[TV] Moderne Sklaven im Führerhaus. Organisierte Kriminalität in Osteuropa – und wie deutsche Großspediteure davon profitieren – und weitere Recherchen von Camion Pro

Dossier

stop inhuman working conditions in road transportMiese Bezahlung, ein Leben in der Fahrerkabine und verdreckte Raststätten: So sieht der Alltag von Fernfahrern heute oft aus. Immer mehr deutsche Speditionen melden ihre Flotten in Osteuropa an, um Kosten weiter zu senken…” Vorankündigung beim ARD zum ARD-Magazin PlusMinus am 14.12.2016 externer Link. Siehe dazu u.a. den Hintergrund bei Camion Pro, einem Verband der Kleinspediteure und selbstfahrenden Unternehmer:

  • In Deutschland ausgebeutet und allein gelassen: Das gefährliche Leben ausländischer LKW-Fahrer
    Ausländische LKW-Fahrer halten die deutsche Wirtschaft am Laufen. Für Hungerlöhne karren sie nicht selten übermüdet Waren kreuz und quer durch Deutschland. Unfälle häufen sich. Kontrolliert wird dabei in Deutschland viel zu selten, meinen Insider gegenüber report München…” Text des Report-Beitrags vom 14.2.2017 externer Link, an dem erneut der Verband der Kleinspediteure Camion Pro mitgewirkt hat, und das Video bei Youtube externer Link (6,5 min) sowie ein Kommentar von Karsten Weber:
    Die Informationen, teilweise sogar die Bilder, sind denjenigen bekannt, die die letzten Dokus auch gesehen haben. Diese TV Beiträge kommen bei den Fahrern nicht gut an. 1. Sie  interessieren  sich  oftmals  nur  wenig  für die Bedingungen,   unter  denen  “Lolek  und  Bolek”  (Truckerslang  für “Osteuropäer”) leben und arbeiten. 2. Sie haben Angst vor einem noch schlechteren Ruf in der “Öffentlichkeit”. Besonders schlimm finden sie die Erwähnung von Unfällen, die durch LKW verursacht worden sind. Sie berufen sich darauf, daß es keinerlei offizielle Statistiken dazu gibt. Das ist wahr und ein echter Skandal. Statt eine Erforschung der Unfallzahlen und dann die Bekampfung Ursachen zu fordern, ziehen sie es vor, daß das Thema weiterhin verschwiegen wird. Sie wollen vom Normalbürger nicht als “Gefährder” gesehen werden. Zu Punkt 1.) So groß die Klappe vieler Fahrer sein mag, so klein ist ihr Selbstbewußtstsein. Immer wenn darauf hingewiesen wird, daß das Lohndumping nicht von den osteuropäischen Kollegen verursacht wird, sondern von den Deutschen Großlogistikern, wollen sie davon nichts wissen. Vor einem starken Gegner knicken sie ein. Sie wollen oftmals ihren  Frust  lieber an jemandem abreagieren, der schwächer ist, als sie selbst. Der in den Filmbeiträgen immer wieder erwähnte “Kraftfahrerkreis” ist eine Fahrerinitiave unter den Fittichen von Verdi. Der  in  den  Dokumentationen  immer  wieder  auftauchende belgische Polizeibeamte  ist stsicherlich wohlmeinend, doch gibt es Gründe zur Kritik.  Er  tritt auch bei Fahrerveranstaltungen in Deutschland als Redner auf.  Es  liegt  wohl  in  der  Natur der Sache, bzw. seines Berufs, daß er nicht an die Macht der Solidarität glaubt, sondern an die Macht des Staates, der die Probleme regeln soll. Seine Forderung, das Wochenende nicht in der Kabine verbringen zu dürfen, wird inzwischen von vielen deutschen Fahrern nachgebetet. Sie selbst wären kaum betroffen davon. Die Konsequenz wären wohl sparkige Massenherbergen und Containerdörfer, in denen osteuropäische Fahrer abgezockt werden.”
  • Lkw-Abgasskandal: Ausmaß weit größer als befürchtet
    “Aus einer aktuellen Studie der Universität Heidelberg geht hervor, dass 23 Prozent, möglicherweise sogar bis zu 40 Prozent aller osteuropäischen Lkw in Deutschland sogenannte AdBlue-Killer zur Manipulation der Abgasreinigungsanlage verwenden. Demnach dürfte die Zahl manipulierter Lkw rund knapp doppelt so hoch sein, wie bisher angenommen. (…) Camion-Pro-Vorstand Andreas Mossyrsch: „Die Umweltbelastungen durch die manipulierten Lkw sind vermutlich doppelt so hoch wie bisher angenommen. Damit dürften die Umweltschäden sogar größer sein als die durch die VW-Manipulationen.“ Die Studie wurde zum Nachweis möglicher, groß angelegter Manipulationen und daraus entstandener Umweltschäden von Camion Pro und ZDF in Auftrag gegeben.” Pressemitteilung von und bei Camion Pro vom Ende Januar 2017 externer Link
  • Die Spur des Geldes. Die Camion-Pro-Dokumentation „Spur des Geldes“, über organisiertes Verbrechen in der osteuropäischen Transportwirtschaft, wird zur Vorlage von zwei ZDF-Dokumentationen!
    Organisiertes Verbrechen, Sozialdumping an der Grenze zum Menschenhandel, gigantische Schäden für die osteuropäischen Volkswirtschaften und Steuer- und Sozialversicherungsverluste in hohen dreistelligen Millionenbeträgen für den deutschen Staat. Was Andreas Mossyrsch als „krimineller Unternehmer Frank Meinhard“ mit seiner „Scheinfirma“ Anfang 2016 in Bukarest aufgedeckt hat, hat es in sich. Camion Pro hat darüber nun einen Dokumentarfilm produziert, der auch als Vorlage von mehreren ZDF-Fernseh-Dokumentationen dient. (…) Die Recherchen von Camion Pro sind auch Grundlagen mehrerer öffentlich-rechtlicher Fernsehproduktionen, die demnächst im Abendprogramm ausgestrahlt werden. Zwei Autoren des ZDF haben zusammen mit Andreas Mossyrsch monatelang in verschieden Ländern Europas recherchiert und ebenfalls Erstaunliches dokumentieren können. Der Dokumentarfilm „Spur des Geldes“ erscheint in Kürze in den Sozialen Medien. Ein Trailer ist nun verfügbar.” Meldung von und bei Camion Pro e.V. externer Link (ohne Datum, aber frisch)
  • Organisierte Kriminalität in Osteuropa – und wie deutsche Großspediteure davon profitieren. Der rumänische Spediteur Frank Meinhard packt aus.
    “Frank Meinhard ist ein skrupelloser Geschäftsmann mit reichlich krimineller Energie. Das Projekt des dubiosen Unternehmers: osteuropäische Fahrer mit Sozialdumping in Deutschland ausbeuten. Dafür sollen Unterlagen und Dokumente gefälscht sowie die Aufzeichnungsgeräte in Lkw manipuliert werden. Zu diesem Zweck „gründet“ Frank Meinhard ein Transportunternehmen, die „Trans Gloria Freight“ (TGF) in Bukarest. Aufgrund von Inseraten, in denen die TGF Fahrer, Disponenten und Manager sucht, melden sich zahlreiche Insider, die in den Vorstellungsgesprächen offen von ihren Erfahrungen und Insiderkenntnissen erzählen. Aber auch andere „Interessierte“ suchen den Kontakt zu dem Deutschen. Frank Meinhard wird schnell zum geschätzten Gesprächspartner der organisierten Kriminalität in der Millionenmetropole Bukarest. Nach wenigen Tagen hat Frank Meinhard wichtige Kontakte zu Kriminellen, die digitale Tachos manipulieren, Lkw-Elektronik außer Gefecht setzen, „Urkunden“ besorgen und Fahrer vermitteln können. Auch offizielle Stellen und Rechtsanwälte bieten Unterstützung an und offenbaren Erstaunliches. (…) Frank Meinhard heißt in Wirklichkeit Andreas Mossyrsch und ist Vorstand von Camion Pro e.V., einem Berufsverband für die Transportbranche, der seit Jahren gegen Sozialdumping kämpft. Andreas Mossyrsch hat als Frank Meinhard monatelang in Deutschland und in Rumänien, als Geschäftsführer seines erfundenen „Unternehmens“ „Trans Gloria Freight“, in den Niederungen der Transportbranche recherchiert. Dabei hat er Geschäftskontakte geknüpft und Verhältnisse aufgedeckt, die man vielleicht in Lateinamerika oder Bangladesch vermutet hätte. (…) Die ganze Geschichte von Frank Meinhard erfahren Sie in den nächsten Wochen …” Bericht mit Fortsetzungen von und bei Camion Pro externer Link (undatiert)
  • Camion Pro hat die Redaktion seit Oktober 2016 bei den Recherchen unterstützt. Neben einem Interview mit dem Camion Pro Vorstand Andreas Mossyrsch werden auch einige Ausschnitte des neuen Camion-Pro-Dokumentarfilms zu sehen sein. Anfang 2017 wird Camion Pro einen eigenen Dokumentarfilm zum Thema Wirtschaftskriminalität und Sozialdumping bei osteuropäischen Logistikunternehmen vorstellen…
  • Verkehrte Welt: Ausgerechnet ein Verband der Kleinspediteure und selbstfahrenden Unternehmer zeigt die interessantesten Initiativen zur Zeit. Es wird die Automobil/LKW Industrie verklagt, mehrsprache Infoblätter für osteuropäische Fahrer verbreitet und sie werden vom Verband unterstützt, den Mindestlohn bei Fahrten in Deutschland einzuklagen. Der Verbandsvorsitzende hat under cover mit Knopflochkamera in Osteuropa recherchiert, was nun als Dokumentarfilm und in verschiedenen TV Produktionen an die Öffentlichkeit kommen soll: Wie man für 48,-€ in Rumänien einen Konzern gründet.