Die Schleckerinsolvenz 2012

Dossier

  • ver.di kritisiert: Kreditversicherer kommt gut weg – Schlecker-Frauen verlieren doppelt
    „Während Warenkreditversicherer, Lieferanten, Insolvenzverwaltung und die Eigentümerfamilie Schlecker in der Unternehmenspleite gut weggekommen seien, sieht die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) die Schlecker-Beschäftigten als „doppelte Verlierer“…“ Pressemitteilung von ver.di vom 08.10.2012 externer Link

  • 15 Millionen Euro für die Insolvenzverwalter
    „Die Insolvenzverwalter der pleitegegangenen Drogeriemarktketten Schlecker und Ihr Platz bekommen für ihre Arbeit rund 15 Millionen Euro. Den Gläubigern machen sie keine großen Hoffnungen…Agenturmeldung in der FAZ vom 30.09.2012 externer Link
  • Dia übernimmt Schlecker Spanien und Portugal
    „Die Auslandsfirmen der pleitegegangenen Drogeriemarktkette Schlecker in Spanien und Portugal haben einen neuen Eigentümer gefunden. Das spanische Einzelhandelsunternehmen Dia habe am Freitag den Kaufvertrag in Madrid unterzeichnet, teilte die Schlecker-Insolvenzverwaltung in Ehingen mit. Die in beiden Ländern insgesamt gut 1150 Filialen des einstigen Drogeriegiganten würden zusammen mit den rund 4000 Mitarbeitern übernommen. Die Zustimmung der europäischen Wettbewerbskommission werde vor April 2013 erwartet…“ Agenturmeldung im Handelsblatt vom 28.09.2012 externer Link
  • Masseunzulänglichkeit: Konsequenzen für ehemalige Schlecker-Beschäftigte
    „Die Feststellung des Ulmer Amtsgerichts über die Masseunzulänglichkeit hat weitreichende Folgen für die ehemaligen Schlecker-Beschäftigten, denen nun auch die letzte Hoffnung auf eine finanzielle Entschädigung genommen ist“, fasste Stefanie Nutzenberger, Bundesvorstandsmitglied für den Handel der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), die rechtliche Situation der Betroffenen zusammen. Die Ansprüche auf Abfindungen, wie der ausgehandelte Sozialplan sie vorsieht, sind sogenannte Altmasseverbindlichkeiten. Das bedeutet für die Tausenden von Menschen, dass sie – wenn überhaupt – nur mit einer sehr geringen Abfindung rechnen können, wobei der Auszahlungszeitpunkt noch nicht feststeht…Pressemitteilung von ver.di vom 05.09.2012 externer Link
  • Arndt Geiwitz + Werner Schneider: “Schlecker war mit unseren Mitteln nicht zu retten”
    Die Insolvenzverwalter von Schlecker und Ihr Platz ziehen Bilanz: Das Arbeitsrecht hat den Verkauf vereitelt, die Gläubiger müssen ihre Forderungen größtenteils abschreiben. Auch Millionenansprüche gegen den Schlecker-Clan ändern daran wenig. Artikel von Henryk Hielscher in der Wirtschaftswoche vom 01.09.2012 externer Link. Aus dem Text: “(…) Muss das Arbeitsrecht geändert werden? Geiwitz: In Situationen, bei denen es um alles oder nichts geht, wäre ein sanierungsfreundlicheres Arbeitsrecht sinnvoll. Kündigungsschutzklagen sind individuell nachvollziehbar. Aber sie haben in Summe oft verheerende Auswirkungen. Den Mitarbeitern nutzt das am Ende wenig, dem Gesamtverfahren bringt es Chaos. Der Kündigungsschutz an sich hat seine Berechtigung. Aber wenn Leute sich in stillgelegte Betriebe einklagen, wird es absurd. Schneider: Ein Beispiel: Wenn wir einen Bagger verkaufen, kann der Baggerfahrer den Käufer auf Einstellung verklagen, weil der seinen Arbeitsplatz – eben den Bagger – übernommen hat. Da werden teilweise extreme Positionen vertreten. Das führt bei Sanierungen zunehmend zu Problemen…
  • Österreich: Schlecker wird dayli – Gewerkschaft warnt Eigner
    “Die Markenumbenennung von Schlecker zu dayli hat bereits begonnen und soll in vier Wochen abgeschlossen sein. Mit den neuen Eigentümern kommen auf die 3.000 Mitarbeiterinnen auch neue Aufgaben zu. Neben Drogerieartikeln und Lebensmitteln sollen nämlich zahlreiche Dienstleistungen (etwa Postdienste und Putzerei) angeboten werden. „Es ist klar, wenn sich die Aufgaben verändern, dass sich auch die Verwendungsgruppe ändern muss“, sagte Karl Proyer, Vizechef der Gewerkschaft GPA-djp, nach einem Treffen mit dem neuen Management zur APA. Sprich: Die Mitarbeiterinnen könnten mehr Gehalt bekommen. (…) Rudolf Haberleitner hatte vor wenigen Wochen mit seinem Restrukturierungsfonds TAP09 die 900 Österreich-Filialen der insolventen deutschen Drogeriekette Schlecker sowie weitere 450 Filialen in Italien, Polen, Belgien und Luxemburg gekauft.“ Meldung beim ORF vom 21.08.2012 externer Link. Siehe dazu:

  • Schlecker ist kein Einzelfall
    Frau Schlecker ist keine Schlecker-Frau: Während die Gattin von Anton Schlecker angesichts der drohenden Pleite vom einstigen Drogerie-Giganten mit monatlich 60 000 Euro bedacht worden sein soll (die Staatsanwaltschaft ermittelt), stehen Zehntausende Verkäuferinnen auf der Straße. Ein Blick zurück im Zorn – und nach vorn. Artikel von Paul Schobel auf Kontext vom 16.08.2012 externer Link.   Aus dem Text: „(…) Eigentlich müssten, ausgelöst durch den Fall Schlecker, in den Zentralen der Arbeiter alle Alarmsirenen schrillen. Denn nun ist einmal mehr bewiesen: wer die Arbeit bedrückt, demütigt, missbraucht, wird vom Markt abgestraft. Sage keiner, Schlecker sei ein Einzelfall. Fast alle Handelshäuser haben dieselben oder ähnliche Schikanen in ihrem Sortiment. Wird man denen auf die Finger klopfen? Wird endlich in die Tat umgesetzt, was man in Sonntagsreden gerne behauptet, dass nur “gute” Arbeit gewinnbringend ist und es sich lohnt sich, in dieselbe zu investieren? Auf diesen Kurs müssten die Arbeitgeberverbände ihre Konsorten einschwören und jenen die Harke zeigen, die heute immer noch in ähnlicher oder gar noch schlimmerer Weise als bei Schlecker ihre Beschäftigten drangsalieren…
  •  Streit bei „Ihr Platz“ eskaliert
    “Verdi wirft dem Betriebsrat von „Ihr Platz“ Untätigkeit vor und bereitet dessen Entmachtung vor. Bei den Mitarbeitern der insolventen Schlecker-Tochter sorgt nicht nur das für große Verunsicherung. (…) Nach eigener Angabe will Verdi im Laufe des Montags ein Amtsenthebungsverfahren zur Absetzung des Betriebrats einleiten. Die Gewerkschaft wirft dem Betriebsrat der Drogeriemarktkette mit Hauptsitz in Osnabrück Untätigkeit und mangelnde Information der Belegschaft vor. So habe sich der Ihr-Platz-Betriebsrat trotz Aufforderung durch die Gewerkschaft geweigert, am 1. August eine Betriebsversammlung einzuberufen, sagte Annegret Preußer vom Verdi-Fachbereich Handel der Nachrichtenagentur dapd. Dadurch sei es versäumt worden, die verbliebenen 4.350 Mitarbeiter über den Stand des Insolvenzverfahrens und über neue berufliche Perspektiven in einer Transfergesellschaft zu informieren…Agenturmeldung im Handelsblatt vom13.08.2012 externer Link
  • Insolvente Drogerie Schlecker soll Vermögen in Sicherheit gebracht haben
    „Der Drogeriebaron Anton Schlecker hat möglicherweise früh geahnt, dass es mit seinem Imperium bergab geht. Schon Jahre vor der Insolvenz soll er Vermögen abgezogen haben – so überwies er seiner Frau jeden Monat 60.000 Euro Gehalt…“ Artikel in der FTD vom 12.08.2012 externer Link
  • Frühere Schlecker-Mitarbeiter: Schlecker-Frauen eröffnen Dorfläden
    Frühere Schlecker-Mitarbeiter wollen ihre Filialen übernehmen. Mit Hilfe von Verdi und der Linken wollen sie aus den Billig-Drogeriemärkten ansprechende Dorfläden machen. Artikel in der Frankfurter Rundschau vom 10.08.2012 externer Link.   A us dem Text: „(…) Verdi, die evangelische Betriebsseelsorge und die Linke unterstützen die Frauen finanziell und übernehmen die Kosten für die Standortanalysen, die allein mit jeweils 3.000 Euro zu Buche schlagen. Ein durchschnittlicher Laden brauche zudem Ware im Wert von 50.000 Euro, sagte Franke. Unterstützung erhofft er sich auch vom Land. „Wir wollen auf das Wirtschaftsministerium zugehen und um Unterstützung bitten“, kündigte er an. Auch einzelne Gemeinden boten schon Hilfe an. „Ich wäre bereit, die Schlecker-Verkäuferinnen für zwei bis drei Jahre bei der Stadt anzustellen“, sagte der Bürgermeister von Eppelheim bei Heidelberg, Dieter Mörlein, den „Stuttgarter Nachrichten“. Notfalls könne er sich sogar vorstellen, vorerst die Ladenmiete für die ehemalige Schlecker-Filiale im Zentrum von Eppelheim zu übernehmen…
  • Aus auch für Schlecker-Onlineshop
    Auch für den Schlecker-Onlineshop gibt es keine Perspektive: Der Insolvenzverwalter hat keinen Investor für das Home Shopping der Drogeriemarktkette gefunden. Mit dem Aus verlieren 100 Menschen ihren Job. Meldung auf Spiegel-Online vom 06.08.2012 externer Link

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