rynair lowest wagesDie für Dumpinglöhne und schlechte Arbeitsbedingungen bekannte Billigfluglinie Ryanair beschäftigt einen Großteil seiner Flugbegleiter auf Leiharbeitsbasis möglicherweise illegal. Denn diese sind bei irischen Leiharbeitsfirmen angestellt, die in Deutschland gar keine Erlaubnis zur Arbeitnehmerüberlassung haben, wie die Bundesregierung auf eine Frage des LINKE-Bundestagsabgeordneten Pascal Meiser bestätigte. Eine solche Genehmigung müsste bei der Bundesagentur für Arbeit beantragt werden. Allein 700 der rund 1000 in Deutschland tätigen Flugbegleiter haben nach Angaben Meisers Arbeitsverträge bei dem Unternehmen Crewlink Ireland Limited mit Sitz in Dublin unterschrieben. Ein kleinerer, nicht genau bezifferbarer Anteil entfalle auf Workforce International Contractors Limited. Sollte sich der Verdacht der illegalen Arbeitnehmerüberlassung bestätigen, »muss dies umgehend unterbunden werden«, forderte Meiser. Nach seiner Auffassung würden dann sämtliche Leiharbeitsverhältnisse automatisch auf Ryanair übergehen. (…) Die Fluggesellschaft wies die Vorwürfe am Donnerstag als »unwahr« zurück. Ryanair und seine Dienstleister agierten vollständig nach EU-Recht, erklärte Kommunikationschef Robin Kiely. Überprüfen könnten das die deutschen Zollbehörden. Diese sind laut Bundesarbeitsministerium für die Aufdeckung und Verfolgung von illegaler Arbeitnehmerüberlassung zuständig und werden nun von den Ryanair-Kritikern in die Pflicht genommen. (…) Die Generalzolldirektion betont auf nd-Nachfrage, dass die zuständige Finanzkontrolle Schwarzarbeit nicht ohne Verdacht prüfen dürfe. Ob die aktuellen Hinweise Verdacht genug sind, um Ermittlungen aufzunehmen, darüber kann sie wiederum aufgrund des Sozialdatenschutzes nichts sagen. Die Gewerkschaft ver.di jedenfalls würde es begrüßen…” Artikel von Ines Wallrodt vom 25.10.2018 beim ND online externer Link, siehe dazu:

  • Rechtsverstöße: ver.di fordert Betriebsrat bei Ryanair – Gewerkschaft will mehr Kontrollen bei der Leiharbeit New
    “Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat nach den neuen Medienberichten über Ryanair erklärt, sie wolle mit dem Unternehmen über die Vorwürfe reden. „Ryanair muss sich wie alle anderen Unternehmen an geltendes deutsches Recht halten. Die Vorwürfe werden auch in den Tarifverhandlungen angesprochen“, erklärte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Christine Behle. „Es muss jetzt dringend ein Betriebsrat bei Ryanair installiert werden, um die notwendige Kontrolle zu gewährleisten. Dazu brauchen wir die Hilfe der Politik.“ Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hatte bei einem Besuch der Streikenden in Frankfurt erklärt, er wolle die Streichung der Ausnahme von fliegendem Personal im Betriebsverfassungsgesetz § 117 durchsetzen, um Mitbestimmung nach deutschem Recht zu ermöglichen. Das manager magazin berichtete jetzt über den Umgang mit erkrankten Beschäftigten sowie das unzulässige Anlegen von Krankenakten und wies auf die Beschäftigung von Leiharbeitern durch irische Firmen in Deutschland hin, die keine Erlaubnis zur Arbeitnehmerüberlassung haben. „Die Anzahl der Leiharbeitsverträge ist viel zu hoch. Die Beschäftigungen müssen schnellstens in unbefristete Arbeitsverhältnisse bei Ryanair umgewandelt werden“, sagte Behle. Sie wünsche sich für Ryanair „eine zeitnahe Erhöhung der Kontrolldichte durch die staatlichen Institutionen“. Da die Bundesagentur für Arbeit die aktuell fehlende „Erlaubnis zur Arbeitnehmerüberlassung“ der irischen Leiharbeitsfirmen Crewlink und Workforce bestätigt habe, müsse nun der Zoll ermitteln.“ Pressemitteilung von ver.di vom 25.10.2018 externer Link
  • Ryanair: Großteil des Kabinenpersonals offenbar illegal beschäftigt
    „Ryanair beschäftigt offenbar den Großteil des Kabinenpersonals in Deutschland illegal. Dies berichtet das manager magazin. Die in Irland beheimatete Billig-Airline ist die nach Passagierzahlen größte Billigfluglinie Europas. Den beiden irischen Leiharbeitsfirmen Crewlink und Workforce, über die Ryanair rund 700 Flugbegleiter in Deutschland beschäftigt, fehlt die für den Einsatz in Deutschland gesetzlich vorgeschriebene “Erlaubnis zur Arbeitnehmerüberlassung”. Dies bestätigte die Bundesagentur für Arbeit dem manager magazin. Crewlink hat eine solche Erlaubnis nach Informationen des manager magazins nur für zwölf Monate besessen, Workforce nie. Ryanair schweigt dazu. Der Zoll soll ermitteln. Rund 700 Leiharbeiter könnten wohl mit großen Erfolgsaussichten auf eine Anstellung durch Ryanair klagen. Ryanair droht zudem Ärger wegen Verstößen gegen Datenschutzbestimmungen. So lässt die Airline nach Recherchen des manager magazins über ihre Mitarbeiter detaillierte Krankheitsakten anlegen. Ryanair erklärt dazu: “Wie alle Organisationen regeln wir Fehlzeiten.” Artikel von Jonas Rest in manager magazin vom 25.10.2018 externer Link