Baltic Week of Action: Laschen ist Hafenarbeit

Buch von Rolf Geffken: Arbeit und Arbeitskampf im Hafen. Zur Geschichte der Hafenarbeit und der Hafenarbeitergewerkschaft“Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ruft vom 9. bis 13. September unter dem Motto „Laschen ist Hafenarbeit!“ in allen großen deutschen Seehäfen zur „Baltic Week of Action“ auf. Die ITF-Aktionswoche ist traditioneller Bestandteil einer internationalen Kampagne gegen Sozialdumping an Bord von sogenannten „Billigflaggen“-Schiffen. Die Internationale Transportarbeiter-Föderation (ITF) organisiert in dieser Zeit gemeinsam mit ver.di Aktionen zum Schutz und zur Verbesserung von Lohn- und Arbeitsbedingungen der Seeleute an Bord von Seeschiffen und findet in Hamburg, Bremerhaven, Wilhelmshaven, Bremen, Emden, Cuxhaven, Kiel, Lübeck, Wismar und Rostock statt. Traditionell werden im Rahmen der Baltic Week von Seeleuten und Hafenbeschäftigten ehrenamtlich gemeinsam Inspektionen durchgeführt, – in diesem Jahr mit dem Fokus auf das Lasch-Equipment an Bord von Containerschiffen im Short-Sea Verkehr. Seit 2015 setzt sich die weltweit maritime Kampagne „Laschen ist Hafenarbeit“ dafür ein, dass diese, körperlich schwere Tätigkeit in deutschen Seehäfen zum Schutz der Seeleute, die diese Arbeiten häufig während ihrer regulären Ruhezeit ausüben müssen und zur Sicherung von Beschäftigung im Hafen, ausschließlich durch Hafenarbeiter/innen ausgeübt werden. „Wir fordern die Küstenländer auf, endlich tätig zu werden und die Hafenverordnungen entsprechend anzupassen. Laschen ist Hafenarbeit“, betont Robert Hengster, ver.di-Bundesfachgruppenleiter Maritime Wirtschaft. In den ITF-Tarifverträgen sei eine verbindliche Regelung vereinbart, wonach Ladungssicherungsarbeiten ausschließlich Hafenarbeiter/innen vorbehalten sind…” ver.di-Pressemitteilung vom 9. September 2019 externer Link und nun der Bericht:

  • ver.di-Bilanz zur Aktionswoche in allen großen deutschen Seehäfen New
    “Am heutigen Freitag (13. September 2019) endet die ITF-Aktionswoche Baltic Week und bilanziert 50 Schiffsinspektionen in sieben Häfen sowie fünf neue Tarifverträge. (…) Gemeinsam mit der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hatte die Internationale Transportarbeiter-Föderation (ITF) vom 9. bis zum 13. September 2019 zur Aktionswoche aufgerufen. In Hamburg, Bremerhaven, Bremen, Brake, Rostock, Lübeck und Wismar fanden Schiffsinspektionen statt mit dem Ziel, die Lohn- und Arbeitsbedingungen der Seeleute entsprechend der tariflichen Vereinbarungen zu prüfen. (…) Beinahe jedes kontrollierte Feeder-Schiff wies bei den Kontrollen Mängel auf. Gravierendste Mängel waren: Ungesicherte Laufwege, mangelnde Begehbarkeit durch nicht ordnungsgemäß verstautes Lasch-Equipment, aber auch ungesicherte Mannlöcher, die für jedermann an Bord ein hohes Verletzungsrisiko bedeuten. „Die festgestellten Mängel zeigen noch einmal deutlich: Wir brauchen endlich eine politische Lösung über eine Hafenverordnung, die die Ladungssicherungsarbeiten in jedem deutschen Hafen exklusiv den Hafenarbeiterinnen und -arbeitern vorschreibt“, fordert Robert Hengster, Bundesfachgruppenleiter Maritime Wirtschaft bei ver.di. Weitere Probleme waren unter anderem fehlende Überstundenbezahlung, falsche Eingruppierungen sowie ausstehende Heuern. Überschattet wurde die Aktionswoche von zwei schweren Unglücken im Vorfeld, bei der ein Seemann zu Tode kam und drei weitere verletzt wurden. Die ITF-Aktionswoche ist eindrucksvolles Symbol für die Solidarität zwischen Hafenarbeiterinnen und Hafenarbeitern und Seeleuten, – nicht zuletzt für die über 100 Seeleute der fünf Schiffe, die jetzt geschützt durch einen ITF-Tarifvertrag und mit deutlich höheren Heuern auf den Weltmeeren ihren Dienst verrichten, resümiert ver.di.” ver.di-Pressemitteilung vom 13. September 2019 externer Link