stop inhuman working conditions in road transportEin ukrainischer Mitarbeiter eines süddeutschen Logistikunternehmens wurde in Erding bei München von einem Schlägertrupp brutal zusammengeschlagen, weil er nach acht Wochen Arbeit seinen Lohn eingefordert hat. Die Schläger waren ebenfalls Mitarbeiter des Subunternehmens, das für den Logistikriesen GLS arbeitet. Victor Ovcharenko, so der Name des Opfers, war aus der Ukraine nach Deutschland gekommen, um für den Subunternehmer zu arbeiten. Von diesem habe er gefälschte rumänische Pässe erhalten und es sei ein Stundenlohn von sechs Euro versprochen worden, so berichten Zeugen. Doch tatsächlich seien nur 380 Euro ausgezahlt worden. Den Rest des Gehalts hätten sie nie gesehen. Als sie ihr Gehalt verlangt hätten, seien sie verprügelt worden. Victor Ovcharenko starb darauf im Münchner Klinikum Schwabing. Der Fall wird derzeit vor dem Landgericht Landshut verhandelt. Fünf Männer, Litauen und Letten sind des versuchten Totschlags angeklagt. Der Fall zeigt auf, wie rau und auch brutal es im Logistikbereich zugehen kann.” Beitrag zur Sendung Report am 28.11.2018 samt Text und Video des Beitrags externer Link . Siehe nun dazu:

  • Mitarbeiter »entsorgt«. Erding: Ukrainer zu Tode geprügelt. Kollegen vom Chef beauftragt? New
    Nachdem er seinen Lohn eingefordert hatte, wurde im November 2017 ein als Leiharbeiter für den Paketdienstleister GLS tätiger 51jähriger Ukrainer zu Tode geprügelt. Fünf ehemalige Kollegen wurden am Mittwoch wegen dieser Tat verurteilt. »Sie alle haben Familien und Freunde in der Heimat zurückgelassen, um Arbeit zu finden und ihren Lebensunterhalt zu bestreiten«, sagte der Anwalt der Witwe in seinem Schlussvortrag in dem Verfahren vor dem Landgericht Landshut in Richtung der Angeklagten. Sie landeten bei einer Zeitarbeitsfirma, die Arbeiter an den großen Paketdienstleister verlieh. »Das haben Sie mit ihren Opfern gemeinsam«, so Rechtsanwalt Korbinian Ortner weiter. Für keinen von ihnen habe sich jedoch »die Suche nach einem besseren Leben« erfüllt. Sie wurden um ihren Lohn geprellt, landen im Gefängnis oder bezahlten mit dem Leben. (…) Drei der Angeklagten springen aus dem Sprinter und gehen auf das zweite Firmenfahrzeug zu. Sofort schlagen sie auf einen Kollegen ein, der aus dem Opel steigt, um sie zu begrüßen. Dem Kollegen gelingt es jedoch, sich in das Fahrzeug zu retten und die Tür zu schließen. Doch dann verlässt das spätere Opfer den Zafira und flieht. Die Schläger nehmen die Verfolgung auf, prügeln auf ihn ein und bringen ihn zu Boden. Die Angreifer verlassen den Tatort, ihr Opfer bleibt schwerverletzt zurück und wird seinen Verletzungen erliegen. Bei dem Angriff sollen eine Flasche und eine Eisenstange eingesetzt worden sein. Die Angeklagten stellen den Ablauf, soweit sie sich überhaupt äußern, anders dar. Sie seien zu dem Parkplatz gefahren, um sich mit den Kollegen zu unterhalten, und seien dabei angegriffen worden. Als sie sich gewehrt hätten, sei alles eskaliert. Das Opfer sei ohne ihre Einwirkung zu Fall gekommen und habe sich den Kopf angeschlagen. Dem widerspricht die Staatsanwaltschaft mit der Einlassung eines unbeteiligten Zeugen, der eine »rationale Vorgehensweise« schilderte. Nach der Tat hätten die Angreifer demnach »ruhig, gelassen und ganz ohne Eile« den Parkplatz verlassen. (…) Das Ziel: die »lästig gewordenen Geschädigten loszuwerden«. Die hatten zuvor ausstehende Lohnzahlungen eingefordert, die ihnen mehrfach verweigert wurden. An dem Tag habe sie ein weiterer Mitarbeiter unter einem Vorwand ohne Fahrzeugschlüssel auf dem Parkplatz zurückgelassen. (…) Das Schwurgericht am Landgericht Landshut war jedoch überzeugt, dass die Angeklagten ausrückten, um ihren Kollegen eine »Abreibung« zu verpassen, wobei allerdings der Tod des Kollegen nicht geplant gewesen sei. Die drei Haupttäter, zwei Litauer und ein Lette im Alter von 22, 26 und 34 Jahren, wurden wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu Haftstrafen von sechs bis sieben Jahren verurteilt. Die beiden Helfer aus Lettland im Alter von 38 und 47 Jahren, die die anderen zum Tatort gelotst beziehungsweise gefahren hatten, wurden wegen Beihilfe zu je zwei Jahren und vier Monaten Gefängnis verurteilt. Ob die Anweisung zu der Tat aus der Geschäftsführung der Zeitarbeitsfirma EVB kam, konnte das Gericht nicht klären. GLS hat die »Zusammenarbeit« mit der Firma dem Vernehmen nach inzwischen eingestellt…” Artikel von Sebastian Lipp in der jungen Welt vom 21.12.2018 externer Link