| Fruchtsaft Kumpf entlässt wieder 
„Im August 2002 wurden 15 Kolleginnen und Kollegen der Firma Kumpf entlassen. Im Vorfeld dazu fand eine Belegschaftsversammlung mit der Geschäftsleitung, der Unternehmensberatung Weihenstephan und Rechtsanwälten statt, in der die Kolleginnen und Kollegen der Firma Kumpf massiv mit Arbeitsplatzverlust bedroht wurden, wenn sie nicht in einen neuen 6-seitigen „Fessel“- Arbeitsvertrag einwilligen würden. In diesem Vertrag ging es nur um Pflichten der Arbeitnehmer; Pflichten seitens der Familie Kumpf waren darin nicht geregelt. Aus dieser Not heraus gründete die Belegschaft dann einen Betriebsrat. Die Hälfte der Belegschaft unterschrieb den neuen, oben genannten „Fessel“-Vertrag daraufhin nicht und leisteten dann gegen Repressionen und Kürzungen gerichtlichen Widerstand – mit Erfolg! 2009 ging und 2010 geht es mit Massenentllassungen weiter...“ Bericht von G-P-BW auf Indymedia vom 01.03.2010 
InBev streicht in Europa massiv Stellen
Fristlose Kündigung: Bäcker essen Brötchenbelag – und fliegen raus
„Nach dem 1,30-Euro-Urteil gegen die Kassiererin Emmely in Berlin der nächste Fall: Wegen des Verzehrs von Brötchenbelag im Wert von einigen Cent kündigt eine Großbäckerei zwei Mitarbeitern fristlos. Die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten vermutet einen anderen Grund für den Rauswurf…“ Artikel von Oliver Haustein-Teßmer in Die Welt vom 5. März 2009 . Aus dem Text: „..Die Vertreter der Arbeitnehmer schlagen sich nach eigenen Angaben schon seit Monaten mit den Chefs von Westermann herum. Mithilfe der NGG setzten Mitarbeiter die Wahl des ersten Betriebsrats im Unternehmen durch. Der Anlass: Mehrere Angestellte hätten über untertarifliche Bezahlung geklagt, sagte Sträter. Er berichtet von anderen Mitarbeitern, die nach ihrem Engagement für die Wahl gekündigt oder freigestellt worden seien...“ Weitere Artikel finden sich auf der Startseite der NGG-Dortmund 
Bespitzelung bei Sehne: Datenschützer überprüfen Großbäckerei
„Wer überwacht, braucht den Betriebsrat. Die Ehninger Großbäckerei hat einen, der "mit größter Unterstützung" der Familie Sehne gewählt wurde, wie Arbeitgeber und Arbeitnehmervertretung in einem gemeinsamen Schreiben erklären. Das mag Dieter Kindler gerne glauben. Nur: der Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG), weiß immer noch nichts davon. Müsste er aber, wenn es nach dem Betriebsverfassungsgesetz geht…“ Artikel von Josef-Otto Freudenreich in der Stuttgarter Zeitung vom 17.07.2009 
Aldi, Lidl und Co. - Warum Lebensmittel so billig sind
„Die Discounter unterbieten sich: Noch nie waren Lebensmittel so billig. Plusminus verfolgt die Kette bis zu den Erzeugern zurück: Heringsfischer auf Rügen, Winzer in Italien und Milchbauern im Bergischen Land produzieren für ein paar Cent und die Discounter drücken die Preise. In der Lebensmittelbranche zählt vor allem eines: Masse…“ Text der ARD PlusMinus-Sendung vom 10. März 2009 und das Video der Sendung 
Solidarität für Brauer
„Der Streik in der über 175 Jahre alten Traditionsbrauerei Scherdel im oberfränkischen Hof geht am heutigen Montag in die dritte Woche. Die Belegschaft will nicht länger hinnehmen, daß sie deutlich schlechter bezahlt wird als Beschäftigte in anderen bayerischen Brauereien. Nach Angaben der Gewerkschaft Nahrung, Genuß, Gaststätten (NGG) verdienen Facharbeiter bei Scherdel rund 20 Prozent weniger als ihre Kollegen in tarifgebundenen Unternehmen der Branche. Auf ein Jahr hochgerechnet summiert sich der Lohnverlust auf bis zu 6000 Euro brutto. Das von der NGG unterbreitete Verhandlungsangebot einer stufenweise Anpassung an den Tariflohn stößt bei dem Unternehmen bislang auf taube Ohren…“ Artikel von Hans-Gerd Öfinger in der jungen Welt vom 08.09.2008 
- Streik bei Scherdel beendet: Brauerei und Gewerkschaft NGG finden Kompromisslinie
Geschäftsführung und Gewerkschaft schließen Haustarifvertrag; Flächentarifverträge Brauer TG Bayern werden anerkannt; Einigung auf verträgliche Entgelterhöhungen ab 2009. Die gemeinsame Pressemitteilung der Scherdel Brauerei Hof und der Gewerkschaft vom 09.09.2008 
Come to where the labor is. Come to... Malawi
Über 80% des weltweit produzierten Tabaks kommen aus Ländern des Südens. Zentrale Aspekte der Tabakproduktion sind Umweltzerstörung (Tropenwaldabholzung), wirtschaftliche Abhängigkeit und Verschuldung der TabakproduzentInnen bei Rohtabakfirmen bzw. Tabakkonzernen, Gesundheitsrisiken für die ArbeiterInnen, Kinderarbeit (und damit fehlende Schulbildung), Verschärfung der Ernährungssituation. In Malawi werden bis zu 70% der Exporterlöse durch den Verkauf von Tabak erwirtschaftet. Nach eigenen Angaben ist Philip Morris der größte Abnehmer von Tabak aus Malawi. Von der propagierten "Marlboro-Freiheit" ist dort nichts zu spüren. Tabak wird unter unmenschlichen Bedingungen auf Plantagen angebaut. Der Referent Raphael Sandramu ist Generalsekretär der Tobacco Tenants and Allied Workers Union of Malawi (TOTAWUM). Vor diesem Engagement arbeitete er 20 Jahre lang im malawischen Landwirtschaftsministerium. Seit 1992 ist er gewerkschaftlich aktiv. Weitere Informationen zur Vortragsreise von Raphael Sandramu in Deutschland vom 23. Mai bis 14. Juni 2008 finden sich auf der Seite Rauchzeichen 
Tarifvertrag in Lidl-Brotfabrik : Positive Wendung nach Recherchen von Günter Wallraff
Eine Brotfabrik im Hunsrück, die wegen Ausbeutung ihrer Beschäftigten in die Schlagzeilen geraten ist, hat nun Fehler eingeräumt. Artikel von Hans-Gerd Öfinger im Neues Deutschland vom 19.05.2008 
Fleischfabrik Tönnies: Vorsicht, Chef schaut zu!
„Der Skandal um die Videoüberwachung von Beschäftigten greift um sich. Auch beim größten europäischen Fleischverarbeiter, der Firma Tönnies im nordrhein-westfälischen Rheda-Wiedenbrück, soll es einem ARD-Bericht zufolge eine umfangreiche Videoüberwachung geben. Bilder, die dem Magazin Report Mainz zugespielt wurden, zeigen Aufnahmen, auf denen unter anderem Frauen zu sehen sind, die bis auf die Unterwäsche ausgezogen sind. Dabei soll es sich, so berichtete das Magazin, um den Umkleidebereich bei Tönnies handeln. Zudem solle es auf den Herren-Toiletten versteckte Kameras geben, die rund um die Uhr alles aufnähmen…“ Artikel von Antje Schüddemage in der Frankfurter Rundschau vom 09.04.2008 
Tarifeinigung in der Brauwirtschaft - Bierstreik abgewendet
„Der drohende Bierstreik im Freistaat ist abgewendet. Die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) und die Tarifgemeinschaft Bayerischer Brauereien einigten sich in der Nacht zum Donnerstag auf einen neuen Tarifvertrag. Nach Angaben der Gewerkschaft erhalten die Beschäftigten von 1. März an 2,9 Prozent mehr Geld, in den Münchner Brauereien sogar 3,5 Prozent. Außerdem gibt es Sonderzahlungen von über 600 Euro. Auszubildende bekommen 200 Euro mehr und haben den Anspruch, nach dem Ende der Lehre mindestens ein halbes Jahr übernommen zu werden…“ Meldung in der Süddeutschen Zeitung vom 07.02.2008 
Kündigung wegen Lappalie - Alpirsbacher Klosterbrauerei will unbequemen Betriebsratschef loswerden
„Auch im neuen Jahr sorgt der Konflikt um die Kündigung von drei Arbeitern der Alpirsbacher Klosterbrauerei in Baden-Württemberg für Aufsehen. Der »Bierhefestreit« beschäftigt die Arbeitsgerichte…“ Artikel von Hans-Gerd Öfinger im Neues Deutschland vom 15.01.2008
Ende für Pfanni und Bifi?
Der niederländisch-britische Unilever-Konzern will weltweit 20 000 Stellen abbauen, davon 10 000 bis 12 000 in Europa. Dagegen protestierten die Beschäftigten gestern in mehreren europäischen Ländern. Artikel von Hans-Gerd Öfinger im Neues Deutschland vom 05.12.2007
Wer und was steckt hinter der Milchpreiserhöhung?
Freihandel mit Nahrungsmitteln ist ein Verbrechen. Der Lebensmittelindustrie auf den Zahn gefühlt. Artikel von Angela Klein in der SoZ - Sozialistische Zeitung, vom September 2007 
Allerletzte Sahne
„…Die Direkte Aktion sprach mit zwei Auszubildenden im Konditoreibereich. Was Lehrjahre für junge Menschen bedeuten, vor allem im Handwerk und anderen kleinen Klitschen, zeigt dieses Interview beispielhaft. Dabei wird deutlich, dass Strategien gegen die beschriebenen Zustände, die zum Teil eher die Regel als die Ausnahme darstellen, noch zu entwickeln bzw. wiederzuentdecken sind. Bisher stehen die Betroffenen ziemlich allein da…“ Das Interview führte die OG Potsdam der FAU und erschien in der Direkten Aktion vom März/April 2007. Wir danken dem Verlag!
InBev auf der Anklagebank bei der OECD: IUL-Klage wirft dem weltgrößten Brauer gravierende Rechtsverletzungen vor
„Am 7. Juni hat die IUl das in Belgien beheimatete globale Brauereiunternehmen InBev formell der Verletzungen der OECD-Richtlinien für multinationale Unternehmen angeklagt. Die betreffende Aktion umfasste eine formelle Eingabe an die Nationale Kontaktstelle der OECD in Belgien - dem Konzernsitz von InBev - worin wiederholte Verletzungen des innerstaatlichen und internationalen Rechts und konkrete Verstöße gegen die OECD-Richtlinien bei der Tochterfirma des Unternehmens in Montenegro dokumentiert werden…“ Meldung auf der Seite der Internationalen Union der Lebensmittel-, Landwirtschafts-, Hotel-, Restaurant-, Café- und Genussmittelarbeiter-Gewerkschaften (IUL) vom 11.07.2006. Siehe zum Hintergrund:
- InBev: Noch mehr Lügen, noch mehr Entlassungen
„…Die mit aggressiven Mitteln verfolgte Politik des Konzerns, Kosten zu senken und am laufenden Band zu akquirieren, hat Produktionsverlagerungen, Kündigungen und die Zerstörung lokaler Biersorten und Brautraditionen zur Folge, während die Arbeitnehmer dadurch in einem fort mit Umstrukturierungen, dem Verlust ihrer Arbeitsplätze und permanenter Unsicherheit konfrontiert sind. Der Einkaufsrausch des Konzerns nach globalen Marken stützt sich auf seine nicht eingehaltenen Verpflichtungen gegenüber den Beschäftigten….“ Meldung auf der Seite der Internationalen Union der Lebensmittel-, Landwirtschafts-, Hotel-, Restaurant-, Café- und Genussmittelarbeiter-Gewerkschaften (IUL) vom 06.04.2006
Bäckerei Kopp: Bäckerei Kopp wehrt sich juristisch gegen den Vorwurf der „Nötigung und Abzocke“
„Wir laufen nicht Gefahr, in Insolvenz zu gehen“, lässt sich Huber Kopp, der Bäckerei-Unternehmer aus Bilshausen, zitieren im Harzer Wochenspiegel vom 15.02.2006, so war der Firmenhomepage zu Beginn unserer Recherchen zu entnehmen. Nein, er habe„allein im letzten Jahr 1,1 Millionen Euro im Bereich der Läden und Verkaufsfahrzeuge investiert“, so in einem Interview mit der Allgemeinen Bäckereizeitung vom 11.2.06. Und obwohl seit Jahren die Beschäftigten der 43 Filialen auf erhebliche Teile des Lohns verzichten mussten, wurde versucht, die Erweiterungsschulden zu weiteren Verzichtserklärungen zu benutzen. Wir dokumentieren hierzu:
-
[20.7.06] Die Gewerkschaft NGG hat auf juristisches Anraten alle ihre – bisher bei uns dokumentierten – Pressemitteilungen zurückgezogen. Ihrem Wunsch dies ebenfalls zu tun wird heute entsprochen. Das Infomaterial zur Bäckerei Kopp wird
so schnell wie möglich überarbeitet und aktualisiert zur Verfügung stehen.
- Fragen & Antworten zum Sachstand bei der Bäckerei-Konditorei Kopp, Bergstraße (Berghof), Bilshausen
Informationen von Andreas Schlenz , Gewerkschaftssekretär der NGG Süd-Ost-Niedersachsen
- Mehrarbeit trotz Lohnausfall. Schlechtes Klima, ausbleibendes Geld: Gewerkschaft im Streit mit einem Großbäcker bei Göttingen '
„Kleinkrieg in Südniedersachsen: Die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) ringt mit einem Filialbäcker, der seine 250 Mitarbeiter an der kurzen Leine hält, während er einigen von ihnen Geld schuldet. Jetzt wird ein Betriebsrat gewählt.
Bereits seit Jahren, so die NGG, verweigert der Bilshausener Bäckerei-Unternehmer Hubert Kopp seinen rund 256 Mitarbeitern in 43 Filialen in Südniedersachsen Teile des Lohns wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld und die tariflich vereinbarte Altersvorsorge. Zudem ist er seit vielen Monaten mit der Zahlung des Lohns im Verzug. Einige Betroffene können ihre Rechnungen nicht mehr zahlen. Anfang des Jahres eskalierte Kopp die Situation zusätzlich, indem er seinen Mitarbeitern einen neuen Vertrag vorlegte, der eine Arbeitszeitverlängerung ohne Lohnausgleich, acht Tage weniger Urlaub im Jahr sowie eine Flexibilisierung der Arbeitszeit verlangte. Außerdem will er die Arbeitsplätze mit Videokameras überwachen. Beschäftigte, die sich diesem Ansinnen verweigern, drohte er mit Versetzungen, Entlassungen und sogar Filialschließungen. (…) Inzwischen seien zahlreiche Klagen vor dem Arbeitsgericht Göttingen anhängig. Allein 24 Kläger hätten gegenüber Kopp Forderungen in Höhe von über 76 000 Euro. Kopp verweist auf Liquiditätsengpässe…“ Artikel von Oliver Förste in ND vom 07.03.06
Schokolade: Rohstoff des Leidens
„Wenn es um Schokolade geht, ist den Bundesbürgern fast nichts mehr zu teuer – gerade zu Weihnachten. Doch hinter dem süßen Genuss steckt eine bittere Realität: Der Kakao kommt vor allem aus der Elfenbeinküste, und dort werden Kinder als Zwangsarbeiter bei der Ernte eingesetzt…“ Artikel von Franz Kotteder in Süddeutsche Zeitung vom 23.12.2005 
Konflikt bei Iceline Produktions GmbH in Heppenheim
- Was die Stunde schlägt
„Maßregelung von Betriebsräten in hessischem Lebensmittelbetrieb zeigte keine Wirkung. In der Urabstimmung stimmten alle Gewerkschaftsmitglieder für unbefristeten Streik…“ Artikel von Hans-Gerd Öfinger in junge Welt vom 02.12.2005 
- Hausverbot für Betriebsrat
„Kündigungen nach Warnstreik in Heppenheim ausgesprochen. Geschäftsführung will Kosten über neuen Haustarifvertrag senken. Die Öfen blieben kalt. Die Produktion von Pizza, Baguettes und anderen Backwaren sowie Tiefkühlprodukten ruhte. 60 Beschäftigte der Nacht- und Frühschicht der Iceline Produktions GmbH im südhessischen Heppenheim legten am Montag in einem befristeten Warnstreik zwischen vier und 8.30 Uhr die Arbeit nieder. Kurz darauf eskalierte der Konflikt und fand in der fristlosen Entlassung der Betriebsratsvorsitzenden und ihres Stellvertreters seinen vorläufigen Höhepunkt…“ Artikel von Hans-Gerd Öfinger in junge Welt vom 29.11.2005
PepsiCo: Gewerkschaften zerschlagen, Rechte missachten ... und Danone kaufen?
„Gerüchte über das Interesse von PepsiCo an der Übernahme des in Frankreich beheimateten transnationalen Konzerns Danone beleuchten schlagartig die dringende Notwendigkeit einer öffentlichen Überprüfung der Sozial- und Arbeitsbeziehungspolitik von Pepsi. Dabei würde sich zeigen, dass PepsiCo in konsistenter und aggressiver Weise die Rechte und die Würde seiner Arbeitnehmer missachtet, und deutlich gemacht, welcher riesige soziale Schaden die Folge wäre, wenn es tatsächlich zu dieser Übernahme kommen sollte. Danone unterliegt den gleichen Marktzwängen, wie sie für Konzerne im Allgemeinen gelten, Kräften also, die für Gewerkschaften zwangsläufig Konflikte und Kämpfe bedeuten. Das Unternehmen hat sich jedoch dafür entschieden, solche Konflikte und Kämpfe mit Hilfe verantwortungsbewusster Beziehungen zu seinen Arbeitnehmern und zu den Gewerkschaften zu lösen, die die Danone-Arbeitnehmer zur Wahrnehmung ihrer kollektiven Interessen gebildet haben. Das aber kann man von PepsiCo wahrlich nicht sagen…“ Artikel auf der IUL Web-Site vom 21.07.05
Argentinische Parmalat-Arbeiter von Schlägern
der Gewerkschaftsbürokratie überfallen
Nach der weltweiten Pleite von Parmalat Ende 2003
sind unter anderem die argentinischen Parmalatwerke vom im Lande
berüchtigten "Ausschlachtunternehmer" Taselli übernommen
worden. Seit zentraler Programmpunkt: Senkung der Lohnkosten. Etwa
30 Prozent Lohnverzicht sollen die Belegschaften leisten. Die Unterschrift
der peronistischen Gewerkschaftsbürokratie zu einem entsprechenden
"Verzichtsvertrag" liegt nach diversen Meldungen bereits
beim Arbeitsministerium vor. Dagegen hat die Belegschaft und haben
die Betriebskomitees nicht nur protestiert: sie sind Weihnachten
in den Streik getreten und haben das grösste Werk in Carapachay
besetzt. Am 6.Januar 2005 brachen mehrere Hundert Mann, die auf
Lastwagen angekarrt worden waren in den Betrieb ein, schlugen mehrere
Streikende krankenhausreif und zerstörten Maschinen (letzteres,
um die Polizei zum Eingreifen zu bewegen). Die Gewerkschaft der
Milcharbeiter im peronistischen Gewerkschaftsbund hat keineswegs
abgestritten, für den Überfall verantwortlich zu sein:
dem - die Aktion begleitenden - Fernsehsender CronicaTV sagte der
Genberalsekretär der Gewerkschaft ATILRA es sei darum gegangen,
Leute mit "politischen Absichten" daran zu hindern, das
Werk zu zerstören, während seine Gewerkschaft auf der
Seite der Belegschaft stehe. Siehe dazu:
- Die Gewerkschaftsbürokratie unterdrückt die Arbeiter
von Parmalat (Represíón de la burocracia de ATILRA
a los trabajadores de Parmalat)
Der erste (spanische) Bericht
bei Indymedia Argentina
vom 7.Januar 2005 über die Vorfälle in den Parmalatwerken
(weitere Berichte ebenfalls bei Indymedia Argentina)
- Die Arbeiter der U-Bahn Buenos Aires erklären sich solidarisch
mit der Parmalatbelegschaft
Einmal mehr waren es die Beschäftigten der U-Bahn von Buenos
Aires, die als erste ihre Solidarität ausdrückten: die
(spanische) Solidaritätserklärung
vom 8. Januar 2005 bei Indymedia Argentina
Nappo führt die 60-Stunden-Woche ein
- Nappo führt die 60-Stunden-Woche ein. Will die Geschäftsführung
der Traditionsfirma Verluste auf Kosten der Belegschaft wettmachen?
Gewerkschaft spricht von "klarem Gesetzesverstoß".
Artikel
von Alexander Alber in Westdeutsche Zeitung online vom 3.8.04

- Nappo probt die 60-Stunden-Woche. „Deutschlands Politiker,
Gewerkschafter, Professoren und Wirtschaftsbosse reden sich die
Köpfe über die 40-Stunden-Woche heiß. In einem
Betrieb in Krefeld gilt derlei - der Vergleich sei ausnahmsweise
erlaubt - offenbar als Peanuts. Der Süßwarenhersteller
Nappo-Dr. Helle probt die 60-Stunden-Woche - und hat damit einen
Eklat mit der Gewerkschaft ausgelöst…“ Artikel
in Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 06.08.2004

Der Parmalat - Skandal(?) und die Gewerkschaften
Während die Summe des unterschlagenen, verschwunden,
veruntreuten oder was auch immer Geldes täglich grösser wird - Ende
Januar 2004 wird bereits von rund 14 Milliarden Euros gesprochen,
zehn Mal soviel, wie die Summe die zu Beginn des Skandals genannt
wurde - während immer weitere "seriöse" Kreise der europäischen
Wirtschaft in die Affäre gezogen werden, Berlusconi bei der EU die
Erlaubnis zu Sonderprogrammen anfragen lässt: Von den 36.000 Beschäftigten
in Dutzenden von Ländern ist selten, von den Gewerkschaften so gut
wie nie die Rede. Ein kurzer Überblick
Mitte Januar 2004.
Die WTO und das Welternährungssystem
- eine gewerkschaftliche Perspektive
Die wachsende Macht der transnationalen Konzerne in
der Ernährung verändert Produktion und Konsum von Lebensmittel.
Die Verhandlungen, die in Doha begonnen haben, stärken den
Einfluss dieser Konzerne. Eine Publikation der IUF (Internationale
der Gewerkschaften im Ernährungssektor) dokumentiert und untersucht
die Globalisierung der Landwirtschaft und die Rolle der WTO vom
gewerkschaftlichen Standpunkt aus.
(englischsprachige) Dokumentation "The WTO and the World Food
System: A Trade Union Approach"
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