“Wir sind Menschen und keine Maschinen”. Arbeitskampf der Angestellten der UMG Klinikservice GmbH in Göttingen und die Solidarität der Medizinstudierenden

Zwei Jahre lang kämpften die Angestellten der UMG Klinikservice GmbH für gerechtere Löhne. Wir schauen zurück auf diesen Arbeitskampf, auf Schwierigkeiten sowie Errungenschaften und wagen einen Blick in die Zukunft. Dafür haben wir mit Gewerkschaftssekretär Patrick von Brandt, mit Mitarbeiter*innen und Unterstützer*innen gesprochen…” Video vom 07. August 2019 von VAGABUNT bei youtube externer Link, siehe auch Hintergründe:

  • HINTERGRÜNDE
    Seitdem in deutschen Krankenhäusern Fallpauschalen eingeführt wurden, die eine zeitraum- oder leistungsbezogene Vergütung durch diagnosebezogene Fallgruppen mit pauschaler Vergütung ersetzten, stehen die Krankenhäuser unter erhöhtem Druck, Kosten einzusparen.
    Das führte in Göttingen zur Auslagerung angeblich patient*innenferner Bereiche in die UMG Klinikservice GmbH, eine eigens gegründete Tochterfirma der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und der Universität Göttingen. Hier arbeiten rund 700 Angestellte in Wäscherei, Krankentransport sowie der Reinigung der Räumlichkeiten des Klinikums und der Universität. Dass diese Beschäftigten bis in diesem Jahr nur rund die Hälfte der tariflich bestimmten Gehälter der UMG-Altbeschäftigten verdienten, wollten sie sich nicht länger gefallen lassen. Rund ein Drittel von ihnen erkämpfte, unterstützt durch studentische Initiativen und begleitet durch Gewerkschaftssekretär Patrick von Brandt, einen hauseigenen Tarifvertrag. Nach mehreren Streiks und anderen Aktionen, zuletzt einem Spontanbesuch beim Universitätspräsidium, kam es im Dezember 2018 schließlich zur Einigung.”