INKOTA-Stellungnahme zu Hilfen für Bauern und Bäuerinnen wegen Ernteausfällen: Agrarökologische Förderung

Spargelernte: KnochenarbeitHeute hat das Bundeskabinett in Berlin über Hilfsforderungen deutscher Bauern aufgrund von Ernteausfällen wegen der anhaltenden Trockenheit und Hitze beraten. Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hat Medienberichten zufolge den von der Dürre geschädigten Landwirten bis zu 340 Millionen Euro Hilfe zugesagt. Jeweils die Hälfte soll vom Bund und von den Ländern kommen. (…) Die Debatte um Entschädigungszahlungen für Bauern und Bäuerinnen in Deutschland zeigt vor allem: Wir brauchen eine Agrarwende in Deutschland, Europa und weltweit. Zweifelsohne leiden bestimmte Landwirte und Landwirtinnen in Deutschland unter der diesjährigen Dürre und damit unter den Folgen des Klimawandels. Besonders betroffene Bauern und Bäuerinnen verdienen unsere Solidarität und müssen finanziell unterstützt werden. Doch viele der Bäuerinnen und Bauern, die jetzt auf Entschädigung pochen, tragen gleichzeitig durch industrielle Landwirtschaft selbst in enormen Maße zum Klimawandel bei. Mittelfristig und langfristig müssen daher Anbausysteme gefördert werden, die zum Beispiel mittels Fruchtfolgen oder Agroforstsystemen einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Nicht vergessen sollten wir außerdem die Kleinbäuerinnen und -bauern aus Afrika, Asien oder Lateinamerika, die in viel geringerem Maße zum Klimawandel beitragen, aber viel stärker unter den Folgen leiden. Wir leben in einem globalen Zeitalter: Die Bundesregierung sollte Entwicklungs-, Klima- und Landwirtschaftspolitik deshalb besser zusammendenken und daher Agrarökologie zum Schwerpunkt ihrer landwirtschaftlichen Förderpraxis machen.“ Pressemitteilung von INKOTA vom 22.08.2018 externer Link . Siehe zum Hintergrund:

  • Hitzewelle: Bauern bekommen Entschädigung. Kombination aus zu wenig Regen und großer Hitze führte zum Teil zu erheblichen Ernteausfällen
    Die Bundesregierung will 150 bis 170 Millionen Euro für die von Ernteausfällen betroffenen Bauern zur Verfügung stellen. Voraussichtlich 14 Bundesländer werden sich an einem gemeinsamen Hilfsprogramm beteiligen und nochmal so viel wie der Bund beitragen. Das teilt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft mit. Grund ist die außergewöhnliche Hitzewelle, die mit einer extremen Dürre einher geht. In einigen Landesteilen hält sie nach wie vor an, neigt aber langsam dem Ende zu. Rund 10.000 Betriebe seien in ihrer Existenz gefährdet, heißt es im Ministerium. Mit durchschnittlich -31 Prozent fiel die Getreideernte am schlechtesten in Schleswig-Holstein aus. Betroffen sei unter anderem auch die Futtermittelproduktion. Betriebe seien zu Zukäufen gezwungen, und es drohe daher, dass die Rinderbestände verkleinert werden…” Bericht von Wolfgang Pomrehn vom 23. August 2018 bei telepolis externer Link