! Auch die EVG beteiligt sich bundesweit mit zahlreichen kreativen Aktionen. Das EU-Eisenbahnpaket ist ein Richtlinienbündel mit massiven Auswirkungen auf den Bahnverkehr und auf die Arbeitsplätze der Eisenbahnerinnen und Eisenbahner. So soll z.B. der Schienenverkehr immer weiter liberalisiert werden. Die Vergabe per Ausschreibung soll zur Pflicht werden, selbst im kommunalen Bereich. Auch will die EU die vollständige Liberalisierung des Personenverkehrs durchsetzen, ohne Rücksicht auf nationale Besonderheiten. Und: EU-Verkehrskommissar Kallas will die Trennung von Netz und Betrieb. Damit aber wäre der Fortbestand des Konzernweiten Arbeitsmarktes massiv gefährdet. Der Jobwechsel zwischen verschiedenen Sparten, z.B. zwischen Netzsparte und Fahrgesellschaft oder umgekehrt, wäre dann nicht mehr möglich. Auch nicht z.B. bei Betriebsdienstuntauglichkeit! Dagegen wehren wir uns…Siehe dazu die Seite der EVG mit weiteren Links externer Link

„Die EVG hat scharf gegen das jüngste Vorgehen der DB in Sachen Azubi-Übernahme protestiert. In zahlreichen Fällen erhalten die jungen Leute nämlich ausschließlich Angebote, von DB Zeitarbeit übernommen zu werden. Bisweilen werden ihnen auch nur befristete Verträge vorgelegt. Besonders betroffen sind Auszubildende bei DB Services, Sicherheit, Station & Service sowie DB Regio. Diese Praxis widerspricht Zusagen aus den Verhandlungen zum Demografie- bzw. Nachwuchskräfte-Tarifvertrag. Außerdem ist das Vorgehen insgesamt kontraproduktiv. Junge gut ausgebildete und motivierte Menschen werden buchstäblich aus dem Konzern verjagt. “Dieser kurzsichtige und kontraproduktive Weg muss gestoppt werden”, verlangt EVG-Vize Klaus-Dieter Hommel in einem Brief an DB-Personalvorstand Weber. Leider sei jedoch bereits festzustellen, dass Azubis sich verstärkt nach anderen Jobs umsehen würden. Vonnöten sei deshalb ein Ende dieses Vorgehens und ein “positives Zeichen für den Nachwuchs“. Mitteilung der EVG vom 27.09.2013 externer Link

druck beenden evgEs knirscht an nahezu allen Ecken. Es sind immer die Beschäftigten, die so manche Fehlplanung ausbaden dürfen. Vor allem jahrelanger Personalabbau und das Ausquetschen der Arbeitszeiten bis zum Äußersten rächen sich. EVG und Betriebsräte haben immer wieder auf Probleme aufmerksam gemacht. Ihre Warnungen wurden von den Verantwortlichen häufig in den Wind geschlagen. Doch wir bleiben dran, wollen das Übel an den Wurzeln packen. Und dazu brauchen wir Eure Mithilfe. Wo drückt bei Euch der Schuh? In welchem Bereich fehlt bei Euch Personal? Wo sind Dienstpläne bis zur letzten Sekunde ausgequetscht? Was muss bei Euch geändert werden? Macht mit und macht Eurem Ärger Luft – so konkret wie möglich. Einfach eine E-Mail an: stop@evg-online.orgMeldung auf der Seite der EVG vom 15.08.2013 externer Link

„Einen Schlussstrich unter die internen Personalquerelen wollte die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) auf ihrer außerordentlichen Generalversammlung ziehen, die am Dienstag und Mittwoch in Berlin stattfand…“ Artikel von Rainer Balcerowiak im Neues Deutschland vom 17.05.2013 externer Link (weiterlesen »)

Dossier

  • „Der Bundesvorstand der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat dem vorliegenden Verhandlungsergebnis in der Tarifrunde 2013 am Montagnachmittag zugestimmt. „Es gibt kaum einen Tarifabschluss in anderen Bereichen, der in den zurückliegenden zwölf Monaten besser war als der unsere“, machte die für den Tarifbereich zuständige, stellvertretende Vorsitzende der EVG, Regina Rusch-Ziemba in Frankfurt deutlich. (…) Danach konnte die EVG bei der DB AG eine Lohnerhöhung von insgesamt 6 Prozent erreichen, bei einer vergleichbar kurzen Laufzeit. Hinzu kommt 1 weiteres Prozent für die betriebliche Altersvorsorge. „Das ist respektabel“, so Regina Rusch-Ziemba. Die erste Lohnerhöhung von 3 Prozent wird ab 1. Mai 2013 wirksam, ab 1. April 2014 steigen die Löhne um weitere 3 Prozent. Für die Monate Januar bis April 2013 werden 500 Euro Einmalzahlung als soziale Komponenten gezahlt. Bei den führenden Unternehmen im Schienenpersonennahverkehr wird das Entgeltniveau ebenfalls in zwei Schritten um insgesamt 6 Prozent angehoben.Meldung bei der EVG vom 25.03.2013 externer Link (weiterlesen »)

Quelle: Aushang Report der GDL – 28.01.2013 externer Link

Am 25. Januar 2013 nahmen die GDL und der Arbeitgeberverband der Mobilitäts- und Verkehrsdienstleister (Agv MoVe) die Tarifverhandlungen zum Zukunfttarifvertrag (ZukunftTV) wieder auf. Nachdem diese am 15. März 2012 von der GDL abgebrochen wurden, weil der Arbeitgeber den ehemaligen Beschäftigungssicherungstarifvertrag unverändert fortsetzen wollte, soll jetzt erneut mehr Sicherheit für die Lokomotivführer der DB geschaffen werden.

In erster Linie geht es um die Umsetzung der Ergebnisse vom 15. April 2011 und den darin vereinbarten Schutz unserer Lokomotivführer. Dazu hat die GDL Regelungen gefordert, die übergangsweise für die Dauer der Tarifverhandlungen sofortigen normativen Schutz schaffen und dann dauerhaft den Verbleib im Konzern gewährleisten. Das sind:

  • Schutz des Arbeitsverhältnisses und des Einkommens bei beruflich bedingter Fahrdienstuntauglichkeit mit einer „regionalen Ausprägung”,
  • Schutz des Arbeitsverhältnisses und des Einkommens bei nicht beruflich bedingter Fahrdienstuntauglichkeit und
  • Schutz der Lokomotivführer der DB Regio AG, wenn der Betreiberwechseltarifvertrag keine vollständige Lösung ermöglicht.

Erst wenn diese Kernforderungen erfüllt sind, wird die GDL die weiteren Inhalte, wie den Ausgleich der Folgen des demografischen Wandels oder Arbeitszeitthemen verhandeln. Der Agv MoVe sagte eine zügige Lösung zu und wird für die nächste Verhandlungsrunde am 15. März 2013 ein Angebot unterbreiten.

Es ist geschafft: EVG und Deutsche Bahn haben den Demografie Tarifvertrag abgeschlossen. Das Vertragswerk schafft die Voraussetzungen, die Beschäftigungsbedingungen im DB-Konzern mehr denn je im Sinne der Kolleginnen und Kollegen zu gestalten. (…) Teilzeit im Alter: Beschäftigte über 60, die in Nachtdienst, Wechselschicht oder Rufbereitschaft arbeiten, können freiwillig ihre Arbeitszeit um rund 20 Prozent absenken. Dies entspricht 45 Regenerationsschichten im Jahr bzw. der 4-Tage-Woche. DIe Beschäftigten erhalten 87,5 % des bisheriges (Vollzeit-) Entgelts. Jeder ausgelernte Azubi wird ein unbefristetes Job-Angebot bekommen. Es wird eine Familienpflegezeit eingeführt. Die betriebliche Gesundheitsförderung wird weiter ausgebaut. Hierzu zählen Angebote und Projekte zur Förderung der geistigen und körperlichen Gesundheit und erweiterte Beratungsangebote. Arbeitsplätze und Arbeitsabläufe sollen alterns- und altersgerecht gestaltet werden. Equal Pay für Zeitarbeitnehmer: Sie werden künftig nach 12 Monaten in einem Betrieb wie die Stammbelegschaft im Betrieb bezahlt. Jobticket: Jeder Mitarbeiter, der mit dem Zug vom Wohnort zur Arbeit unterwegs ist, kann ein Jobticket in Anspruch nehmen, auch wenn er mit Zügen der NE-Bahnen fahren muss. Auch diese Fahrten werden vom Arbeitgeber komplett erstattet. Bei Verbundtickets reduziert sich die Eigenbeteiligung der Beschäftigten auf 50 Prozent, denn diesen Anteil zahlt der Arbeitgeber künftig. Diese Jobticketregelungen gelten erstmals auch für die Beschäftigten von DB Sicherheit, DB Services und DB Fahrwegdienste…Meldung bei der EVG – Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft vom 07.12.2012 externer Link. Siehe dazu:

  • Demografie: Bahn ändert drastisch Arbeitsmodelle New
    Die Deutsche Bahn reagiert auf den demografischen Wandel und schließt mit der Eisenbahngewerkschaft (EVG) einen Vertrag ab, der die Bedürfnisse älterer Beschäftigter berücksichtigt. Zugleich werden die Kriterien für Bonuszahlungen an Führungskräfte geändert. Und Azubis bekommen eine Job-Garantie. Artikel von Peter Kirnich in der Frankfurter Rundschau vom 06.12.2012 externer Link
  • Deutsche Bahn im Tarifkonflikt: Der Zukunftspakt
    „Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG ändert ihre Strategie für künftige Tarifrunden. „Wir wollen nicht mehr die Gehaltsforderungen in den Mittelpunkt stellen, sondern all die Themen, die sich aus dem demografischen Wandel und der Änderung der Arbeitswelt ergeben“, sagte EVG-Chef Alexander Kirchner der Berliner Zeitung. Wichtige Themen seien Personalmangel in bestimmten Bereichen, Überlastung der Mitarbeiter, Vereinbarkeit von Beruf und Familie und Modelle, die den gleitenden Übergang in die Rente gestalten. „All dies sind Dinge, die unsere Mitarbeiter besonders bewegen“, sagte Kirchner…Artikel von Peter Kirnich in der Frankfurter Rundschau vom 21.11.2011 externer Link

Quelle:  Artikel von Daniela Kuhr in der Süddeutschen Zeitung, veröffentlicht auf Betriebsrat.de vom 16.10.2012 externer Link

Die Deutsche Bahn versucht, die Mitarbeiter einer ihrer Busfirmen in niedrigere Lohngruppen zu drängen. Gewerkschafter sind alarmiert: „Das ist erst der Anfang”!  Aus dem Text: „Man sollte meinen, Peter Fellmann könne sich nicht beklagen. Eigentlich lief es doch ganz gut für den Busfahrer, der in Wahrheit anders heißt. Zunächst hatte er als Leiharbeiter begonnen, dann bekam er einen Zeitvertrag, und schließlich sollte er unbefristet übernommen werden. Das klingt doch fast nach einer Bilderbuchkarriere. Oder nicht? „Ganz im Gegenteil“, widerspricht Martin Burkert, Vorstandsmitglied bei der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG und SPD-Bundestagsabgeordneter. Fellmann sei regelrecht erpresst worden. „Den unbefristeten Vertrag bot man ihm nämlich nur für den Fall an, dass er für 20 Prozent weniger Lohn arbeitet.“ Für Burkert ist klar, worum es sich handelt: „ein unmoralisches Angebot“. Was den Franken besonders empört: „Dahinter steckt nicht irgendeine Privatfirma, sondern ein Unternehmen, das sich zu 100 Prozent in Staatshand befindet – die Deutsche Bahn.“…“ Siehe dazu:

  • Tarifdiebe? Nicht mit uns! EVG protestiert!
    „Der Wettbewerb im Busbereich ist hart. Die EVG wehrt sich aber dagegen, dass dieser Wettbewerb nur noch auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen wird. Die jüngsten Machenschaften bei den bayerischen Bus-Töchtern der DB AG werden wir nicht hinnehmen. Für den 3. November ruft die EVG zu einer Protestkundgebung nach Erlangen. Aktuell werden Kolleginnen und Kollegen im Bereich der Bahnbusse unmoralische Angebote unterbreitet. Kurz vor dem Ende eines befristeten Arbeitsverhältnisses werden ihnen Arbeitsverträge einer DB Tochterfirma angeboten. Allerdings: Dort werden 20 Prozent weniger gezahlt. Unterschreiben die Kolleginnen und Kollegen nicht, werden die befristeten Arbeitsverträge nicht verlängert. Die EVG sagt dazu nur eines: NEIN! Deshalb rufen wir zu einer Demonstration auf: Am Samstag, den 3. November, um 10.30 am Bahnhof Erlangen. Die Demo steht unter dem Motto: Tarifdiebe stoppen. Übrigens: Das ist kein Thema nur für Busfahrer. Heute sind sie dran – und wer morgen?Nähere Informationen zum Ablauf und den Abfahrtszeiten bei bayerischen EVG-Geschäftsstellen.“ Meldung bei der EVG vom 23.10.2012 externer Link

Quelle:  Artikel von Hans-Gerd Öfinger im Neues Deutschland vom 24.08.2012 externer Link

Eisenbahner protestieren vor Pariser Konzernzentrale für ihre Arbeitsplätze. Beschäftigte der deutschen Ableger des Veolia-Konzerns fürchten einen Verkauf der Verkehrssparte. Aus dem Text: (weiterlesen »)