PleitekommunenViele Verkaufsstellen von Lila Bäcker zwischen Lübeck und Rügen haben am Mittwoch keine neue Waren bekommen. Grund: Nach Bekanntwerden des Insolvenzantrages haben die 18 Fahrer des Logistikzentrums in Gägelow (Nordwestmecklenburg) spontan ihre Arbeit niedergelegt. „Wir haben von der Insolvenz aus den Medien erfahren und wussten nicht, wie es weitergeht“, begründen sie ihre Entscheidung gegenüber der OSTSEE-ZEITUNG. Auch das Gehalt sei noch nicht auf dem Konto gewesen. Die Aktion hat Wirkung gezeigt: Nachdem zahlreiche Verkaufsstellen fehlenden Wareneingang gemeldet hatten, soll nach Auskunft der Fahrer am Mittwochvormittag ein Mitglied der Geschäftsführung nach Gägelow gekommen sein – mit dem Hinweis, dass die Gehälter bis kommenden Montag auf den Konten sein soll. Der Frust bei den Fahrern ist groß. Denn: Wie bereits bei der Schließung der Produktionshalle zum 31. Mai 2018 in Gägelow seien sie völlig ahnungslos gewesen. Nicht einmal seien sie von ihrem Arbeitgeber im Vorfeld auf drohende finanzielle Schwierigkeiten hingewiesen worden. „Gespräche finden mit uns so gut wie keine statt“, bemängeln die Fahrer. Natürlich würden sie gerne für Lila Bäcker weiterfahren, aber nicht um jeden Preis: „Wir müssen auch Rechnungen bezahlen.“ (…) In einer anderen Wismarer Filiale teilen sich zwei Frauen die Schichten. Die Nachricht über die Insolvenz hat auch sie überrascht. „Die Geschäftsleitung will noch mitteilen, wie es für uns weitergeht, aber zurzeit wissen wir es nicht…” Artikel von Kerstin Schröder und Michaela Krohn vom 16.01.2019 bei der Ostsee-Zeitung online externer Link, siehe dazu:

  • Nach Insolvenz: Mitarbeiter von „Lila Bäcker“ erhalten Geld – Gewerkschaft und Insolvenzverwalter wollen Unternehmen erhalten New
    Mitarbeiter von „Lila Bäcker“ haben am Montag endlich ihr Dezember-Gehalt bekommen. Gewerkschaft und Insolvenzverwalter wollen das Unternehmen in Gänze erhalten. Am Sonnabend soll es neue Informationen für die Mitarbeiter geben.  Es ist eine Nachricht, die Mut macht: Am Montag konnten die meisten Mitarbeiter der Kette „Unser Heimatbäcker“, zu der „Lila Bäcker“ gehört, in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin endlich „frisches“ Geld auf ihrem Konto verbuchen. Das betrifft alle Beschäftigten, die zuvor eine Abtretungsvereinbarung unterschrieben hatten. „Bis spätestens 17 Uhr müsste bei denen das Dezember-Gehalt auf dem Konto eingegangen sein“, sagt Jörg Dahms, Landeschef der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) in MV. Und er versichert, dass die Gehälter fortlaufend gezahlt würden – auch über die Insolvenzzeit hinaus. Dazu gehöre auch die Vergütung der geleisteten Überstunden der Monate Dezember, Januar und Februar. Dagegen werden etwa 60 000 bislang unbezahlte Überstunden, die vor dem 1. Dezember geleistet worden sind, in der Insolvenzmasse verschwinden. (…) „Gewerkschaft und Insolvenzverwalter wollen dieses Unternehmen in Gänze und im Paket erhalten – mit allen Arbeitsplätzen“, betont der Gewerkschafter. Bis zum 1. März werde nun ein Investor gesucht. Falls dies nicht gelinge, werde das Unternehmen trotzdem weitergeführt. (…) Indes wird der Rechtsstreit um 225 Kündigungen bei der Kette „Unser Heimatbäcker“ in Pasewalk vor etwa einem Jahr vorm Landesarbeitsgericht in Rostock verhandelt. Es gehe um elf Berufungsverfahren, erklärt ein  Gerichtssprecher. Prozesse würden frühestens Mitte 2019 beginnen. In den Verfahren aus Neubrandenburg geht es um fristlose Kündigungen, weil neun Mitarbeiter noch mit der alten, Anfang 2018 abgelösten Geschäftsführung Sondervereinbarungen hatten. Diese schätzt die neue Geschäftsführung der „Lila Bäcker“-Kette wegen hoher Abfindungen als „sittenwidrig und veruntreuend“ ein. Die elf Beschäftigten aus Brandenburg und MV hatten die Prozesse an Arbeitsgerichten 2018 in erster Instanz gewonnen, wogegen die Kette Rechtsmittel eingelegt hat…” Artikel von Bernhard Schmidtbauer und Winfried Wagner vom 22.01.2019 bei der Ostsee-Zeitung online externer Link