Dossier

rynair lowest wagesDeutsche Piloten haben Ryanairchef Micheal O’Leary zu Tarifverhandlungen aufgefordert. Die Ryanair Piloten in der EU weisen schon seit zwei Monaten daraufhin, dass sie Verhandlungen mit dem Unternehmen aufnehmen möchten, um auf direktem Weg die Probleme anzugehen, vor denen das fliegende Personal und die Passagiere von Ryanair derzeit stehen. Bisher stoßen sie bei Ryanair jedoch nur auf eine vollständige Blockadehaltung. Deutsche Ryanair-Piloten haben nun mit Unterstützung der Vereinigung Cockpit (VC) eine Tarifkommission gegründet, die Verhandlungen mit Ryanair über Einzelheiten eines Tarifvertrags aufnehmen möchte. Es liegt auf der Hand, dass die derzeitigen Vereinbarungen, die auf den Basen in Deutschland gelten, nicht dieselbe Rechtsstellung haben wie ein gemeinsames Arbeitsabkommen, und dass Ryanair nationale Gewerkschaftsverträge verhandeln muss, um die Einhaltung sowohl europäischer als auch nationaler Regelungen in Deutschland sicherzustellen…” Cockpit-Meldung vom 17 November 2017 externer Link, UFO ebenso, siehe dazu auch:

  • Streikbrecher an Bord. Billigfluglinie Ryanair setzt europaweit Beschäftigte unter Druck. Gewerkschaft spricht von »Nötigung« New
    Dem Unternehmen sind alle Mittel recht. Die Fluglinie Ryanair setzt europaweit Beschäftigte unter Druck, damit diese als Streikbrecher in Portugal Schichten schieben. Am Flughafen Faro gingen die Angestellten des Kabinenpersonals am Mittwoch den dritten Tag in Folge in den Ausstand. Elf von 18 geplanten Flügen seien erfolgreich verhindert worden, erklärte Luciana Passo von der Gewerkschaft des Kabinenpersonals SNPVAC am Mittwoch der portugiesischen Zeitung Observador. Es sind die ersten Streiks in der 34jährigen Firmengeschichte. (…) Auf zehn Basen in Deutschland habe Ryanair die Beschäftigten »in Bereitschaft« gesetzt, erläuterte eine Sprecherin der Gewerkschaft gegenüber jW. Die Mitarbeiter seien »genötigt« worden, sich nach Portugal versetzen zu lassen. (…) Dass dieses Vorgehen gängige Praxis ist, belegen Tonaufnahmen, die von der irischen Zeitung The Independent am Montag dokumentiert wurden. »Ryanair-Boss« Darrell Hughes habe spanischen Kabinenbeschäftigten mit »ernsthaften Konsequenzen« gedroht, wenn sie sich weigern sollten, als Streikbrecher in Portugal anzutreten. Hughes habe die Mitarbeiter aufgefordert, sich nicht dem Druck »anderer Leute« aus den »sozialen Medien« zu beugen und statt dessen ihrer Pflicht nachzukommen. Auf Nachfrage der Betroffenen, ob sie schriftliche Anweisungen erhalten könnten, habe Hughes geantwortet: »Seht Leute, wir haben keine Zeit, E-Mails zu verschicken oder Briefe zu schreiben.« Er garantiere aber jedem, sollten rechtliche Schritte eingeleitet gegen die Beschäftigten eingeleitet werden, werde Ryanair juristischen Beistand oder finanzielle Unterstützung leisten…” Artikel von Simon Zeise in der jungen Welt vom 05.04.2018 externer Link
  • [Streikbrecher gegen Streik in Portugal] ver.di verurteilt skandalöses Vorgehen bei Ryanair 
    Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) kritisiert das Vorgehen von Ryanair bei den momentan stattfindenden Kabinenstreiks auf das Schärfste. Hintergrund sind die ersten Kabinenstreiks in der Geschichte von Ryanair, die zurzeit in Portugal durchgeführt werden und die von Ryanair durch den Einsatz von Streikbrechern aus ganz Europa unterlaufen werden sollen. Die Beschäftigten streiken gegen schlechte Arbeitsbedingungen und Dumpinglöhne. „Beschäftigte in ganz Europa, darunter also auch unsere Kolleginnen und Kollegen in Deutschland, werden von Ryanair nachweislich unter Druck gesetzt, als Streikbrecher zu agieren und die Streiks der Kabinenbeschäftigten in Portugal zu unterlaufen“, betont ver.di-Bundesvorstandmitglied Christine Behle. Sie würden unter Androhung von Disziplinarverfahren aufgefordert, die Flüge der Streikenden zu übernehmen…” Pressemitteilung vom 04.04.2018 externer Link
  • Portugal: Ryanair-Cabin Crew droht mit Streik an Ostern 
    Einige Ryanair-Kabinenmitglieder in Portugal haben damit gedroht, an Ostern zu streiken. Ryanair reagiert wie immer: mit Unverständnis. Die Streiks sind laut der Gewerkschaft SNPVAC für den 29. März und den ersten und vierten April angesetzt. “Die Gespräche mit dem Unternehmen haben nicht gefruchtet”, heißt es in einem Statement der Gewerkschaft, das die Nachrichtenagentur “Reuters” zitiert, “Ryanair weigert sich, portugiesisches Recht anzuwenden.” Laut der Gewerkschaft wollen die Crew-Mitglieder wegen unterirdischer Arbeitsbedingungen streiken – als Beispiel nennt sie Disziplinarverfahren und Drohungen, wenn jemand die Verkaufsziele auf einem Flug nicht erreicht hat…” Meldung vom 29.03.2018 bei aero.de externer Link
  • Europäische Pilotenverbände gründen länderübergreifende Ryanair-Tarifkommission
    Im Rahmen der 73. Jahreskonferenz des Weltpilotenverbandes IFALPA, haben die europäischen Pilotenverbände am Wochenende in Luxemburg per einstimmigem Beschluss eine europäische, länderübergreifende “Ryanair Transnational Pilot Group” (RTPG) gegründet. Mit einer Europäischen Tarifkommission, dem „Master Executive Council“, ist es nun erstmals möglich, Regelungen, die alle Ryanair Piloten in Europa betreffen, einheitlich zu verhandeln. Die Forderungen nach direkten Anstellungsverträgen basierend auf lokalem Recht, transparenten Karriereperspektiven im gesamten Ryanair-Netzwerk und einer effektiven und koordinierten Vertretung aller Ryanair-Piloten, unabhängig von ihrem Stationierungsort, rücken von nun an noch mehr in den gemeinsamen Fokus. (…) Diese RTPG wird in Zukunft nicht nur Informationen sammeln und diese allen Verhandlungsgremien zur Verfügung stellen, sondern auch die Tarifverhandlungen bei Ryanair auf europäischer Ebene koordinieren…” Meldung vom 19. März 2018 von und bei der Vereinigung Cockpit externer Link
  • Gewerkschaften zum Schein: Ryanair erkennt Beschäftigtenvertretung an, um expandieren zu können. Streiks für Ostern angekündigt 
    “Die irische Billigfluglinie Ryanair rechnet in den kommenden Monaten mit Ausfällen im Flugverkehr. Als Grund werden Konflikte mit der Belegschaft angegeben. Weil sich die Gespräche über die Anerkennung von Gewerkschaften in die Länge zögen, könne es über Ostern und im Sommer zu Störungen kommen, sagte Konzernchef Michael O’Leary am Dienstag in Brüssel. Betroffen seien vor allem Irland und Portugal. Mit seiner Erklärung geht O’Leary wieder auf Konfrontation mit den Piloten. Zuvor hatte die europäische Pilotenvertretung von Ryanair O’Leary Ende Februar zum Rücktritt aufgefordert. Er habe bei der Lösung der Personal- und Flugplanprobleme versagt, hieß es in einem Schreiben des Pilotenrates EERC.  (…) Das Angebot von 20 Prozent mehr Lohn zielt offenbar darauf ab, die Gewerkschaft weitgehend aus dem Konzern herauszuhalten, meinte Philip von Schöppenthau, Generalsekretär des Europäischen Dachverbandes »European Cockpit Association« (ECA), Ende Februar im Gespräch mit dem Manager-Magazin. Denn das Angebot wurde nicht den Pilotenvereinigungen vorgelegt, sondern den Piloten jeder einzelnen »Base«. »Es handelt sich um ein unilaterales ›take-it-or-leave-it‹-Angebot und hat mit Gewerkschaften nichts zu tun«, sagte von Schöppenthau. (…) Worum es Ryanair letztlich geht, ist sein Geschäftsmodell. Der Billigflieger setzt nicht nur auf ein Minimum an Service, sondern auch auf ein System mit selbständigen Leihpiloten mit schlechter sozialer Absicherung. Während die Piloten direkte und dauerhafte Arbeitsverträge nach den jeweiligen Gesetzen des Landes und ohne Auflagen fordern, liegt dem Unternehmen wenig an verbindlichen Sozialstandards und Kollektivverhandlungen…” Beitrag von Bernd Müller bei der jungen Welt vom 7. März 2018 externer Link
  • Billigflieger Ryanair gelobt Besserung
    “… Jahrzehnte lang waren Betriebsräte und Gewerkschaften ein Rotes Tuch für Michael O’Leary, den umtriebigen Boss des irischen Billigfliegers Ryanair. Ende vergangenen Jahres hat die Airline ihre Personalpolitik drastisch geändert. In zahlreichen europäischen Ländern verhandelt man zunächst mit den Pilotengewerkschaften über Tarifverträge, die Flugbegleiter sollen in den nächsten Monaten folgen. Mit der Vereinigung Cockpit ist die nächste Gesprächsrunde für die kommende Woche geplant. „Unser altes System ist Vergangenheit“, sagte Peter Bellew, Chief Operations Officer von Ryanair, am Dienstag in Berlin. Die grundsätzliche Anerkennung der Gewerkschaften bringt den Piloten bis zu 20 Prozent höhere Bezüge und kostet Ryanair nach eigenen Angaben rund 100 Millionen Euro. Die Iren können das aus der Portokasse bezahlen. Trotz erster Arbeitskampfmaßnahmen des Personals in den vergangenen Monaten rechnet man für das Ende März endende Geschäftsjahr 2017/18 mit 130 Millionen Passagieren und einem satten Gewinn von 1,4 Milliarden Euro. Bis 2024 sollen es 200 Millionen Reisende werden, die von dann 600 Flugzeugen befördert werden. Bei einem so rasanten Wachstum gibt es einen großen Bedarf an fliegendem Personal.  (…) In Deutschland hat Ryanair binnen vier Jahren das Passagiervolumen auf knapp 20 Millionen vervierfacht und den Marktanteil von vier auf acht Prozent verdoppelt. Für den kommenden Winter kündigte die Airline 24 neue Strecken an und will dann auf neun Prozent kommen…” Artikel von Rainer W. During vom 6. März 2018 beim Tagesspiegel online externer Link
  • Auf Konfrontationskurs: Ryanair-Beschäftigte wollen im Streit um bessere Arbeitsbedingungen nicht nachgeben 
    “… Nachdem Konzernchef Michael O’Leary im Dezember nach jahrelanger Weigerung überraschend angekündigt hatte, die Gewerkschaften als Vertreter der Piloten und der Flugbegleiter anzuerkennen und den Abschluss von Kollektivverträgen zu ermöglichen, gab es Anfang Februar eine radikale Kehrtwende. Sein Unternehmen werde den »lächerlichen Forderungen« der Flugkapitäne nicht nachgeben, erklärte O’Leary Anfang der Woche. Vielmehr sei man bereit, mögliche Beeinträchtigungen durch Streiks hinzunehmen. (…) Die spanische Pilotengewerkschaft Sepla kündigte an, die Airline zu verklagen, weil die Verhandlungen laut Gewerkschaft nicht konstruktiv verlaufen, berichtete das Luftfahrtmagazin »aero« am Donnerstag. Dabei geht es vor allem darum, die Verträge der spanischen Ryanair-Piloten nach spanischem Arbeitsrecht zu verfassen – und nicht mehr nach irischem. Ein Rolle spielt dabei auch die Scheinselbstständigkeit vieler Piloten, Die Gewerkschaft fordert für alle Piloten reguläre Arbeitsverträge mit der Airline. Streiks werden derzeit nicht geplant, Sepla bevorzuge den juristischen Weg (…) In Dänemark, wo Ryanair in Kopenhagen einen neuen Standort eröffnen möchte, beharrt die Flugbranchengewerkschaft FPU bereits im Vorfeld darauf, dass die dort eingesetzten Piloten dem dänischen Arbeitsrechts unterliegen. (…)Unübersichtlich ist nach Auskunft des Cockpit-Sprechers die Lage in Italien. Zwar gab es eine Streikankündigung für den heutigen Sonnabend, doch da es dort verschiedene Luftfahrt- und Pilotengewerkschaften mit unterschiedlicher Strategie gebe, wisse man derzeit nicht, was tatsächlich passieren werde…” Artikel von Rainer Balcerowiak vom 10.02.2018 beim ND online externer Link
  • VC kündigt Streik bei Ryanair an. Ab sofort ist jederzeit mit Streikmaßnahmen zu rechnen, Weihnachtstage ausgenommen 
    Die Vereinigung Cockpit (VC) erklärte im Rahmen einer Pressekonferenz am Dienstag, den 12.12.2017, dass ab sofort jederzeit mit Streikmaßnahmen bei Ryanair zu rechnen ist. Damit soll die Aufnahme von Tarifverhandlungen zur Regelung von marktgerechten Arbeits- und Vergütungsbedingungen für Ryanair-Piloten erzwungen werden. (…) Derzeit laufen Ryanair in Scharen die Piloten davon, weil fast alle anderen Fluggesellschaften bessere Arbeitsbedingungen bieten, als Ryanair selbst und derzeit europaweit viele Piloten gesucht werden. Auch dadurch gibt es aus VC-Sicht eine deutliche Unterdeckung an Piloten bei der irischen Fluggesellschaft, was zu zahlreichen nicht durchgeführten Flügen führt. So haben der italienische und der portugiesische Pilotenverband ebenso Streiks für die kommenden Tage in Aussicht gestellt, wie die VC. Auch in Irland haben die Piloten gestern in einer Urabstimmung für die Durchführung von Arbeitskampfmaßnahmen votiert…” Pressemitteilung vom 12. Dezember 2017 von und bei der Vereinigung Cockpit externer Link
  • UFO fordert Ryanair zu Tarifverhandlungen auf
    “… dass die Arbeits- und Vergütungsbedingungen bei Ryanair einen traurigen Tiefpunkt der Low-Cost-Abwärtsspirale darstellen, ist Euch sicherlich bekannt. Hier nur schlagwortartig einige zentrale Punkte, die Flugbegleiterinnen und Flugbegleitern dort widerfahren: Monatsgehalt rund 1.200 Euro brutto inkl. Flugzulage; Unbezahlte Freistellung auf Weisung von Ryanair für mehrere Wochen in den Wintermonaten; Keine Personalvertretung, keine Tarifverträge; Beschäftigung über  Leiharbeitsverhältnisse ohne Zukunftsperspektive; Kürzeste Kündigungsfristen;   Kosten für Uniform und Grundlehrgang (3.000 Euro) sind vom Arbeitnehmer zu tragen (…)  Wir werden nun Ryanair zu Tarifverhandlungen auffordern, um sie zu einem fairen Wettbewerber zu machen, der zumindest Mindeststandards und grundlegende Arbeitnehmerrechte einhält. Wir stellen uns dabei auf eine lange und harte Auseinandersetzung ein, während der wir unser Vorgehen sowohl mit der Vereinigung Cockpit, als auch mit unseren Freunden unserer europäischen Dachorganisation EurECCA abstimmen werden…” Meldung vom 25. Oktober 2017 externer Link
  • Forderung nach Tarifvertrag: Ryanair-Piloten proben den Aufstand
    Die Piloten des Billigfliegers Ryanair wollen einen Tarifvertrag und haben sich deshalb mit der Gewerkschaft Cockpit zusammengetan. Bisher lehnt das irische Unternehmen jegliche Verhandlungen ab und beruft sich auf irisches Recht. Piloten des irischen Billigfliegers Ryanair haben bisher keinen Tarifvertrag. Über ihre Gehälter verhandeln lokale Pilotenvertretungen mit dem Unternehmen. Das soll sich nun ändern. Mithilfe der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) haben Ryanair-Mitarbeiter die Fluggesellschaft zu Tarifverhandlungen aufgefordert. Dazu sei eine Tarifkommission mit einem professionellen Verhandlungsführer gegründet worden, berichtet die Gewerkschaft…” Tagesschau-Meldung vom 17.11.2017 externer Link