Solidarische Landwirtschaft weltweit

Bei diesem Konzept, bei dem Konsumenten Bauernhöfe mitfinanzieren, lernen auch Städter etwas über saisonales Essen, Kuhaktien, Feldarbeit und alte Lagertechniken
Eine fehlgeleitete EU-Agrarpolitik mit ihrer einseitigen Subventionierung treibt kleinbäuerliche Vollerwerbsbetriebe in den wirtschaftlichen Ruin. Dagegen setzen sich immer mehr Menschen mit einem neuen Modell zur Wehr: Gemeinschaftlich finanzieren sie die Produktion eines Landwirtschaftsbetriebes und teilen sich alle Erzeugnisse, die er im Laufe eines Jahres produziert
…” Artikel von Susanne Aigner in telepolis vom 05.04.2014 externer Link

  • Aus dem Text: “… Mittlerweile haben Menschen rund um den Erdball das gemeinschaftliche Wirtschaften für sich entdeckt. Werden in den USA auch Bio-Abokisten zum Teil unter CSA zusammengefasst, ist in einigen Ländern die solidarische Landwirtschaft sogar häufig der einzige Weg, an Bio-Lebensmittel heranzukommen. Gerade in den Industrieländern setzen Strukturwandel und fehlende Hofnachfolger die Bauernhöfe unter wirtschaftlichen Druck. Auf der anderen Seite ist das Bewusstsein für Umweltschutz und hochwertige Lebensmittel gestiegen. Nicht umsonst wirtschaften CSA-Betriebe in der Regel ökologisch, denn Ethik und Transparenz sind für eine wachsende Anzahl konsumkritischer Menschen wichtige Kriterien bei der Wahl ihrer Nahrungsmittel. (…) Der kleinbäuerliche Landwirtschaftsbetrieb steht und fällt mit seiner Vermarktungsstruktur. Gefangen in marktwirtschaftlichen Sachzwängen muss der Landwirt normalerweise zusätzlich zu seiner Arbeit auf dem Hof die Vermarktung seiner Produkte organisieren, sonst bleibt er darauf sitzen. Sich nicht um die Vermarktung kümmern zu müssen, bedeutet für Vollerwerbslandwirte der SoLaWi eine deutliche Entlastung. Sie haben Planungssicherheit und ein gesichertes Einkommen. Sie können ihre Arbeitskraft zu Hundert Prozent auf dem Hof einbringen. Sie kennen die Abnehmer ihrer Produkte persönlich, was ihre Arbeitsmotivation noch steigert. Gleichzeitig vergrößert sich ihr Gestaltungsspielraum: So werden die Bodenfruchtbarkeit gefördert, samenfeste Sorten angebaut oder mit neuen Anbauformen experimentiert. Und – soweit vorhanden – bleibt genug Zeit für die Betreuung der Tiere…”