Wie die Post durch Umbau die Löhne drücken will – ver.di lehnt Gemeinschaftsbetrieb ab

Arbeiten zum Hungerlohn? Wehrt Euch!Laut einem Zeitungsbericht strebt die Deutschen Post einen weitreichenden Umbau des Konzerns an. Mitarbeiter und Gewerkschafter fürchten, es gehe vor allem darum, die Niveaus von Löhnen und Arbeitsbedingungen zu drücken. Und das mitten in der Tarifrunde. Bei einem Konzern, an dem die Bundesrepublik fast ein Viertel der Aktien hält. Wie die »Welt« unter Berufung auf interne Unterlagen schreibt, soll ein neuer Gesamtbetrieb für die Zustellung von Briefen und Paketen geschaffen werden, in diesem sollen dann die nach Haustarifvertrag angestellten Mitarbeiter der Deutschen Post AG mit den Beschäftigten der vor zwei Jahren gegründeten Billig-Tochter DHL Delivery GmbH zusammenarbeiten. Deren 36 Regionalgesellschaften sollen zum Mai 2018 in die Niederlassungen der Deutschen Post integriert werden. Der Punkt ist: Bei Delivery liegen die Einkommen im Schnitt »um etwa ein Viertel niedriger – ein typischer Stundenlohn sind etwa zwölf Euro. Zudem ist die Wochenarbeitszeit um eineinhalb Stunden länger, auch sind die Pausen kürzer und die Zuschläge für Überstunden geringer«, so schreibt es die »Welt«...” OXI-Überblick vom 12.03.2018 externer Link, siehe dazu ver.di und weitere Infos:

  • Der erfolgreiche Weg der Post AG zur unmittelbaren Konkurrenz ihrer Beschäftigten – Rückblick auf die Auseinandersetzungen 2015 New
    “… Nun wurde bekannt, dass die Deutsche Post AG wieder einmal einen Konzernumbau plant, um im heiß umkämpften Paketgeschäft wettbewerbsfähig zu bleiben. Der Dax-Konzern ist derzeit dabei, einen neuen Gesamtbetrieb für all seine Briefträger und Paketboten zu gründen. Künftig sollen in dieser neuen Gesellschaft alle Zusteller unter einem Dach arbeiten, egal ob sie nach Haustarifvertrag oder bei den 2015 gegründeten Billig-Tochterfirmen arbeiten. Eine paar Tage zuvor wurde der von der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di geführte unbefristete Streik und damit auch der Tarifkonflikt beendet. Die Konzerntarifkommission hat am 28. Februar entschieden, eine Mitgliederbefragung zum vorgelegten Tarifangebot durchzuführen. Diese wird in der Zeit vom 12. März bis 6. April 2018 in den Betrieben der Deutschen Post AG durchgeführt. Bevor die ver.di Mitglieder ihr Votum abgeben, können sie im Folgenden noch einmal die harten Tarifauseinandersetzungen im Jahr 2015 Revue passieren lassen, bei denen es vor allem um die für die Paketzustellung gegründeten 46 regionalen DHL Delivery GmbHs ging. Die regionalen GmbHs konnten nicht verhindert werden und eben diese sollen nun Vorbild für die so genannten Gemeinschaftsbetriebe unter dem Dach der Deutschen Post AG sein. Dort werden dann in ein und derselben Postniederlassung die Beschäftigten mit unterschiedlichen Stundenlöhnen, Wochenarbeitszeiten oder auch Pausenzeiten tätig sein und die Post kann das lange geplante Ziel verwirklichen, Löhne und Arbeitsbedingungen weiter zu verschlechtern. (…) Über die Akzeptanz der Verhandlungsergebnisse aus dem aktuellen Arbeitskampf will ver.di vom 12. März bis 6. April 2018 eine Mitgliederbefragung durchführen. Diese Mitgliederbefragung findet nach den Regularien der Arbeitskampfrichtlinie von ver.di statt. Damit gelten dieselben Regeln wie bei einer Urabstimmung zum Streik. Das bedeutet: Wenn mehr als 75 Prozent mit „NEIN“ gegen die Annahme des Angebotes stimmen – und damit für einen Streik – sind die Voraussetzungen für einen Arbeitskampf gegeben. Stimmen mehr als 25 Prozent mit „JA“ für die Annahme des Angebotes, sind die Voraussetzungen für eine Annahme des Angebotes gegeben..” Artikel vom 21. März 2018 vom und beim Gewerkschaftsforum Dortmund externer LinkDer Artikel soll noch einmal die harten Tarifauseinandersetzungen im Jahr 2015 Revue passieren lassen und ein wenig Entscheidungshilfe bei der Mitgliederbefragung geben”
  • ver.di lehnt Gemeinschaftsbetrieb ab
    “„Wenn die Deutsche Post AG nach zwei Jahren Betriebspraxis erkennt, dass die Doppelstruktur von Regionalgesellschaften und Deutscher Post AG ein Irrweg ist, kann man dem Management nur anraten, sie ganz aufzulösen und die Beschäftigten der Regionalgesellschaften in den bestehenden Haustarif der Deutsche Post AG zu überführen“, sagte die stellvertretende Vorsitzende der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) Andrea Kocsis. (…) „Regionale Flächentarifverträge mit unterschiedlichen Arbeits- und Bezahlungsbedingungen gehören nicht unter das Dach der Deutschen Post AG. Der Gemeinschaftsbetrieb ist tarifpolitisch äußerst brisant. Das lehnen wir ab“, sagte Kocsis.” ver.di-Pressemitteilung vom 12.März 2018 externer Link
  • Konzernumbau: Deutsche Post riskiert Aufstand der Briefträger
    “… Unter den 130.000 Beschäftigten bei der Deutschen Post herrscht Unruhe. Grund dafür ist ein weitreichender Umbau im Postkonzern: Nach WELT-Informationen gründet die Post gerade einen neuen Gesamtbetrieb für die Zustellung von Briefen und Paketen. Darin werden die nach Haustarifvertrag angestellten Mitarbeiter der Deutschen Post Aktiengesellschaft unmittelbar mit den Kollegen der vor zwei Jahren gegründeten Billig-Tochterfirma Delivery zusammenarbeiten. Umgesetzt wird dies bereits in wenigen Wochen zum 1. Mai. Unter dem Dach ein und derselben Postniederlassung sind dann Kollegen mit unterschiedlichen Stundenlöhnen, Wochenarbeitszeiten oder auch Pausenzeiten tätig. Die Gewerkschaften sehen dahinter das Ziel des Managements, Löhne und Arbeitsbedingungen verschlechtern zu wollen. „Wir befürchten, dass das Lohnniveau bei der Post auf Dauer abgesenkt werden soll“, sagte Christina Dahlhaus, Bundesvorsitzende der Fachgewerkschaft DPVKOM, gegenüber WELT. (…) In einem vertraulichen Manuskript der Deutschen Post wird extra darauf hingewiesen, dass der Leiter eines Postdepots ein Weisungsrecht gegenüber allen Beschäftigten hat – egal zu welchem Firmenteil sie gehören. Denn die Bedingungen bleiben unverändert: „Für die Beschäftigten kommen weiterhin die Tarifverträge der Deutschen Post AG beziehungsweise Spedition-Logistik zur Anwendung“, heißt es in dem Geheimpapier. Die Ungleichheit im Unternehmen wird dadurch größer. Bislang gibt es unter den Postboten des Mutterkonzerns schon den Unterschied zwischen Postbeamten und Postangestellten, was sich im Monatslohn bis hin zu den Pensionen auswirkt. Nun wird es eine neue Ebene geben…” Artikel von Birger Nicolai vom 12. März 2018 bei der Welt online externer Link