Tarifverhandlungen der Deutschen Post AG 2013

Dossier

  • Abschluss: 5,7 Prozent für die Tarifkräfte bei der Post
    „Spürbar mehr Geld gibt es für die 132.000 Tarifbeschäftigten bei der Post. Ein „starkes Tarifergebnis“, freute sich ver.di-Verhandlungsführerin Andrea Kocsis. Zum 1. August 2013 bekommen die Postler/innen 3,1 Prozent mehr Gehalt. Und zum 1. Oktober werden noch einmal 2,6 Prozent obendrauf gepackt. Alles zusammen sind es dann 5,7 Prozent mehr im Geldbeutel. Doch es gibt einen weiteren Grund zum Freuen, denn es wurde als soziale Komponente eine garantierte Lohnerhöhung eingebaut. Und die beträgt 2.200 Euro. Das bedeutet, diese Summe bekommt jede Tarifkraft über die Laufzeit des Tarifvertrags. Wird die Summe nicht über die beiden Lohnerhöhungen von 5,7 Prozent erreicht, dann wird das fehlende Geld aufgestockt. Dieser Betrag wird individuell für jeden einzeln berechnet und bereits zum 1. August 2013 als Einmalbetrag ausgezahlt. Auszubildende und Studierende an Berufsakademien bekommen rückwirkend ab 1. April 5,7 Prozent mehr Vergütung. Der Tarifabschluss hat eine Laufzeit von 26 Monaten bis zum 31. Mai 2015. Die Beamtinnen und Beamten bekommen im Juli 2013 und im April 2014 jeweils eine Einmalzahlung von 200 Euro. Die Postzulage wird zum 1. Oktober 2013 neu geregelt, indem die Auszahlung künftig auf Basis der individuellen Bezüge erfolgt.“ Presemitteilung von ver.di vom 26.04.2013 externer Link Siehe dazu:

    • Tarifabschluss bei der Deutschen Post: Oberfauler Kompromiss
      „Wir Beschäftigten hatten Schlechtes befürchtet, dass es jedoch so schlecht kommt, haben selbst die PessimistInnen unter uns nicht erwartet. Ohne reale Not und mit einer sehr gut organisierten kampfbereiten Postbelegschaft im Rücken unterwirft sich ver.di dem Strukturgejammere der Deutschen Post AG/DHL und verkauft das makabre Ergebnis noch als Erfolg.6 Prozent und eine Laufzeit von 12 Monaten hatte ver.di für die 132.000 Tarifbeschäftigten gefordert. Rausgekommen ist eine zweistufige Gehaltserhöhung von 3,1 Prozent ab August 2013 und 2,6 Prozent ab Oktober 2014 – was gerade knapp über der Inflationsrate liegt. Da bleibt nur inständig zu hoffen, dass diese nicht steigt.
      Vom versprochenen „kräftigen Zugriff“ auf die immensen Postgewinne ist genauso wenig zu spüren wie von der „Stärkung der Binnennachfrage“. Auch das von ver.di proklamierte und beabsichtigte “UmFairteilen” fällt die nächsten 26 Monate – so lange ist nämlich die Laufzeit – für uns PostlerInnen aus…Kommentar von Nina Berger auf arbeitermacht vom 28. April 2013 externer Link
  • Warnstreiks bei der Post gehen weiter
    „Die Warnstreiks bei der Post gehen weiter: Die Briefträger sollen zwar wieder an die Arbeit gehen, dafür legen die Beschäftigten in einer Reihe von Verteilerzentren die Arbeit nieder. Auch das werden die Kunden zu spüren bekommen…“  Meldung in der Frankfurter Rundschau vom 18.04.2013 externer Link
  • Warnstreiks bei der Post sind legitim
    Der Ausstand der Post-Beschäftigten ist legitim. Es wäre fatal, wenn sich Arbeitnehmer immer an den niedrigsten Einkommen einer Branche orientieren würden. Kommentar von Eva Roth in der Frankfurter Rundschau vom 18.04.2013 externer Link
  • Postler streiken für mehr Lohn
    „Der gewohnte Service rund um Briefe, Pakete und Filialen könnte in den nächsten Tagen zum Stocken kommen, denn die Postler/innen streiken für mehr Lohn. Zu den Warnstreiks hatte ver.di aufgerufen, nachdem die zweite Verhandlungsrunde im Tarifkonflikt der Deutschen Post AG ohne Ergebnis geblieben ist. ver.di fordert für die rund 132.000 Tarifbeschäftigten der Post linear sechs Prozent mehr Einkommen. Mindestens aber soll jeder 140 Euro mehr verdienen. Die Auszubildenden und Studierenden an Berufsakademien sollen 65 Euro mehr bekommen. Gekündigt ist der Tarifvertrag zum 1. April 2013, der neue soll zwölf Monate gelten. Für die rund 43.000 Beamten/innen will ver.di auch die Postzulage neu fassen. Darin ist eine Sonderzahlung für die Bundesbeamten bei der Post geregelt…“ Pressemitteilung von ver.di vom 16.04.2013 externer Link