Dossier

Beim Brand in einer Unterkunft für Leiharbeiter der Meyer Werft in Papenburg sind im Juli 2013 zwei Männer ums Leben gekommen. Nach dem Brand in der Massenunterkunft von ArbeitsmigrantInnen wurde von „katastrophalen Zuständen“ in dem Haus berichtet und endlich kamen die Arbeits- und Lebensbedingungen von Werkvertragsarbeitern in den Fokus. Siehe unser Dossier:

  • Meyer Werft: Ein Jahr nach dem Tod der beiden rumänischen Kollegen – Verbesserungen für Werkvertragsbeschäftigte greifen
    „Vor einem Jahr, am 13. Juli 2013, starben zwei rumänische Arbeiter, die mit einem Werkvertrag auf der Meyer Werft eingesetzt waren, bei einem Brand in ihrer Unterkunft. Der tragische Tod der 32 und 45 Jahre alten Männer machte deutlich, unter wie unwürdigen Bedingungen sie und viele ihrer Kollegen gelebt und gearbeitet haben. Seitdem ist in Papenburg einiges passiert – auch dank des bundesweit ersten Tarifvertrages zu Werkverträgen, in dem IG Metall, Betriebsrat und Geschäftsführung Mindeststandards wie eine angemessene Unterbringung und einen Mindestlohn von 8,50 Euro in der Stunde festgeschrieben haben…“ Meldung bei der IG Metall Küste vom 11.07.2014 externer Link
  • TASK FORCE legt Bericht vor
    „Die TASK FORCE hat aufgrund einer Vereinbarung des niedersächsischen Wirtschaftsministers mit der Geschäftsführung der MEYER WERFT, der IG Metall sowie dem Betriebsrat der Werft die Aufgabe bekommen, die aktuelle Situation von Arbeitnehmern mit Werkvertrag in Papenburg zu untersuchen. Dabei stehen die Arbeitsbedingungen sowie die Wohn- und Lebenssituation der im Werkvertrag Beschäftigten im Fokus. Die TASK FORCE hat im Rahmen ihrer Tätigkeit feststellen können, dass bis zur Einsetzung der TASK FORCE und dem Beginn der Untersuchung Überschreitungen der gesetzlichen Arbeitsschutzvorgaben sowie Verstöße gegen die vertraglichen Bedingungen der MEYER WERFT vorlagen…“ Pressemitteilung der Meyer Werft vom 26.11.2013 externer Link

  • “Arbeiter-wechsle-Dich” bei der Meyer Werft
    Es wird langsam etwas unübersichtlich an der Küste: Die Meyer Werft plant nach Informationen von NDR 1 Niedersachsen, 20 Schweißer der insolventen Nordseewerke (ehemals SIAG) aus Emden zu beschäftigen. Die Metallbauer sollen laut Roman Quirin, Verkaufsleiter der Nordseewerke, bereits in den kommenden Wochen nach Papenburg ausgeliehen werden. Dazu haben die Arbeitsplätze bei der florierenden Meyer Werft offenbar auch noch einen harten Konkurrenzkampf um rumänische Werkvertragsarbeiter angefacht…” Meldung beim NDR online vom 04.10.2013 externer Link. Aus dem Text: “… Es gibt vermehrt Hinweise darauf, dass die Meyer Werft die jahrelange Zusammenarbeit mit SDS beenden will – unter anderem, weil der Leiharbeitsfirma das Haus gehört, in dem zwei Werkvertragsarbeiter ums Leben kamen. Doch die Meyer Werft ist dringend auf Schweißer angewiesen. Das nutzt offenbar die andere Firma, wirbt Rumänen bei SDS ab und vermittelt sie selbst an die Werft. Das würde auch den heimlichen Umzug der 30 Männer und Frauen erklären…”
  • Meyer Werft: Bis zu 20 Stunden pro Schicht?
    Die Werkvertragsarbeiter auf der Meyer Werft mussten offenbar unter noch härteren Bedingungen arbeiten als bislang bekannt. Nach NDR Informationen haben einige offenbar bis zu 20 Stunden am Stück gearbeitet. Darauf deuten die Daten aus dem Zeiterfassungssystem hin, das alle Mitarbeiter der Werft und der Fremdfirmen beim Betreten und Verlassen des Geländes registriert…” Meldung beim NDR online vom 02.10.2013 externer Link
  • Taskforce ermittelt in Papenburg. Meyer Werft: Verstoß durch Subunternehmer?
    Die Taskforce der Papenburger Meyer Werft steht vor einem schwierigen Oktober: Seit mehr als zwei Monaten prüft das Expertengremium die Arbeits- und Wohnbedingungen ihrer Werkvertragsarbeiter. In den nächsten Tagen will die Taskforce Ergebnisse präsentieren. Nach Informationen unserer Zeitung gibt es Hinweise darauf, dass Subunternehmer beim Einsatz der Arbeiter ganz systematisch gegen Arbeitszeitgesetze verstoßen haben…” Artikel von Stefan Prinz vom 01.10.2013 in der NOZ online externer Link
  • IG Metall Küste und Meyer Werft schließen Tarifvertrag: Mindeststandards verbindlich festgelegt / Mehr Rechte für Betriebsrat
    Die IG Metall Küste und die Meyer Werft in Papenburg gehen gemeinsam gegen den Missbrauch von Werkverträgen vor. In einem heute in Anwesenheit von Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies in Hannover vorgestellten Tarifvertrag haben sie dafür soziale Mindeststandards verbindlich festgelegt sowie Informations-, Kontroll- und Mitwirkungsrechte des Betriebsrates bei Werkverträgen gestärkt…” Meldung der IG Metall Küste vom 16.09.2013 externer Link. Siehe dazu:
  • Haustarifvertrag in Ergänzung der getroffenen Bündnisvereinbarungen zur Regelung von Arbeitsbedingungen bei der Vergabe von Aufträgen an Werksvertragsunternehmen
    Der Tarifvertrag zwischen der Meyer-Werft und der IG Metall Bezirksleitung Küste vom 12.7.2013 . Oder anders ausgedrückt: IG Metall stimmt dauerhaftem Einsatz von Werkvertragsbeschäftigten per Tarifvertrag zu.
  • „Tarifvertrag ist eine gute Grundlage für weitere Regelungen“
    Die wichtigsten Fragen dazu beantwortet Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste im Beitrag bei der IG Metall Küste vom 16.9.2013 externer Link. Aus dem Text: “… Was ändert sich nun für die Beschäftigten mit Werkvertrag bei der Meyer Werft? Für sie gilt auf jeden Fall ein Mindestlohn von 8,50 Euro in der Stunde. Das ist die unterste Grenze, die regelmäßig und insbesondere bei Facharbeitertätigkeiten von den Betriebsparteien überprüft wird, ob sie nicht höher sein muss. Außerdem gelten weitere soziale Mindeststandards wie gesetzliche Arbeitszeiten und eine angemessene Unterbringung. Insbesondere beim Arbeits- und Gesundheitsschutz haben wir mit dem Tarifvertrag erheblich verbesserte Regelungen für die Werkvertragsbeschäftigten und ein Mitbestimmungsrecht des Betriebsrates. Die Werft wird die Beschäftigten mit Werkvertrag beim erstmaligen Zutritt zur Werft schriftlich in verschiedenen Landessprachen über die Mindeststandards und über die Möglichkeit der Beratung und die Beschwerdemöglichkeiten informieren. Außerdem haben sie künftig ungehinderten Zugang mit gleichberechtigter Nutzung wie die Stammbelegschaft zu den Sozialräumen, zum Beispiel zur Kantine sowie Wasch- und Umkleideräumen…”
  • Nach Tod Tarifvertrag
    „Im niedersächsischen Papenburg starben im Juli zwei Rumänen den Feuertod. Sie lebten in einer Massenunterkunft für Arbeiter, die für einen Subunternehmer der ortsansässigen Meyer-Werft tätig waren. Am Montag dieser Woche vereinbarten die Industriegewerkschaft Metall (IGM) und die Werft einen Haustarifvertrag über die Rechte von Angestellten der Werkvertragsnehmer. Zuvor war eine heftige Debatte um deren Lebens- und Arbeitsbedingungen entbrannt. Zwar kann im Haustarif die Unterbringung nicht geregelt werden, dafür ist die Kommune zuständig. Aber Mindeststandards im Arbeitsverhältnis können in Tarifverträgen durchaus definiert werden. Allerdings wäre es ohne den tragischen Unglücksfall kaum dazu gekommen, wie der Sprecher der IG-Metall Küste, Heiko Messerschmidt, am Dienstag gegenüber jW einräumte. Trotzdem will die Gewerkschaft den Präzedenzfall nutzen, um den ausufernden Werkverträgen auch andernorts Einhalt zu gebieten…Artikel von Mirko Knoche in der jungen Welt vom 18.09.2013 externer Link
  • 60 Werftarbeiter ziehen in Herbrumer Hotel
    Der Emder Personaldienstleister SDS hat das Herbrumer Hotel „Emsblick“ gekauft. Die Firma will dort dauerhaft rund 60 Werkvertragsarbeiter unterbringen, die auf der Meyer Werft beschäftigt sind…” Artikel von Stefan Prinz in der NOZ online vom 28. August 2013 externer Link
  • Meyer Werft: Belastbare Vereinbarung zu Werkverträgen. IG Metall und Meyer Werft verhandeln Tarifvertrag
    Nach dem Tod von zwei Leihbeschäftigten, die für eine Fremdfirma auf der Meyer Werft in Papenburg gearbeitet hatten, haben sich der IG Metall-Bezirk Küste und das Unternehmen darauf verständigt, in einem Tarifvertrag soziale Mindeststandards festzulegen und die Kontroll- und Mitspracherechte des Betriebsrats bei Werkverträgen zu stärken…” Pressemitteilung der IG Metall Küste vom 23.07.2013 externer Link. Aus dem Text: “… Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste, sagte im Anschluss: “Wir belassen es nicht bei einer bloßen Willenserklärung, sondern schaffen eine belastbare Vereinbarung, die die Situation der Arbeitnehmer mit Werkvertrag verbessert. Der Abschluss bei der Meyer Werft kann als Grundlage für Vereinbarungen in anderen Unternehmen dienen, die Lohndumping verhindern und sich von diesem distanzieren wollen.”…” Siehe die Gemeinsame Vereinbarung Meyer Werft, IG Metall Küste, Wirtschaftsminister und Betriebsrat vom 22.7.13  externer Link
  • Solidarität mit rumänischen Werftarbeitern und ihren Familien. Betriebsrat fordert Aufklärung
    Nach dem Tod von zwei Leihbeschäftigten, die für eine Fremdfirma auf der Meyer Werft in Papenburg gearbeitet hatten, fordern der IG Metall-Bezirk Küste und der Betriebsrat soziale Mindesstandards und mehr Mitspracherechte. Thomas Gelder, Betriebsratsvorsitzender der Meyer Werft, kann es nicht fassen, unter welchen Umständen die Werkvertragsbeschäftigten gelebt haben sollen. “Alles wird kontrolliert. Nur nicht, wie Menschen in Massenunterkünften leben müssen.” In den Medien standen die Wohnverhältnisse und Stundenlöhne von angeblich drei bis vier Euro in der Kritik…” Pressemitteilung der IG Metall vom 22.07.2013 externer Link
  • Nach tödlichem Brand: Meyer kündigt Mindestlohn für Werkverträge an
    Die Meyer Werft will gemeinsam mit der IG Metall einen Haustarifvertrag für die Werkvertragsarbeiter des Unternehmens schließen. Das erklärte Werftchef Bernard Meyer am Montagabend nach einem Treffen bei Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) in Hannover. Meyer will in die Verhandlungen starten mit einem Mindestlohn von mindestens 8,50 Euro. Sowohl jetzige als auch künftige Subunternehmer sollen dazu verpflichtet werden, den Mindestlohn einzuhalten, erklärte Meyer und fügte hinzu: „Wir wollen hochwertige Schiffe mit zufriedenen Mitarbeitern bauen.“ Der Tarifvertrag solle jetzt möglichst schnell gemeinsam mit der IG Metall ausgehandelt werden. Auf Nachfrage erklärte die IG Metall allerdings einen zweistelligen Betrag für die Werftarbeiter herausschlagen zu wollen…” Artikel von Dirk Fisser in der Neuen Osnabrücker Zeitung vom 22. Juli 2013 externer Link
  • Werkvertrag: Meyer Werft verschärft Vorgaben
    Die Meyer Werft verschärft die Vorgaben für Werkverträge. Wie die Werft am Sonntag mitteilte, müssen Partnerunternehmen künftig einen verschärften Verhaltenskodex und eine überarbeitete Sozialcharta einhalten. Eine weitere Bedingung: Nur wer die Wohnungen seiner Arbeiter von der Stadt Papenburg zertifizieren lässt, darf für die Schiffbauer tätig werden…” Artikel von Dirk Fisser in der Neuen Osnabrücker Zeitung vom 21. Juli 2013 externer Link
  • Feuer in Massenunterkunft: Zwei Leiharbeiter der Meyer Werft sterben bei Brand
    Nach dem Brand eines Mehrfamilienhauses in der Papenburger Landsbergstraße ist am Sonntagnachmittag eine zweite Leiche gefunden worden. Zum Zeitpunkt des Brandes hielten sich zwölf rumänische und bulgarische Leiharbeiter der Meyer Werft in dem älteren Haus auf. Bei der zweiten Leiche handelt es sich um den bisher noch vermissten 32-jährigen rumänischen Arbeiter. Der Wohnraum des bis zum Nachmittag noch Vermissten befand sich in einem eingestürzten Teil des Hauses. Die Leiche wurde genau dort gefunden, wo Arbeiter vermutet wurde. Kurz vor dem Brand wurde er, auf einem Sofa schlafend, im Anbau des abgebrannten Hauses gesehen. In dem Haus wohnten 30 Leiharbeiter…” Artikel von Stefan Prinz in der Osnabrücker Zeitung online vom 13. Juli 2013 externer Link
  • Sklavereiähnliche Zustände im Papenburger Haus
    Nach dem Brand einer Massenunterkunft von Leiharbeitern mit zwei Toten in Papenburg wird von „katastrophalen Zuständen“ in dem Haus berichtet. Gewalt und Alkoholkonsum seien an der Tagesordnung gewesen. Die beiden Todesopfer seien so betrunken gewesen, dass sie am Samstagnachmittag nicht mehr ins Freie hätten flüchten können, berichtet eine an der Rettungsaktion beteiligte Person…” Artikel von Stefan Prinz in der Osnabrücker Zeitung online vom 15. Juli 2013 externer Link
  • Brand in Leiharbeiterunterkunft in Papenburg
    Beim Brand in einer Unterkunft für Leiharbeiter der Meyer Werft sind zwei Männer ums Leben gekommen. NDR Reporter Matthias Schuch über den aktuellen Stand der Ermittlungen. Video der Sendung NDR aktuell – 15.07.2013 14:00 Uhr externer Link