DuMont schließt Hauptstadtbüro – DuMont-Betriebsrat: “Blutmond über Berlin”

The European Initiative for Media PluralismDie Medienkonzentration geht einen Schritt weiter: Die Verlagsgruppe Madsack (Hannover) gründet mit Unterstützung der DuMont-Gruppe (Köln) eine gemeinsame Hauptstadtredaktion, DuMont wird zudem “Partner” von Madsacks zentraler Mantelredaktion Redaktionsnetzwerk Deutschland, kurz RND. Das RND beliefert die DuMont-Titel künftig mit überregionalen Geschichten, größtenteils sogar mit fertig produzierten Seiten. DuMont schließt dafür sein bisheriges Hauptstadtbüro, die Redaktionsgemeinschaft, kurz ReGe (über diese Entwicklung habe ich für die “taz” geschrieben). Nun haben die ReGe-MitarbeiterInnen ihre Kündigungen erhalten. Der Betriebsrat der Berliner DuMont-Redaktionen (v.a. “Berliner Zeitung”) schrieb dazu dies an die RedakteurInnen: Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, der mutmaßlich schöne Ausklang dieses Freitags, der Blutmond über Berlin, steht in seltsamen Kontrast zu dem, was tagsüber lief. Hier im Haus. Wir wollen das nicht unkommentiert lassen. Heute hat DuMont, unser Arbeitgeber, den entscheidenden Schritt zur Abwicklung der Hauptstadtredaktion getan. Dafür kam der Geschäftsführer der DuMont Redaktionsgemeinschaft GmbH, Christian Kirschner, extra ins Haus – um 16 Kolleginnen und Kollegen, mehr als jedem Zehnten von uns übrigens, eine Kündigung in die Hand zu drücken. (…) heißt es in einer Mitteilung an den Betriebsrat, es gebe keine Möglichkeit der Weiterbeschäftigung in diesem Haus, also in den übrigen Redaktionen und Teams. Jeder hier weiß – offenbar außer den Geschäftsführungen – dass eine solche Feststellung der Wirklichkeit Hohn spricht. Umgekehrt ist es richtig: Es gibt kein Team in diesem Haus, das keine Verstärkung nötig hätte, nicht selten sogar bitter nötig. Überall fehlt uns Personal für guten Journalismus. Wir können als Betriebsrat diese Kündigungen leider nicht verhindern. Wir können den meisten nicht einmal widersprechen, weil eine Zeitung ein Tendenzbetrieb ist mit weniger Mitbestimmungsrechten als andere. Das haben wir hinzunehmen. Nicht hinnehmen werden wir allerdings den Umgang mit uns…” Dokumentation vom 27. Juli 2018 im Blog von Daniel Bouhs, Medienjournalist externer Link