Allgemein/Arbeitsbedingungen

Eisenbahnerstreik in Frankreich„Die DB Regio AG verliert immer mehr Ausschreibungen im Schienenpersonennahverkehr (SPNV), wie zuletzt die S-Bahn in Nürnberg an National Express. Dabei wird immer wieder behauptet, es läge an den zu hohen Personalkosten des Zugpersonals. „Jetzt nimmt das Geschäftsgebaren groteske Züge an“, so der stellvertretende Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) Norbert Quitter. Bei der Vergabe des „Elektronetzes Mittelsachsen“ wurde, trotz eines mit hohem finanziellen und personellen Aufwands erstellten Angebots, letztendlich entschieden, überhaupt kein Angebot abzugeben. Nun informiert der Arbeitgeber seine Beschäftigten darüber und gibt dabei − wie immer – den anderen die Schuld dafür…“ Pressemitteilung der GDL vom 06.03.2015 externer Link

Die Deutsche Bahn macht Negativschlagzeilen: unpünktlich, überlastet, teuer – und jetzt auch noch mit verhagelter Bilanz. Bahnchef Rüdiger Grube braucht Geld, um fehlendes Personal einzustellen und um die Infrastruktur instand zu setzen. Rund 30 Milliarden Euro fehlen der Bahn um bröselnde Brücken, Schienen und Stellwerke zu erneuern, klagt Grube. Wer hat eigentlich Schuld an dem miserablen Bild der Bahn? Ex-Bahnchefs wie Dürr oder Mehdorn, die mal in die eine, mal in die andere Richtung steuerten? Oder die Politik, die der Deutschen Bahn nicht genug Finanzmittel bereit stellt und ihr eine klare Marschrichtung verordnet?…“ Film von Tilman Achtnich und Hermann Abmayr in der ARD Mediathek vom 27.05.2014 externer Link

Immer mehr Zugbegleiter – und zunehmend auch Lokomotivführer – müssen sich nicht nur im Zug, sondern auch auf dem Weg dorthin oder während der Pause beim Einkauf im Bahnhof von Fahrgästen und Passanten beschimpfen und beleidigen lassen. In den meisten Fällen bleibt es zwar bei verbalen Attacken, doch leider sind auch körperliche Übergriffe inzwischen keine Seltenheit mehr – Tendenz steigend. Diese Zustände, vor nicht allzu langer Zeit noch undenkbar, sind heute bittere Realität für die Beschäftigten. Statistisch belegbar, nimmt die Gewaltgegen das Zugpersonal seit einigen Jahren ständig zu. Verzeichnete der DB-Sicherheitsbericht 2012 noch 1 000 und 2013 schon 1 200 Übergriffe mit Körperverletzung auf Mitarbeiter der Deutschen Bahn, ist 2014 mit einer weiteren deutlichen Steigerung zu rechnen. Noch schlimmer ist die Erkenntnis, dass nicht nur die bloße Zahl, sondern auch die schiere Brutalität, die Intensität der Übergriffe steigt…” GDL-Beitrag vom 30.01.2015 externer Link

Im Arbeitskampf bei der Bahn geht es der Deutschen Bahn AG und der Gewerkschaft EVG angeblich darum, das „Prinzip gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ durchzusetzen. Das ist schlicht die Unwahrheit. Es gibt überall bei der Deutschen Bahn AG und ganz besonders bei Lokführern und Zugbegleitern massive Unterschiede bei der Entlohnung für ein und dieselbe Arbeit. Das wird vor allem deutlich mit der Spaltung der Belegschaften in Normalo-Lohnabhängige und Beamte. In Wirklichkeit geht es um etwas ganz anderes: In dieser Tarifauseinandersetzung will die Deutsche Bahn AG die Kluft zwischen den extrem niedrigen Eisenbahner-Löhnen in Deutschland und den deutlich höheren im benachbarten Ausland verteidigen. Die GDL und der Kampf von Lokführern und Zugbegleitern ist ein Betrag dazu, DIESE KLUFT endlich ZU VERRINGERN…” StrikeBlog09 von Winfried Wolf vom 21. November 2014 auf der Seite der Streikzeitung externer Link

Als Mitarbeiter im Zugbegleitdienst führt man ein eher unruhiges Dasein: lange Schichten, kurze Wechsel, Schlafen im Hotel – das sind noch einmal höhere Anforderungen an die Beschäftigten als in einem „normalen“ Schichtbetrieb. Da stellt sich die Frage: Welchen Einfluss haben lange Schichten im Zugbegleitdienst auf das Privatleben? Ein Zugbegleiter von DB Fernverkehr berichtet über seine ganz persönlichen Erfahrungen…” GDL Voraus Artikel vom 19.11.2014 externer Link . Siehe dazu das Dossier: GDL Tarifrunde bei der Deutschen Bahn 2014

S-Bahn Berlin Tag X„(…) Aufgrund der weiterhin anhaltenden Ausschreibung, Zerschlagung und Privatisierung der Berliner S-Bahn durch die Politik des Berliner Senats und das Management der S-Bahn Berlin GmbH/Deutschen Bahn AG auf Kosten der S-Bahn Beschäftigten und Fahrgäste, wurde eine als „Protest- und Aktionswoche 100% S-Bahn“ benannte Mahnwache auf dem S-Bahnhof Ostkreuz – Ringbahnsteig – bei der Berliner Versammlungsbehörde angemeldet. Für all die Beschäftigten, Gewerkschafter und Fahrgäste der S-Bahn die sich bereits zur Teilnahme an der Mahnwache auf dem S-Bahnhof Ostkreuz motiviert sehen stellt sich nun folgende Situation dar:…Pressemitteilung vom Aktionsausschuß 100% S-Bahn vom 24.08.2014 externer Link. Siehe dazu auch: (weiterlesen »)

Dossier

  • Bahn stellt mehr Personal ein: So etwas wie in Mainz soll nie wieder vorkommen
    Vor einem Jahr kam es in Mainz zu massiven Zugausfällen – wegen Personalmangels am Stellwerk. Nun hat die Bahn weitere Mitarbeiter eingestellt. Die Gewerkschaft fordert sodann, dass es so weitergehen muss. Artikel von Manfred Köhler in der FAZ vom 29.07.2014 externer Link. Aus dem Text: „(…) Darüber hinaus hat man damit begonnen, Fahrdienstleiter so zu schulen, dass sie nicht nur in ihrem Stamm-Stellwerk eingesetzt werden könnten, sondern auch in benachbarten Stellwerken. Davon profitiert auch Mainz, wie es bei der DB Netz weiter heißt. Vielleicht müssen aber gar keine Kollegen aus der Nachbarschaft aushelfen. Denn die Stammbelegschaft des dortigen Stellwerks wurde von 18 auf 22 Mitarbeiter vergrößert. Es ist eine Entwicklung, der auch die Eisenbahnergewerkschaft EVG die Anerkennung nicht versagt. Das Thema Personalmangel sei beim Vorstand angekommen, sagt ein Gewerkschaftssprecher der in Frankfurt ansässigen Organisation. Nun hoffe die EVG, dass auch eine nach den Vorfällen in Mainz abgeschlossene Betriebsvereinbarung mit Leben gefüllt werde. Danach sollen Gewerkschaften und Betriebsräte in die Personalplanung eingebunden werden…“ (weiterlesen »)

  • Eisenbahnerstreik in FrankreichDer Tod kommt von oben
    An einem S-Bahnhof in Hannover sterben im Juli 2012 zwei Arbeiter durch einen Stromschlag. Es ist nicht das erste Unglück dieser Art. Offenbar hat die Deutsche Bahn jahrelang Sicherheitsmaßnahmen für ihre Oberleitungen vernachlässigt – trotz aller Warnungen. Dokumentation eines Versagens. Artikel von Bastian Obermayer im Magazin der Süddeutschen Zeitung 28/2014 externer Link
  • Tote Arbeiter durch Stromschlag: Staatsanwaltschaft muss Strom-Unfälle bei der Bahn aufklären
    Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) fordert Polizei und Staatsanwaltschaften auf, tödliche Arbeitsunfälle vollständig aufzuklären und anzuklagen. Nach einem Magazinbericht vom Wochenende, starben wegen mangelnder Arbeitssicherheit mehrere Beschäftigte aus den von der IG BAU betreuten Branchen durch Stromschläge. Die Unfälle wären womöglich nicht passiert, wenn der Auftraggeber, in allen Fällen die Deutsche Bahn, die zwingenden Vorschriften des Arbeitsschutzgesetzes eingehalten hätte. „Es sieht so aus, als haben es sich die Staatsanwaltschaften einfach gemacht und den Opfern, die sich nicht mehr wehren können, die Schuld zugeschoben. Die Ermittler müssen nach den Enthüllungen die Fälle erneut aufrollen. Das gebietet nicht nur der Respekt vor den Verstorbenen, sondern ist notwendig, um künftig Unfälle durch schlampigen Arbeitsschutz zu vermeiden“, sagte der IG BAU-Bundesvorsitzende Robert Feiger. „Leider meinen viele Unternehmen – und laut Bericht auch der staatseigene Konzern Deutsche Bahn – sie könnten zu Lasten der Sicherheit sparen. Diese zynische Rechnung darf nicht aufgehen. Wer den Tod von Menschen billigend in Kauf nimmt, muss zur Verantwortung gezogen werden. Nur dann werden andere davon abgeschreckt, ihrerseits Schutzvorschriften zu umgehen.“…” Pressemitteilung der IG BAU vom 14.07.2014 externer Link (weiterlesen »)

„Der größte und heftigste Sturm der in Nordrhein-Westfalen in den letzten 20 Jahren tobte, hat eines offenbart: Die deutsche Bahn war darauf nicht vorbereitet. Natürlich kann man ihr keinen Vorwurf daraus machen, das Bäume auf Gleise stürzten, doch dafür, dass sie zu wenig in die Infrastruktur investiert und nicht die Bewegungsfreiheit der Menschen im Mittelpunkt steht, sondern der Profit. Keiner will der Deutschen Bahn (DB) den Vorwurf machen, dass entwurzelte Bäume die Strecken blockierten, wohl aber, dass die Informationspolitik „unter aller Sau war“, so ein Verärgerter Fahrgast aus Bochum. Egal wen man fragt, man erhielt eine andere Information. Obwohl bereits nachts klar war, dass die Bahn etliche Strecken sperren müssen, wusste heute Morgen keiner so Recht, was eigentlich zu tun ist. Ein Grund dafür ist das fehlende Personal. Egal ob in der Netzleitzentrale in Frankfurt oder in einer der sieben regionalen Betriebszentralen, zu viel Arbeit für zu wenig Menschen ist ein häufiger Grund, warum die Bahn in Stresssituationen versagt…“ Artikel von Daniel Radmacher auf Die Freiheitsliebe vom 10.06.2014 externer Link

bahn für alle„Aktive der Umweltorganisation ROBIN WOOD, des globalisierungskritischen Netzwerkes Attac und vom Bündnis „Bahn für Alle“ haben heute vor der Zentrale der DB Mobility Logistics im Frankfurter Bankenviertel für eine bessere Bahn unter demokratischer Kontrolle demonstriert. Dort stellt der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG, Rüdiger Grube, heute die Bilanz für das Geschäftsjahr 2013 der Presse vor. (…)  Das Bündnis „Bahn für Alle“ hat wie in den Vorjahren einen Alternativen Geschäftsbericht der DB AG erstellt, der die Geschäftspolitik kritisch unter die Lupe nimmt. Der Gewinn ist im vergangenen Jahr um die Hälfte gegenüber dem Vorjahr eingebrochen. Bernhard Knierim vom Bündnis „Bahn für Alle“ erläutert das Ergebnis: „Erneut ist der bescheidene Gewinn überwiegend aus Steuermitteln finanziert. Die DB AG scheitert als globaler Logistiker, sie hält trotz milliardenschwerer, staatlicher Zuschüsse das Netz nicht instand und muss nicht nur in Mainz dringend mehr echte Bahnerinnen und Bahner einstellen.“...“ Siehe dazu den Alternativen Geschäftsbericht der DB AG 2013 externer Link

„Heute Abend begeht die DB AG mit einer großen Feier das 20jährige Jubiläum der Bahnreform. Dies tut sie jedoch nicht mit den Nutzerinnen und -Nutzern der Bahn, sondern nur mit geladenen Gästen – auf kritische Fragen hat sie offensichtlich keine Lust. Im Anhang finden Sie daher eine Zusammenstellung der Daten für eine wirkliche Bilanz der Bahnreform, die sehr viel weniger rosig ausfällt als die Bilanz, die die DB AG selbst zieht. Wir zeigen in dieser Zusammenstellung auch, wo die DB AG Informationen sehr selektiv verwendet, um ihre positive Einschätzung der Reform zu begründen.“ Siehe dazu die Pressemitteilung Bilanz der Bahnreform – Dichtung und Wahrheit vom 28.01.2014 externer Link

Aktionsausschuss 100% S-Bahn„Die Aufteilung der Berliner S-Bahn wird von Gewerkschaften und Betriebsräten billigend in Kauf genommen. Als 1994 das allgemeine Eisenbahngesetz geändert wurde«, erzählt Friedrich Klein, »nahm das Unheil seinen Lauf«. Damals wurde vom Gesetzgeber bestimmt, daß die Deutsche Bahn künftig privatrechtlich geführt werden dürfe. Infolgedessen sah sich die Belegschaft der Berliner S-Bahn, einer hundertprozentigen Bahn-Tochter, mit Schritten zur Zerschlagung und Privatisierung des Unternehmens konfrontiert, die der rot-schwarze Berliner Senat bereits auf den Weg gebracht hat: Drei Teilabschnitte des S-Bahn-Netzes sollen in einem Ausschreibungsverfahren an private Investoren vergeben werden. Klein und seine Kollegen vom »Aktionsausschuß 100 Prozent S-Bahn« lehnen dies aber grundsätzlich ab…“ Artikel von Ben Mendelson in der jungen Welt vom 26.11.2013 externer Link

Siehe dazu auch:

  • Aktionsausschuss 100% S-Bahn
    Gegen die Ausschreibung und Zerschlagung der Berliner S-Bahn – Für den Erhalt unserer Arbeitsplätze! Die Homepage externer Link

„Koalitionäre erteilen einer weiteren Privatisierung der Bahn keine Absage. Dass Union und SPD im Koalitionsvertrag auf einen Börsengang der Deutschen Bahn (DB) verzichten wollen, lässt aufhorchen…“ Artikel von Hans-Gerd Öfinger im Neues Deutschland vom 11.11.2013 externer Link

Claus Weselsky, Vorsitzender der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), nach dem Chaos in Mainz über die Probleme und Aussichten der Deutschen Bahn und die Forderungen der Gewerkschaft. Das Interview von Marcel Malachowski auf Telepolis vom 11.09.2013 externer Link (weiterlesen »)

“In Sachen Bahn könnte man anfangen, an Verschwörungstheorien zu glauben. Als hätte ein geheimer Zirkel aus Straßen- und Flugverkehrsindustrie das Kaputtmachen der Konkurrenz auf der Schiene zum Ziel – flankiert von willfährigen Verkehrsministern. Ein Bahnchef aus der Luftfahrt (Mehdorn), dann aus der Autobranche (Grube), die Verschleuderung von Geld in hyperteure, unnütze, zerstörerische Großprojekte, massiven Personalabbau, Fahren auf Verschleiß, Sparen bei Sicherheit und Abschreckung der Fahrgäste durch weniger Service, Verspätungen und chaotische Verhältnisse bei deutlich gestiegenen Preisen … Vieles deutet auf Planmäßigkeit hin. Dann wird auf Betreiben der FDP der Fernbusverkehr liberalisiert – als Konkurrenz zur Bahn. Voilà! Und während die DB-AG ihre Nachtreisezugangebote verkümmern läßt, läßt die Werbung für große Hotelketten an Bahnhofswänden nicht auf sich warten…Kommentar von Sabine Leidig, verkehrspolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke im Bundestag, in der jungen Welt vom 16.08.2013 externer Link