Zulieferindustrie

Dossier

Arbeit ohne EndeDer Weltmarktführer Knorr-Bremse macht satte Gewinne. Doch an einem Berliner Standort sollen die Beschäftigten mehrere Stunden zusätzlich arbeiten – zum gleichen Lohn. Dahinter steckt eine antiquierte Unternehmenskultur. Und ein sehr unsozialer Plan. (…) Ab April sollen die rund 350 Beschäftigten dort 42 Stunden pro Woche arbeiten – sieben Stunden mehr als in der Metall- und Elektroindustrie üblich. Für dasselbe Geld. Einfach so. Jeder Beschäftigte würde dem Unternehmen, das in Berlin Stromrichter produziert, also jeden Tag im Grundsatz 84 Minuten Arbeitszeit schenken. (…) Knorr-Bremse ist ein weltweit führender Hersteller von Bremssystemen für Züge, U-Bahnen und LKW. Dem Konzern geht es blendend: Der Gewinn hat sich in den vergangenen Jahren von 329 auf 645 Millionen Euro annähernd verdoppelt. Mit der vollen Kasse geht das Management auf Shopping-Tour. Quer durch Deutschland hat Knorr-Bremse in den vergangenen Jahren Unternehmen aufgekauft. So wie die Berliner Powertech. (…) Nun will der Konzern offenbar überall die Regeln durchsetzen, die im Knorr-Bremse-Reich schon lange gelten: 42-Wochenstunden, keine Tarifverträge, kein demokratischer Dialog auf Augenhöhe mit Belegschaft und Gewerkschaft…” IG-Metall-Meldung vom 28.02.2017 externer Link, siehe dazu zwei weitere Beiträge:

  • Beschäftigte von Knorr-Bremse protestieren: Belegschaft läuft Sturm gegen Stellenabbau und 42-Stunden-Woche, Pressekonferenz des Unternehmens gestört New
    Beim Schienenhersteller Knorr-Bremse kehrt keine Ruhe ein. Anlässlich einer Pressekonferenz des Unternehmens demonstrierten Anfang der Woche Vertrauensleute der IG Metall vor dem Firmensitz in München. Sie forderten den Erhalt von 143 Berliner Arbeitsplätzen, die die Geschäftsführung vernichten will. Symbolisch für die Streichungen ließen die Kollegen 143 schwarze Luftballons steigen. Dem Knorr-Bremse-Vorstandschef Klaus Deller wurde ein Katalog mit 40 Fragen überreicht. (…) In der vergangenen Woche musste Knorr-Bremse zudem einen Rückschlag hinnehmen. Das Unternehmen hatte die IG Metall dazu drängen wollen, in bezug auf den Konzern nicht mehr von »Ausbeutung« und »Steinzeitkapitalismus« zu sprechen. Zudem hätte die Gewerkschaft eine Gegendarstellung des Unternehmens veröffentlichen sollen. Doch das Landgericht Berlin wies einen entsprechenden Antrag des Konzerns zurück…” Artikel von Martin Hornung in der jungen Welt vom 29.03.2017 externer Link

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[DGB-Kampagne] Stop Union Busting“Bei Bühls größtem Arbeitgeber LuK rumort es. Die IG Metall wirft dem Unternehmen Verstöße gegen geltendes Recht vor. Die LuK beschäftigt in Bühl, Sasbach und Kappelrodeck fast 5 500 Mitarbeiter. „LuK behindert seit Ende November Gespräche zwischen IG Metall-Vertretern und LuK-Beschäftigten und verwehrt IG Metall-Vertretern ihr gesetzlich verankertes Zutrittsrecht“, erklärt Lea Marquardt, Zweite Bevollmächtigte der IG Metall in Offenburg. „Davor konnte der Gewerkschaftssekretär Norbert Göbelsmann bei einer Reihe von Besuchen ohne Probleme mit den Beschäftigten sprechen.“ (…) Der LuK-Betriebsratsvorsitzende Jürgen Stolz bestätigte auf Anfrage dieser Zeitung die Vorwürfe der IG Metall. „Der Arbeitgeber hat traditionell Probleme mit der Gewerkschaft“, berichtete er. „Die IG Metall versucht, etwas für die Arbeitnehmer zu erreichen. Der Arbeitgeber hält sich nicht an Absprachen und an das Betriebsverfassungsgesetz.“ Stolz wies darauf hin, dass für rund 85 Prozent der Mitarbeiter der Schaeffler-Gruppe, zu der LuK gehört, der Tarifvertrag gilt. „LuK wehrt sich gegen eine Tarifbindung“, sagte Stolz…” Beitrag von Ulrich Coenen vom 14. März 2017 bei den Badischen Neusten Nachrichten online externer Link – wir erinnern an unsere umfangreiche Berichterstattung über die Schaeffler Gruppe und das 250-Millionen-Sparpaket der Belegschaft im LabourNet-Archiv

Solidarität gefragt! (LabourNet Germany)Das Magna-Management hat in einer Info-Veranstaltung der Belegschaft mitgeteilt, dass das Werk Powertrain in Scheideweg zum 31. März 2018 geschlossen wird. Damit bewahrheiten sich die Gerüchte, die im April aufgetreten sind. (…) Das kanadisch-österreichische Unternehmen hatte Ende 2012 den Automobilzulieferer ixetic gekauft. Pro Jahr stellt die Firma mehr als zehn Millionen Pumpen her. Gerüchte über eine Schließung gibt es seit längerem. Im April hieß es, dass ein Zukunftskonzept für den Standort erarbeitet werden soll. Eine erste Analysephase zur wirtschaftlichen Lage sei abgeschlossen, berichtete die IG Metall im September. Laut Arbeitnehmervertretung wäre die Wirtschaftlichkeit bis 2020 gesichert – auch durch mögliche Kosteneinsparungen am Standort. Mit der jetzigen Entscheidung bangen 260 Mitarbeiter um ihre Existenzen. Schon in der Vergangenheit habe die Belegschaft bei Magna zweimal einen Interessenausgleich und Sozialplan ertragen müssen…” Artikel von Wolfgang Scholl und Henning Rasche vom 11. November 2016 bei der Rheinischen Post online externer Link – ob die jetzigen Probleme vom “Ertragen” kommen? Siehe dazu:

  • Die Eckpunkte für den Sozialplan bei MAGNA in Hückeswagen stehen
    Bei MAGNA Powertrain in Hückeswagen hält der Arbeitgeber weiterhin an der Werksschließung in 2018 fest. Die IG Metall Remscheid-Solingen konnte mit ihren Mitgliedern allerdings genug Druck aufbauen, um für die Mitarbeiter das Ende der Beschäftigung etwas nach hinten zu verschieben. (…) „Wir haben es geschafft in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag ein gutes Paket für einen Sozialtarifvertrag zu schnüren. So sollen die Beschäftigten erst nach Ablauf der Kündigungsfrist in eine Transfergesellschaft überführt werden. Auch der Termin für die Schließung hat sich mittlerweile von Ende März 2018 auf Ende 2018 verschoben. (…) Auch die befristet Beschäftigten sollen in den Sozialplan einbezogen werden. (…) Nun ist der Betriebsrat gefragt. Die Eckpunkte des Sozialtarifvertrags, die eine gute Grundlage für den Sozialplan bilden, müssen nun in Form gegossen werden. Weitere Details zum Verhandlungsergebnis kann man nach den Verhandlungen zwischen Betriebsrat und Geschäftsleitung erwarten…” Aus der Pressemitteilung der IG Metall Remscheid-Solingen vom 10.03.2017

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Johnson ControlsWir sind entsetzt, schockiert und wütend! Adient bzw. bis Oktober 2016 Johnson Controls war noch nie ein sozial eingestellter Arbeitgeber. Aber das heutige Verhalten toppt alles bisher Dagewesene. Bevor Adient vor gut einem Monat [gemeint: Jahr] aus dem Johnson Controls Konzern ausgegründet und an die Börse gebracht wurde, hat schon eine Restrukturierung nach der anderen im Automotive Bereich viele Arbeitsplätze und Existenzen gekostet. Die Braut muss ja geschmückt werden. (…) Statt dessen mussten wir heute morgen feststellen, dass der Arbeitgeber in einer Nacht- und Nebelaktion das komplette Lager leergeräumt hat. Dieses Vorgehen muss von langer Hand generalstabsmäßig wie bei einem Blitzangriff vorbereitet worden sein. (…) Wir kämpfen dafür, dass unsere Kollegen nicht innerhalb kürzester Zeit ein Fall für Hartz IV werden und eine Alternative zu dieser einseitigen Planung gefunden wird.” Pressemitteilung vom 13.12.2016 des Betriebsrats Adient Components, Werk Remscheid und der Hintergrund sowie neu:

  • IG Metall Remscheid-Solingen bittet um Solidarität mit den Beschäftigten der Adient Components Ltd. & Co. KG
    Bei Adient in Remscheid (ehemals Johnson Controls; ehemals Keiper) sollen bereits Ende September 2017 die Lichter ausgehen. Bei Adient besteht zumindest für einige Mitarbeiter noch ein Funken Hoffnung, dass es eine Weiterbeschäftigung im Werk in Burscheid geben könnte. Der Wermutstropfen: Von Tarifverträgen oder Gewerkschaften will dort aber niemand etwas wissen.” schreibt die IG Metall Remscheid-Solingen und bittet um Solidarität mit dem Betriebsrat und den Beschäftigten und liefert hierfür eine Vorlage für einen Solidaritätsbrief : “… Wir wünschen euch in den nächsten Monaten einen langen Atem bei den Verhandlungen mit dem Arbeitgeber. Solltet ihr Unterstützung brauchen, könnt ihr euch sicher sein, dass wir gemeinsam mit der IG Metall an eurer Seite stehen und mit euch kämpfen…” (weiterlesen »)

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IG Metall-Kundgebung für den Erhalt der DURA-Werke in Plettenberg im Mai 2016Beim Plettenberger Autozulieferer Dura sollen aus Portugal eingeflogene Arbeiter weiterhin an den Wochenenden arbeiten. Sie hatten zum Ärger der heimischen Belegschaft schon am Wochenende 08./09.10.2016 Schichten geleistet. Im Plettenberger Dura-Werk sollen rund 500 der 1.000 Stellen gestrichen werden, obwohl es viele offene Aufträge gibt. Seit Monaten wird über einen Sozialplan verhandelt. Die Unternehmensführung will erst 2017 darüber entscheiden. Solange es jedoch keinen Sozialplan gibt, will der Plettenberger Betriebsrat keine Überstunden und Wochenend-Schichten zulassen. In der Nacht zum 08.10.2016 wurden rund 280 Arbeiter aus Portugal eingeflogen. Sie haben am darauffolgenden Wochenende im Plettenberger Werk gearbeitet. Und sie sollen bleiben und weitere Wochenend-Schichten übernehmen. (…) Viele Mitarbeiter gehen davon aus, dass die Eigentümerin, eine Milliardärin aus den USA, das Werk schließen wird. (…) Die IG Metall will vorerst nicht weiter gegen den Einsatz der Portugiesen vorgehen. Sie will aber zumindest verhindern, dass deutsche Vorarbeiter ihre portugiesischen Kollegen an Maschinen ausbilden müssen.” Beitrag von Heiko Dolle vom 12.10.2016 beim WDR externer Link, siehe dazu:

  • Dura: US-Investorin fliegt Werkvertragsarbeiter ein. 1.400 Beschäftigten bei DURA im sauerländischen Plettenberg sollen ohne Rücksicht auf Verluste zermürbt werden | LAG Hamm spielt mit
    “… Deshalb werden die Portugiesen seitdem für die Schichten am Samstag bis 23.59 Uhr eingesetzt, dann wieder Montag morgens von 0.01 bis 05.00 Uhr – um 05.01 beginnt die Schicht der regulären Beschäftigten. Sonntags wird nicht gearbeitet, die Bezirksregierung genehmigt das nicht. Der Werkvertrag gilt bis zum 31.12.2016. Die Portugiesen sind im Dorint-Hotel in Winterberg und im Hotel Stern in Willingen untergebracht und müssen die 76 bzw. 88 Kilometer anderthalb Stunden zur Arbeit hin- und wieder zurücktransportiert werden. „Die Kosten für Unterkunft und Überführung der 280 Portugiesen sind aberwitzig“, so der Bevollmächtigte der IG Metall, Torsten Kasubke. Zudem würden die schnell Eingeflogenen „weit unter dem üblichen Niveau“ produzieren. Für den gnadenlosen Machtkampf scheut die US-Heuschrecke keine Kosten. (…) Das Urteil der 13. Kammer des LAG Hamm unter Vorsitz von Richter Dr. Franz Müller ist ein Skandal: Wegen der Fiktion eines „neuen Betriebes“ innerhalb des bestehenden Betriebes und wegen der Doppelrolle der Portugiesen als Angestellte in Carregado und als Werkvertragler in Plettenberg. Und die Montagmorgen-Schicht gehört eigentlich nicht zum Wochenende. Zunächst hatte die Geschäftsführung versucht, am Wochenende Leiharbeiter einzusetzen. Aber das ist mitbestimmungspflichtig, urteilte das Arbeitsgericht. Deshalb beauftragte der Investor die einschlägig bekannte Arbeitsrechts-Kanzlei Kliemt & Vollstädt: Ein Team aus sechs Anwälten unter Dr. Markus Bohnau schusterte die Werkvertrags-Lösung zusammen: Eine typische, hochdotierte Dienstleistung dieser Union Buster. Um das brachiale Vorgehen der Öffentlichkeit zu verkaufen, engagierte das Dura-Management die Medien-Agentur Brunswick…” Artikel von Werner Rügemer vom 8. November 2016 bei Arbeitsunrecht externer Link
  • Werkverträge als Hebel: in der Woche gilt das Betriebsverfassungsgesetz, am Wochenende gilt es für Werkvertragsbeschäftigte nicht
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"willst du mit mir streiken gehen?"“Der patriarchal geführte Familienbetrieb Schweizer Electronic AG ist nach Informationen der IG Metall seit 20 Jahren ohne Tarifvertrag. Um diesen Zustand zu beenden, bahnt sich eine Streikbewegung beim Halbleiter-Hersteller an, der im Landkreis Rottweil (Baden-Württemberg) ansässig ist und 780 Personen beschäftigt. Ende September 2016 trat die Belegschaft erstmals in Warnstreik. Da die Vorstandsvorsitzende Maren Schweizer Gespräche mit der IG Metall bislang kategorisch ablehnt und ihre Beschäftigten mit dem Gespenst der “Fremdbestimmung” zu verschrecken sucht, wird der Konflikt vermutlich mit härteren Bandagen ausgefochten werden müssen. (…) Die Geschäftsleitung goss zusätzliches Öl ins Feuer, indem sie vor dem Warnstreik vier Betriebsratsmitglieder mit Abmahnungen maßregelte sowie Lohnabzug und Kündigungen androhte. Die Industriegewerkschaft schreibt dazu: “Vier IG Metall-Vertrauensleute informierten Führungskräfte über ein Merkblatt zum Verhalten von Vorgesetzten im Falle eines Warnstreiks. Dies veranlasste den Vorstand den Kollegen nicht nur eine Abmahnung zu verpassen, sondern ihnen die erforderliche Zeit für die Gespräche vom Lohn abzuziehen.” (Chaostage bei der Schweizer Electronic, IG Metall Freudenstadt, 4.10.2016). Nun organisiert die Gewerkschaft Solidarität gegen solche durchsichtigen Vergeltungsmaßnahmen…” Umfangreiches Dossier vom 17. Oktober 2016 bei arbeitsunrecht  externer Link – Die KollegInnen bitten darum, die Resolution “Demokratie endet nicht am Werkstor” als Word-Dokument herunter zu laden und Unterschriften zu sammeln. Siehe dazu auch Schweizer-Soli-Blog der IG Metall Freudenstadt externer Link und hier dazu:

  • »Mit kriminellen Mitteln«. Die IG Metall erhebt schwere Vorwürfe gegen die Firma Schweizer Electronic
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Just-in-Time-Produktion: Stramme Ketten können brechen... Fotomontage: LabourNet Germany“… „Ein Lieferant von Volkswagen hat die vertraglich vereinbarte Belieferung mit Bauteilen ausgesetzt. Dies führt zu einem Engpass in der Produktion. In der vergangenen Woche wurde daraufhin gerichtlich eine einstweilige Verfügung erlassen, die den Lieferanten zur Wiederaufnahme der Belieferung verpflichtet. Dieser Verpflichtung ist er bisher nicht nachgekommen. Da die weitere Entwicklung derzeit nicht absehbar ist, prüfen wir für Teilbereiche der Produktion am Standort Wolfsburg Flexibilisierungen der Arbeitszeit.“  Vom Betriebsrat kommt folgende Stellungnahme: Betriebsrat Guido Mehlhop: „Der Engpass beim Material ist mehr als ärgerlich. Vor allem, wenn man weiß, dass das Landgericht Braunschweig den Zulieferer bereits in der vergangenen Woche mit einer einstweiligen Verfügung dazu verpflichtet hat, die Teile vertragsgemäß zu liefern. Aus Sicht des Betriebsrates ist es völlig unverständlich, dass sich ein Unternehmen dem einfach widersetzt. Offenbar wird so versucht, auf dem Rücken der Belegschaft einen Wirtschaftskrimi zu inszenieren. Unsere Kolleginnen und Kollegen hoffen, dass es doch noch schnellstmöglich zu einer Lösung kommt. Das wäre übrigens auch im Interesse der Beschäftigten des Zulieferers. Die sind letztlich ebenso von dem fragwürdigen Geschäftsgebaren der Firma betroffen wie die Kolleginnen und Kollegen bei Volkswagen. Unsere klare Forderung: Am Ende dürfen die Belegschaften nicht im Regen stehen.“” Meldung vom 17.8.2016 bei der IG Metall bei Volkswagen externer Link. Es handelt sich um die sächsischen Zulieferer Car Trim (Plauen) und ES Automobil Guss (Schönheide). Siehe dazu weitere Beiträge zu den Hintergründen, aber auch den Tücken von Just-in-Time-Lieferungen, auf die wir schon vor vielen Jahren so grosse Hoffnungen setzten…

Just-in-Time-Produktion: Stramme Ketten können brechen... Fotomontage: LabourNet GermanyDie olympischen Spiele sind zu Ende, aber der Blick nach Brasilien lohnt sich weiterhin: Die Unternehmensgruppe, die VW in Deutschland unter Druck setzt, tanzt offensichtlich den selben Samba in den Werken Taubate und San Bernardo. Mehrmals schon musste die Produktion dort gestoppt werden. Bisher kamen so schon fast zwei Monate Stillstand zusammen, wie aus dem VW-Umfeld in Wolfsburg bestätigt wird. Hintergrund ist ein Streit um Vertragsangelegenheiten mit der Autositz-Firma Keiper, die über ein in den Niederlanden notiertes Unternehmen mit dem Namen Eastern Horizon der Prevent-Firmengruppe zuzuordnen ist…” Artikel von Peter Kunz vom 22.08.2016 bei heute.de externer Link. Siehe zum Hintergrund: VW Deutschland » Dossier: VW-Werk Wolfsburg [u.a.]: Materialengpass hat Auswirkungen auf die Produktion

Just-in-Time-Produktion: Stramme Ketten können brechen... Fotomontage: LabourNet GermanyVolkswagen ist nicht der einzige deutsche Autokonzern, der mit der Zulieferer-Gruppe Prevent Ärger hat. Beim Landgericht Braunschweig, wo die beiden Unternehmen streiten, ist nach Informationen der Süddeutschen Zeitung (Montagsausgabe) auch eine Millionen-Klage von Prevent gegen Daimler anhängig. Der Grund für die Klage: Daimler hatte 2013 Aufträge für Prevent gekündigt. Die Zulieferer-Gruppe fordert nun finanziellen Ausgleich. Es dürfte um mehrere zehn Millionen Euro gehen…” Artikel von Max Hägler und Klaus Ott vom 22. August 2016 bei der Süddeutschen Zeitung online externer Link. Siehe für die Hintergründe, v.a. Informationen zum Zulieferer Prevent, unser Dossier VW-Werk Wolfsburg [u.a.]: Materialengpass hat Auswirkungen auf die Produktion

IG Metall-Protest gegen Fabrikverkauf von MahleErst Mitte April hatten die IG Metall und der Autozulieferer Mahle die »erfolgreiche Zukunftssicherung« der 30 deutschen Werke verkündet. Doch nur wenige Wochen später entpuppt sich das Versprechen des Managements als sehr kurzlebig. Am Freitag machten Gewerkschaft und Betriebsräte öffentlich, dass der Konzern zwei weitere Werke verkaufen will – zusätzlich zum bereits angekündigten Arbeitsplatzabbau. Laut IG Metall will das Unternehmen seine Standorte in Plettenberg (Sauerland) und Roßwein (Mittelsachsen) veräußern. Die insgesamt 620 Beschäftigten, die Pleuelstangen für Kfz-Motoren herstellen, blicken in eine unsichere Zukunft…” Artikel von Daniel Behruzi in junge Welt vom 06.06.2016 externer Link und dazu:

  • Mahle-Konzern: Volle Kapitulation
    “„Keiner verlässt bis 2020 gegen seinen Willen diesen Konzern!“ hatte noch im März der Stuttgarter IG Metall-Chef Meinhardt verkündet. Zwei Monate später werden 650 Beschäftigte der Fabriken in Plettenberg/Sauerland und Roßwein/Sachsen nicht gefragt, was sie wollen. Sie sollen verkauft werden. Damit sind nicht nur die Versprechungen von Meinhardt als hohl entlarvt, sondern auch die Beschäftigungssicherung zwischen IG Metall, Gesamtbetriebsrat und Management, deren Abschluss der Anlass für die starken Worte war. (…) Mit einem einzigen Aktionstag kann dieses brutale Management mitnichten gestoppt werden. Erst recht nicht nach der Niederlage, die die Beschäftigungssicherung darstellt, die ihrem Namen Hohn spricht. Deshalb haben wir unsere Unterstützung für einen Aktionstag damit verknüpft, dass wir vorgeschlagen haben, dass alle, die aktiv werden und kämpfen wollen, schon vorher in ihren Werken und erst recht am Aktionstag selbst darüber reden und entscheiden, wie der Kampf dann fortgesetzt werden kann. Wie nötig es ist, dass die Belegschaften die Kontrolle über die Aktionen bekommen, zeigt die Tatsache, dass die IG Metall diesen Aktionstag nicht durchgeführt hat, sondern es bei ein paar Ankündigungen blieb…”  Arbeitermacht-Infomail 890 von Alfred Zenau vom 29. Juni 2016 externer Link

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logo-csp-conlutasMahle hat in Brasilien 8 Fabriken, Mahle Metal Leve in Itajubá hat nicht ganz 2.000 Beschäftigte. Aktuell aber zwei weniger: Gewerkschafter, die, im Vorfeld der offensichtlich erwarteten Auseinandersetzungen um einen neuen Betriebstarif, ohne Angabe von Gründen entlassen wurden. In der Meldung „Antissindical: MAHLE demite dois dirigentes sindicais da planta de Itajubá (MG)“ am 18. Mai 2016 bei der CSP Conlutas externer Link wird vermeldet, dass die beiden am Vortag entlassenen Gewerkschafter gewählte Vertreter der Belegschaft im Gewerkschaftsvorstand der Sindicato dos Metalúrgicos de Itajubá sind, weswegen diese Willkürmaßnahme besondere Empörung hervorruft. Der Gewerkschaftsbund Conlutas stellt in der Meldung den Zusammenhang zu einigen weiteren Entlassungen in anderen Branchen her und unterstreicht, dass eine nationale Solidaritätskampagne beschlossen worden sei

In Plettenberg haben am Dienstag (12.04.2016) die Mitarbeiter des Autozulieferers Dura demonstriert. Sie zogen mit Plakaten und Trillerpfeifen durch die Innenstadt. Der US-amerikanische Eigentümer hatte den Mitarbeitern angeboten, zwei Werke in Plettenberg und Kirchhundem-Selbecke für einen Euro zu kaufen. Sollten die Beschäftigten auf das Angebot nicht eingehen, würden Stellen gestrichen und Werke geschlossen. Um das zu verhindern, will die IG Metall einen neuen Tarifvertrag…” Meldung von Heiko Dolle und Heinz Krischer vom 13.04.2016 beim WDR externer Link (weiterlesen »)

Bei der Semcon Deutschland, einem Ingenieurdienstleister in der Automobilbranche, stehen einige Veränderungen an. In diesem Zusammenhang hat die Geschäftsführung vor ca. zwei Wochen den IG Metall Haustarifvertrag der Semcon Wolfsburg GmbH gekündigt. Die Semcon Wolfsburg GmbH ist einer der wenigen Ingenieurdienstleister mit einem IGM-Tarifvertrag und bisher auch der einzige Semcon-Standort mit einem Tarifvertrag“ so beginnt der Solidaritätsaufruf „TARIFFLUCHT NUN AUCH BEI SEMCON DEUTSCHLAND“ am 11. März 2016 im ZeitarbeiterInnen Forum der IGM externer Link, in dem auch zu Protestunterschriften verlinkt ist

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Johnson Controls„Johnson Controls hat am Montagnachmittag (3. Februar) angekündigt, Teile des Bochumer Betriebes zum Ende des Jahres schließen zu wollen. Damit reagiert der Zulieferer auf das Aus der Fahrzeugproduktion bei Opel. Betroffen von diesen Plänen sind laut Pressemitteilung rund 220 Mitarbeiter. Ab sofort soll mit dem Betriebsrat verhandelt werden…Artikel von Thomas Aschwer in den Ruhrnachrichten vom 03.02.2014 externer Link. Siehe dazu:

  • Neueste Meldung: Bei Johnson Controls in Bochum wird wieder gearbeitet
    Nach 30-stündiger Unterbrechung wird wieder gearbeitet beim Autozulieferer Johnson Controls an der Hüttenstraße – allerdings unter Vorbehalt. (…) „Wir haben unsere Betriebsversammlung vorerst nur unterbrochen“, sagte Betriebsratsvorsitzender Michael Munsch gegenüber der WAZ. Vom Ausgang der am Donnerstag aufgenommenen Gespräche des Arbeitnehmervertretung mit einem Vorstandsmitglied von Johnson Controls aus der Europazentrale in Burscheid werde abhängen, ob die Belegschaft ohne Einschränkung zur Arbeit zurückkehre…” Artikel von Andreas Rorowski vom 17. März 2016 (20:49 Uhr) bei der WAZ online externer Link

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Für “herausragendes soziales Engagement” war der Chef einer Langenfelder Firma in der Kategorie “Sozialer Unternehmer” 2008 von Ex-Außenminister Hans-Dietrich Genscher ausgezeichnet worden. Seit gestern stehen dieser Firmen-Chef (60) und sechs weitere Manager, teilweise aus dem Kreis Mettmann, vor dem Landgericht unter dem Vorwurf, der Betrieb habe zwischen 2004 und 2009 keineswegs beispielhaft für seine Mitarbeiter gesorgt, sondern durch vorgetäuschte Selbstständigkeiten in 258 Fällen Sozialleistungen in Millionenhöhe hinterzogen. (…) Demnach war von den 1500 Beschäftigten nur ein Bruchteil ordnungsgemäß bei der Sozialversicherung gemeldet. Die Ermittler glauben, dass hier massenweise Scheinselbstständige beschäftigt wurden, die nur formell als nicht abgängig beschäftigte Mitarbeiter ausgegeben worden seien…” Artikel von Wulf Kannegiesser vom 4. März 2016 bei der Rheinischen Post online externer Link