Dossier

Aufkleber "Leiharbeit verbieten" von Kollegen der Daimler-Werke Wörth und BremenImmer mehr Krankenpfleger wechseln von ihrer Festanstellung in die Leiharbeit, weil sie sich als feste Kräfte überlastet fühlen. Das ergaben Recherchen von NDR 1 Niedersachsen und “Hallo Niedersachsen”. Offenbar sind die Arbeitsbedingungen in den Kliniken mittlerweile so schlecht, dass viele Krankenpflegekräfte nur noch den Weg in die Leiharbeit sehen, weil sie sich so besser vor Mehrarbeit geschützt sehen. (…) Brigitte Horn von der Gewerkschaft ver.di in Hannover beobachtet diese Entwicklung bereits seit einigen Monaten. Sie spricht im Interview mit dem NDR sogar von einem Trend und einem neuen Phänomen in der Krankenpflege. Die Kliniken seien mittlerweile in der Pflege auf Leiharbeiter angewiesen, sagt Helge Engelke, Direktor der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft. (…) Diesen Trend bemerkt auch eine Leiharbeitsfirma, die Pflegekräfte ausleiht: Derzeit steige die Zahl der vermittelten medizinischen Fachkräfte jährlich um 15 Prozent, sagt Thomas Pietruschinski, Geschäftsführer von Pluss Personalmanagement in Hannover. 80 Prozent der Bewerber haben zuvor fest angestellt in einem Krankenhaus gearbeitet, so eine Disponentin der Firma. (…) Auch offizielle Zahlen belegen die hohe Arbeitsbelastung als Grund für die Flucht in die Leiharbeit…” NDR-Pressemitteilung vom 18.06.2017 externer Link – darin keine Rede davon, daß die Kliniken planen, die Arbeitsbedingungen zu verbessern… Siehe dazu:

  • [Debatte] Zeitarbeit in der Pflege – Kommt die Fremdenlegion? New
    “Als ich diesen Artikel las „Zeitarbeiter – resigniert und gehetzt“ auf Pflege online externer Link konnte ich nicht an mir halten. Er unterstützt die Mär von der bösen Zeitarbeit trotz seiner teils wagen Formulierungen, dass es ja für einzelne Akteure auch etwas Positives sei. Zusätzlich kommt er wissenschaftlich daher aber ohne jegliche Belege. Es werden Verknüpfungen von Erkenntnissen aus der Stressforschung mit Behauptungen aus dem Alltag von Zeitarbeitern verknüpft, sodass ein Bild geschaffen wird, dass Zeitarbeit eigentlich nicht besser ist, als normal auf Station zu arbeiten. (…) Nun aber zurück zur Leiharbeit. Ich möchte an dieser Stelle einmal die Absätze des Artikels durchgehen und kurz beleuchten. Wohlbemerkt, diese Betrachtung ist durch meine Berliner Brille gefärbt und nicht mit wissenschaftlichen Belegen untermauert, da diese einfach fehlen. Das mit der Berliner Brille betone ich, da ich das Empfinden habe, dass der Berliner Zeitarbeitsmarkt doch ein anderer ist, als im Rest der Republik. (…) „Geschmack von Söldnertum“: Die Autorin geht auf die bessere Bezahlung für die Arbeit ein und dass den Zeitarbeitern eine höhere Flexibilität des Arbeitsortes bei gleichzeitiger besserer Planbarkeit der Schichten geboten wird. In diesem einleitenden Absatz werden Fragen aufgestellt, die im Verlauf beantwortet werden sollen. Auffällig dabei: die Antwort auf die Frage nach dem Söldnertum muss der Leser selbst herleiten, denn es wird ohne Schlussfolgerung eine Antwort im späteren Verlauf präsentiert. Dabei ist die Antwort durch die Fragestellung bereits geklärt, da mit dem eher kritisch behafteten Wort „Söldner“ gearbeitet wird. Als Söldner wird zu meist jemand verstanden, der als Kämpfer für den Meistzahlenden und gewissenlos jeden Auftrag erfüllt und ethische Grenzen eher überschreiten würde als jemand anderes. Wird an dieser Stelle also schon vorab das Bild der gefühls- und gewissenslosen Pflegefachperson geschaffen …“ Beitrag vom 05.Oktober 2019 von Pflegearzt im Blog Frau Sofa externer Link und ihre Antwort: 

    • Ja, ich gestehe, auch ich war lange Zeit bewusst in der Zeitarbeit
      “…Bezugnehmend auf den aktuellen Artikel vom Pflegearzt, veröffentlicht heute, will ich aus meiner eigenen Erfahrung sprechen. Denn ich war bewusst Zeitarbeiterin, aber niemals eine „Söldnerin“! (…) Hätte sich Frau Doppelfeld in ihrem Text auf freiberuflich tätige Pflegefachkräfte bezogen, hätte ich ihr in diesem Punkt zugestimmt. Leasingkräfte aber treten nicht mit den Einrichtungen in Verhandlungen, wenn es um ihre Bezahlungen geht, sondern dies allein macht der Personaldienstleister, bei dem sie unter Vertrag stehen. Dies wird im AÜG (Arbeitnehmerüberlassungsgesetz) geregelt. Je nach Qualifikation und Berufserfahrung werden die Pflegefachkräfte vom Personaldienstleister nach dem aktuellen IGZ-Tarifvertrag eingestellt. Die darin hinterlegten Stundenlöhne sind niedriger als die der Festangestellten. „Aufgemotzt“ aber werden die Gehälter durch Boni, Zulagen, Kilometergeld und Tagespauschalen. Die Boni sind verhandelbar, alle anderen Zahlungen sind festgeschrieben. Jede Leasingkraft hat daher augenscheinlich ein höheres Nettoeinkommen, aber da allein das Grundgehalt (lt. IGZ-DGB-Tarif) maßgeblich für die Sozialversicherungen, ergo auch für die künftige Rentenzahlungen ist, zieht hier jede Leasingkraft den schwarzen Peter. Nun sollte bei all dem nicht vergessen werden, dass der IGZ-Tarifvertrag mit dem DGB (Deutscher Gewerkschaftsbund – Dachverband von Ver.di) ausgehandelt wurde…“ Beitrag vom 06.Oktober 2019 von Frau Sofa im Blog Frau Sofa externer Link
  • Pflegerat fordert Begrenzung der Leiharbeit in der Pflege 
    Der Deutsche Pflegerat beklagt Fehlentwicklungen bei der Leiharbeit in der Pflege. „Die durch die rasante Entwicklung des Leiharbeitsmarktes in der Pflege bedingten Fehlentwicklungen gefährden die Patientensicherheit“, warnte Präsident Franz Wagner gestern. Er forderte zeitnah gesetzliche Regelungen für eine Begrenzung der Leiharbeit sowie Maßnahmen für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Pflege. Zusammen mit dem Aktionsbündnis Patientensicherheit legte der Pflegerat ein Posi­tions­papier zur Leiharbeit in der Pflege vor. Leiharbeit führe bei den Mitarbeitern zum sozialen Unfrieden, heißt es darin. Das fördere weitere Abwanderungen fest angestellter Pflegender. Gefährdet sehen Pflegerat und das Aktionsbündnis Patientensicherheit zudem die Einhaltung der hohen Qualitätsanforderungen. Wagner forderte die Politik unter anderem auf, die Zeitarbeitsagenturen dazu zu verpflichten, die Qualifikation der befristeten Leiharbeiter transparent zu machen. Weiter müsse es eine Begrenzung des Anteils der befristeten Leiharbeiter beim Pflegepersonal geben. Ergänzend wollen der Pflegerat und das Aktionsbündnis Patientensicherheit eine „öffentliche Transparenz über die Leiharbeitsquote in den einzelnen Einrichtungen“…” Meldung vom 25. September 2019 beim Ärzteblatt online externer Link, siehe dazu:

    • BAP-Hauptgeschäftsführer Thomas Hetz zum Positionspapier des Pflegerates: „Zeitarbeit in der Pflege ist mit einem Anteil von weniger als 2% nur eine Randerscheinung“ Aus der Pressemitteilung vom 25.09.2019 bei BAP externer Link
  • Der Gesetzgeber will Leiharbeit in der Pflege „weitgehend verhindern“. Selbst wenn er wollte – wie will er das machen? 
    Derzeit geistert immer wieder die angebliche Botschaft durch die Medienwelt, der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) wolle die Leiharbeit in der Pflege „verbieten“. Da geht allerdings einiges durcheinander. (…)So wurde der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bereits im Sommer des vergangenen Jahres mit diesen vorsichtigen Worten zitiert externer Link: »Die Leiharbeit im Pflegebereich mache die Dinge nach Spahns Auffassung angesichts der aktuellen Probleme mit der Stellenbesetzung eher schwieriger als leichter. „Ich hätte lieber weniger Leiharbeit in der Pflege und mehr Festangestellte“, sagte Spahn.« In einem anderen Bericht heißt es: »Es müsse dringend jetzt etwas getan werden, vor allem gegen die Leiharbeit. Denkbar wäre, überlegte Spahn, ein Verbot von Leiharbeit in unterbesetzten Facharbeitsbereichen – auch wenn dies einen ziemlichen Eingriff bedeuten würde.« Wobei die dazu gehörende Überschrift des Artikels – Jens Spahn spricht sich für ein Verbot von Leiharbeit aus externer Link – dann angesichts der konkreten Formulierung des Ministers eine nun ja, sehr weit ausgreifende Interpretation ist. Der Mann weiß sicher, warum er semantisch so herumeiert bei dem Thema „Verbot der Leiharbeit“ in der Pflege. Doch diese Debatte geht offensichtlich weiter: Gesetzgeber will Leiharbeit in der Pflege weitgehend verhindern externer Link, meldet nun die Online-Ausgabe des Deutschen Ärzteblatts, die Ärzte Zeitung berichtet dazu unter der Überschrift Spahn gegen Leihkräfte in Kliniken externer Link. Aber wie will er das hinbekommen? Von einem Verbot, auf Leiharbeit, von anderen auch als Zeitarbeit oder Arbeitnehmerüberlassung bezeichnet, ist schon in der Überschrift keine Rede (mehr). „Weitgehend verhindern“ – was muss man sich darunter vorstellen? »Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) will bei der geplanten besseren Vergütung der Pflege in den Krankenhäusern ein Ausweichen auf Leiharbeiter verhindern.« Das ist das Ziel. Und wie kann man das erreichen? Dazu bekommen wir diese „Aufklärung“: »Konkret sollen höhere Kosten, die bei Leiharbeitskräften anfallen können, nicht von den Krankenkassen refinanziert werden, wie Spahn erläuterte. Dafür soll ein Änderungsantrag an einem anderen Gesetz angehängt werden, das in dieser Woche in den Bundestag ein­ge­bracht wird. Über die tarifvertragliche Vergütung hinausgehende Zusatzkosten und Vermittlungsprovisionen bei Leihpersonal sollen demnach nicht im künftigen „Pflegebudget“ berücksichtigt werden, das die Kassen zahlen.« Anders ausgedrückt: Es geht eben nicht um ein wie auch immer formuliertes explizites Verbot der Leiharbeit in der Pflege, sondern man will deren Inanspruchnahme eindämmen, in dem man auf der Kosten- und Finanzierungsseite bei den (potenziellen) Entleihunternehmen anzusetzen versucht…” Beitrag vom 24. September 2019 von und bei Stefan Sell externer Link
  • „Gute Leiharbeit“? Zur medialen und tatsächlichen Bedeutung der Leiharbeit in der Kranken- und Altenpflege
    “Wenn man die letzten Jahre zurückschaut, dann dominiert in der Berichterstattung über die Leiharbeit in Deutschland eine negative Erzählung. (…) Vor diesem Hintergrund sind viele sicherlich erst einmal überrascht, wenn sie mit solchen Meldungen konfrontiert werden: Pflegekräfte fliehen in die Leiharbeit: »In der Leiharbeit ist die Arbeitsbelastung für Pflegekräfte mitunter geringer als bei einer Festanstellung … in der Pflegebranche wächst die Leiharbeit rapide.« (…) Zum einen sollte man also angesichts der tatsächlichen Zahlen die Kirche im Dorf lassen, zum anderen aber gibt es offensichtlich einige interessante Besonderheiten der Inanspruchnahme von Leiharbeit in der Pflege. Und die bestehen nicht nur darin, dass es offensichtlich für einige Pflegekräfte attraktiver ist, statt einer Festanstellung beispielsweise in einem Pflegeheim eine Tätigkeit in der Leiharbeit vorzuziehen. (…) Letztendlich können die Leiharbeitskräfte in der Pflege anders als in anderen, „klassischen“ Einsatzbereichen der Arbeitnehmerüberlassung, wo sie als hoch flexible Randbelegschaft, die man jederzeit entsorgen kann, von einem besonders ausgeprägten Ungleichgewicht zuungunsten der Arbeitgeber profitieren, denn der eklatante Personalmangel führt dazu, dass man hier auf die Leiharbeitskräfte zur Aufrechterhaltung des Normalbetriebs angewiesen ist, weil man keine oder zu wenige Arbeitskräfte für die „normale“ Beschäftigung findet, aber aufgrund der Personalvorgaben gezwungen ist, beispielsweise eine bestimmte Anzahl an Pflegefachkräften vorzuhalten. Während in vielen anderen Bereichen die Leiharbeiter zu Recht beklagen, dass sie deutlicher schlechter behandelt werden als die Stammbelegschaft, die also auf der Sonnen- und sie selbst auf der Schattenseite seien, wird aus der Pflege von einer umgekehrten Konstellation berichtet – mit hoch problematischen Rückwirkungen in diesem Fall für die Stammbeschäftigten: »Pflegebeauftragter Westerfellhaus beobachtet diese Entwicklung mit großer Sorge. „Es gibt Hinweise, dass die Qualität der Pflege durch den Einsatz von Leiharbeitern leidet. Zudem bedeutet es für die Einrichtungen einen wesentlich höheren finanziellen Aufwand“ … Hinzu kommen erhebliche Belastungen für die Festangestellten, die immer weniger in festen Teams, mit festen Kollegen arbeiten und durch die dünne Personaldecke immer kurzfristiger einspringen müssten.«…” Beitrag von Stefan Sell vom 23. September 2019 auf seiner Homepage externer Link
  • Nicht ohne Nebenwirkungen: DBfK-Papier zu Leiharbeit in der Pflege 
    “Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) hat nun ein 6-seitiges Impulspapier veröffentlicht: „Arbeitnehmerüberlassung in der Pflege“. Es beschreibt die Entwicklung der Leiharbeit in den vergangenen Jahren, nennt aktuelle Zahlen, stellt die Ursachen der Zunahme von Arbeitnehmerüberlassung in Pflegeberufen dar” So heißt es in dem Impulspapier des DBfK-Bundesvorstands Berlin vom September 2019 externer Link u.a.: “…In der Pflegebranche bildete die Leiharbeit bis vor einigen Jahren lediglich eine Nische ohne große Bedeutung. Lange war sie auch für qualifizierte Pflegefachpersonen kein attraktives Angebot. Einrichtungen griffen nur in der größten Not darauf zurück, viele machten dabei eher schlechte Erfahrungen und nahmen aus Sorge um ihr Unternehmensimage schnell wieder Abstand von einer solchen Lösung. Das hat sich inzwischen grundlegend geändert. In der Pflegebranche floriert die Zeitarbeit, das zeigen die Daten der Bundesagentur für Arbeit und Berichte aus Einrichtungen – vor allem in den Städten. (…) Auch in der Altenpflege ist die Zahl der Leiharbeiter in den letzten fünf Jahren merklich gestiegen von gut 8.000 auf 12.000 im Jahr 2018. Immer mehr Pflegekräfte scheinen sich derzeit für eine Beschäftigung über ein Leiharbeitsunternehmen zu entscheiden, da diese mit überdurchschnittlichen Löhnen, Mitbestimmungsrechten bei Dienstplänen und bezahlten Überstunden werben. Der Anteil der Leiharbeitnehmer an allen Beschäftigten in der Pflege ist mit zwei Prozent weiterhin gering – jedoch mit steigender Tendenz.“ Die Berufsgruppe verzeichne, so heißt es weiter, zwischen 2014 und 2018 mit 0,7 Prozentpunkten die stärkste Zunahme der Leiharbeit an der Gesamtbeschäftigung…”
  • BAP-Präsident Lazay: Einschränkung der Zeitarbeit schafft nicht eine einzige Pflegekraft mehr 
    Zu den Forderungen der Arbeitsgruppe „Konzertierte Aktion Pflege“ externer Link nach Einschränkungen der Zeitarbeit in der Pflege und Betreuung, erklärt Sebastian Lazay, Präsident des Bundesarbeitgeberverbandes der Personaldienstleister e. V. (BAP): „Die Beschäftigten in der Pflege haben nicht nur verbriefte Rechte. Sie haben es vor allem verdient, nicht nur als Arbeitskräfte wahrgenommen zu werden, sondern als Menschen, die eine wertvolle Dienstleistung erbringen. Die Pflege kann aber nur dann zukunftsfähig sein, wenn auch die Interessen der Beschäftigten berücksichtigt werden. Nicht Zwang, nicht Bevormundung, nicht Verbote helfen weiter. Eine Reduzierung der Zeitarbeit in der Pflege, wie sie jetzt im Abschlussbericht der Arbeitsgruppe ‚Konzertierte Aktion Pflege‘ gefordert wird, schafft nicht eine einzige Pflegekraft mehr. Die Lücke an Pflegekräften kann so nicht geschlossen werden, da die Zeitarbeitskräfte ja bereits in der Pflege tätig sind. Vielmehr müssen wir, die Zeitarbeitsbranche, gemeinsam mit den Pflege-Arbeitgebern daran arbeiten, dass Pflegeberufe attraktiver werden. (…) Tatsache ist, dass Zeitarbeitskräfte in der Pflege nahezu das Gleiche verdienen wie Stammbeschäftigte. Diese im Wesentlichen gleiche Bezahlung ist politisch gewollt und wird in weiten Teilen der Gesellschaft auch als gerecht empfunden. Wenn vereinzelte Pflege-Arbeitgeber und Verbände hieraus einen Skandal ableiten möchten und Zeitarbeitskräften nur ein geringeres Einkommen zubilligen wollen, dann haben sie die Zeichen der Zeit verkannt. Fakt ist ebenfalls, dass die tatsächlichen Zahlen von Zeitarbeitnehmern in der Pflege und die öffentliche Diskussion weit auseinanderliegen. Hier sollten Sachargumente endlich wieder überwiegen. Denn Zeitarbeit in der Pflege ist ein Randphänomen. Es gehen zwar auch Pflegekräfte in die Zeitarbeit, aber genauso wechseln Zeitarbeitskräfte aus der Arbeitnehmerüberlassung in Pflegeeinrichtungen…” Pressemitteilung vom 04.06.2019 von und bei Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister e.V. (BAP) externer Link
  • Pflegeberufe: Von der Zeitarbeit lernen. Zeitarbeitsunternehmen behandeln die Pflegekräfte relativ gut. Andere können von ihnen lernen (?) 
    Die Pflege alter Menschen ist harte Arbeit: körperlich wie psychisch belastend, mit vielen Nacht- und Wochenendschichten, aber zu einem vergleichsweise niedrigen Gehalt. Besonders schwierig wird es, wenn die Personaldecke in einer Einrichtung so dünn ist, dass ständig Überstunden und Doppelschichten anfallen. Kein Wunder, dass viele Pflegekräfte einen Ausweg suchen. Überraschen dürfte aber, dass sie ihn häufig ausgerechnet in der Zeitarbeit finden, gilt diese doch gemeinhin als Sinnbild für prekäre Beschäftigung, für befristete Verträge und wenig Geld. Doch die Zeitarbeitsunternehmen behandeln die Pflegekräfte relativ gut (…) Dass das zu Unmut unter den ohnehin unter großem Personalmangel leidenden Altenpflegeeinrichtungen führt, ist zwar verständlich. Doch die Schlussfolgerung, deshalb müsse die Zeitarbeit in der Pflege verboten werden, ist falsch…” Kommentar von Britta Beeger vom 15.05.2019 bei der FAZ online externer Link – u.E. ist auch ihre Schlussfolgerung falsch!
  • Neuer Trend: Leiharbeit in der Pflege? 
    “Der Pflegenotstand in Deutschland ist so groß, dass Kliniken und Altenheime immer öfter Leiharbeitskräfte einstellen müssen, um ihren Betrieb aufrechthalten zu können. Dies gilt dem Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe zufolge besonders „für Ballungsräume im süddeutschen Raum“. Auch in Unterfranken, etwa in der Uniklinik Würzburg oder dem Leopoldina-Krankenhaus in Schweinfurt, ist Leiharbeit üblich. Laut einer Statistik der Bundesagentur für Arbeit ist die Zahl der Leiharbeiter in der Pflegebranche von 2013 bis 2017 um 27 Prozent gestiegen. Nach der Statistik arbeiteten 2017 bundesweit rund 29 000 Krankenpfleger und Altenpfleger als Zeitarbeitskräfte. Die Dunkelziffer liegt Expertenschätzungen zufolge höher. (…) Stärker als in Kliniken aber kommen Kargs Erfahrungen nach Leiharbeiter in Altenheimen zum Einsatz. Friedhelm Fiedler, Sprecher des Arbeitgeberverbands Pflege, bestätigt das. (…) Die Referentin des Berufsverbands für Pflegeberufe sieht den Einsatz von Leiharbeitern insbesondere in Altenheimen kritisch. „Da geht es um langfristigen Beziehungsaufbau; da ist es wichtig, dass die Gepflegten ihre Pfleger und die Pfleger ihre Patienten kennen“, sagt Sabine Karg. Und mahnt: „Wenn Einrichtungen gut mit ihren Pflegekräften umgehen, ihnen ein gutes Arbeitsklima bieten und vor allem geregelte Dienstpläne, dann müssen sie nicht auf die Leiharbeiter zurückgreifen.“ Artikel von Gisela Rauch vom 30.11.2018 in der Mainpost online externer Link
  • Fluch oder Segen der Zeitarbeit im Gesundheitssektor und der daraus resultierende Pflegenotstand 
    Der in der Bevölkerung stellenweise diskutierte Pflegenotstand hat nach Ansicht des Autors nicht nur die Ursache in der demographischen Bevölkerungsentwicklung, sondern auch im massiven Anstieg der Arbeitnehmerüberlassung (ANÜ) der letzten Jahre. (…) Gänzlich ungeniert werben die Unternehmen der ANÜ-Branche mit sehr hohen Stundenlöhnen, erfinden Preise wie den „Pflegeaward“, übrigens unter der Schirmherrschaft des aktuellen Gesundheitsministers Jens Spahn, leisten sich Testimonials, die dann auch noch als Vertreter der Pflegekräfte medial aufbereitet und von den Medien hofiert werden – ohne daß es irgend Jemanden interessiert, was denn die Konsequenzen für die festangestellten Mitarbeiter, für die Bewohner und Patienten und für die Arbeitgeber sind. (…) So hat auch die Anzahl der Mitarbeiter bei Zeitarbeitsunternehmen sprunghaft zugenommen. Die offiziellen Beschäftigungszahlen sind knapp 83.000 Mitarbeiter. (…) Der Autor hat sich mit einigen Arbeitgebern unterhalten, sowohl aus dem stationären Bereich der Altenhilfe, als auch aus dem ambulanten Bereich, ebenso auf Klinikebene. Heraus kam, dass der zu zahlende Satz an die ANÜ-Unternehmen etwa um das 3-fache höher lag, als bei einer festangestellten Kraft…” Artikel von KNU vom 12.11.2018 – der Autor ist der Redaktion bekannt, wir danken ihm!
  • Der Großgrundbesitzer und die absolute Inhaltsleere: “Die Unternehmen der Zeitarbeitsbranche zahlen weder Ausbildungsumlage noch sonst irgend etwas” 
    “… Und das muss heute mal sein, dass es schon abnorm ist, dass wir auf der einen Seite von Pflegenotstand reden, auf der anderen Seite und aber ne Horde von Leasingfirmen leisten, die sich zum einen in den aufgerufenen Preisen übertreffen als auch in der Wahl der Methoden der Mitarbeiterrekrutierung. Da munkelt man, dass es Mitarbeiter von Zeitarbeitsfirmen geben soll, die 3000 € Prämie von eben jener Zeitarbeitsfirma erhalten, wenn sie aus den Einrichtungen der Auftraggeber noch ein paar Mitarbeiter abwerben. Da sind Sie jetzt aber baff, Herr Plett!!! Da lungern die Recruiter auf den Parkplätzen bei Schichtwechsel rum, treiben sich als Besucher getarnt in Einrichtungen rum oder werben ganz ungeniert mit Zahlen, die einer normalen festangestellten Kraft die Tränen in die Augen reiben – und warum? Nun, es geht hier um Verantwortung: Die Kolleginnen und Kollegen, die jeden Tag sich ihrer Verantwortung stellen, müssen sich gefallen lassen, dass es Unternehmen gibt, die Personal aus der Verantwortung herauslösen, um Profite zu generieren. (…) wichtig ist nur, dass es dringend geboten wäre, wenn hier der Gesetzgeber einschreiten würde, denn es sind alles Gelder, die im Endeffekt der Solidargemeinschaft genommen werden. Die Unternehmen der Zeitarbeitsbranche zahlen weder Ausbildungsumlage noch sonst irgend etwas. Sie warten einfach nur bis ein neuer Ausbildungsgang fertig wird, um dann die Lorbeeren des Wartens zu ernten. Die Früchte des Zynismus sozusagen…” Beitrag von 27. Oktober 2018 (Der Pflegegockel) im Blog Frau Sofas Gedanken externer Link
  • Pflegenotstand: Flucht in die Leiharbeit 
    „30 Jahre lang arbeitete der Berliner Krankenpfleger Johannes Kutz fest angestellt in ein- und demselben Haus, vor drei Jahren wechselte er zu einer Zeitarbeitsfirma. Freiwillig. »Ich hatte die Faxen dicke«, sagt Kutz. Der 55-Jährige, spezialisiert auf Anästhesie, hat erlebt, wie die Arbeit im Krankenhaus immer anstrengender wurde. »Es gab immer mehr ältere und kränkere Patienten und zugleich wurde Personal abgebaut.« Am meisten litt Kutz unter den Dienstzeiten. Weil er unverheiratet ist, blieben überdurchschnittlich viele Spät- und Wochenenddienste an ihm hängen. Mitsprachemöglichkeiten beim Erstellen der Dienstpläne gab es kaum. »Es hat einfach keinen Spaß mehr gemacht.« Ein Wechsel in ein anderes Haus war für ihn keine Lösung. »Über kurz oder lang wäre ich auf dieselben Probleme gestoßen«, ist Kutz überzeugt .Jetzt ist er bei der pluss Personalmanagement GmbH unter Vertrag, einem bundesweit agierenden Zeitarbeitsunternehmen, das sich unter anderem auf die Überlassung von medizinischen Fachkräften spezialisiert hat. Dort verdient er genauso viel wie vorher. 2200 netto bei einer 80-Prozent-Stelle. Aber ums Geld ging es ihm ohnehin nicht. »Mein größter Pluspunkt: Ich kann mir die Dienstzeiten aussuchen«, sagt er. Heute arbeitet er überwiegend im Frühdienst, von Montag bis Freitag, bekommt kurzfristig freie Tage, muss seinen Urlaub nicht mehr ein Jahr im Voraus planen. »Ich habe noch nie in meinem Leben so regelmäßig gearbeitet.« (…) In Krankenhäusern und Pflegediensten ist die Zahl der Leiharbeiter im vergangenen Jahr um 50 Prozent gestiegen, wie aus aktuellen Daten der Bundesagentur für Arbeit vom Juli hervorgeht. Waren im Dezember 2016 noch 14 390 Gesundheits- und Krankenpfleger auf Zeitarbeitsbasis beschäftigt, sind es ein Jahr später bundesweit 21 751. Nimmt man Rettungsdienste und Geburtshilfe hinzu, werden aus 16 665 Leiharbeitern 25 344. In der Altenpflege hat sich hingegen wenig verändert. Hier ist die Anzahl fast gleich geblieben, im vergangenen Dezember waren es 12 853. Trotz der steilen Wachstumskurve ist der Anteil von Leiharbeit in der Branche allerdings – gemessen an insgesamt mehr als einer Million Pflegekräfte – immer noch relativ gering. (…) Gewerkschaften stehen vor einem Dilemma. Leiharbeit kann für den Einzelnen Entlastung bringen, zugleich verschärft sie jedoch strukturelle Probleme. »Individuell ist der Wechsel in die Leiharbeit oft nachvollziehbar. Für die Versorgung der Patientinnen und Pflegebedürftigen und für die Zusammenarbeit im Team ist es aber verheerend«, sagt Sylvia Bühler, im ver.di-Bundesvorstand zuständig für den Bereich Gesundheit. Auch für die kollektive Interessenvertretung ist sie ein Hindernis. Durch Leiharbeit wird die ohnehin bereits aufgespaltene Krankenhausbelegschaft weiter zersplittert, was gewerkschaftliche Organisierung und Mitbestimmung erschwert…“ Artikel von Ines Wallrodt vom 04.09.2018 in neues Deutschland online externer Link
  • Leiharbeit in der Altenpflege: „Ich geh da nicht mehr hin!“ 
    Leiharbeitsfirmen werden für Altenpflegekräfte immer attraktivere Arbeitgeber. Unter anderem bietet sich ihnen dort die Möglichkeit, Einsätze zu verweigern.
    „Zeitarbeit in der Pflege ist immer scheiße.“ Diesen Satz sagt ausgerechnet der Betreiber einer Bremer Leiharbeitsfirma für Altenpflegekräfte. Nicht nur deswegen möchte Joachim Grunert* nicht, dass sein richtiger Name in der Zeitung steht. Er verleiht seine Angestellten unter anderem an die beiden Bremer Pflegeeinrichtungen des Betreibers Alloheim – allerdings nur noch in den Nachtdienst. „Für die Tagschichten mag ich dort niemanden mehr hinschicken“, sagt er. Als „absolut chaotisch“ beschreibt Grunert die Zustände in den Heimen von Deutschlands zweitgrößter Pflege-Kette: „Es gibt dort viel zu wenig und teilweise völlig ungeeignetes Personal, die Versorgung der Bewohner ist eine Katastrophe, es fehlt an Material – teilweise gibt’s dort nicht einmal Windeln.“ Im Nachtdienst könne das eingesetzte Personal immerhin noch selbst entscheiden, wie es arbeiten wolle, „da ist die Struktur ein bisschen anders“. (…) „Zeitarbeitsfirmen schießen wie Pilze aus dem Boden“, sagt Grunert. Und in den beiden Bremer Alloheimen betrage der Anteil der Leiharbeiter 50 Prozent: „Da kann man sich schon vorstellen, wie schlecht die Menschen dort versorgt werden.“ Dabei sind die eingesetzten LeiharbeiterInnen keineswegs inkompetent. „Aber wie soll ich denn gut und angemessen zum Beispiel mit einem demenzkranken Menschen umgehen, wenn ich ihn gar nicht kenne und wenn mir nichts über ihn erzählt wird?“, sagt Grunert. Die Kommunikation gerade mit demenzkranken Menschen funktioniere oft nur durch bestimmte Themen oder einzelne Schlüsselwörter: „Die kennt ein Zeitarbeiter aber nicht.“ Während der Einsatz von Fremdkräften für die Pflegebedürftigen schlecht ist, sind die Arbeitsbedingungen für die LeiharbeiterInnen indes besser als die Festanstellung in einer Einrichtung – und der Grund, warum sich immer mehr Pflegekräfte bei Zeitarbeitsfirmen beschäftigen lassen: „Sie werden besser bezahlt, sie haben die Wahl, Überstunden abzufeiern oder ausgezahlt zu bekommen, sie haben flexiblere Möglichkeiten, Urlaub zu nehmen“, sagt Grunert. LeiharbeiterInnen unterlägen keinem sozialen Druck innerhalb eines festen Teams und: „Sie dürfen Einsätze verweigern.“
    …” Artikel von Simone Schnase vom 3.4.2018 bei der taz Bremen externer Link
  • Neue Zahlen zu im Pflegebereich tätigen Leiharbeitern 
    “… Nach einer Mitte März vom Deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung vorgelegten Studie gibt es derzeit 17 000 offene Stellen in deutschen Pflegeheimen. Gründe seien hauptsächlich der bundesweite Fachkräftemangel sowie die abnehmende Qualität der Bewerber für diesen Beruf. Einem Medienbericht zufolge nahm überdies die Zahl der im Pflegebereich tätigen Leiharbeiter in den vergangenen Jahren zu. Spahn hatte zu seinem Amtsantritt auch angekündigt, den Pflegeberuf attraktiver zu machen, etwa über eine bessere Bezahlung. (…) Wie die „Passauer Neue Presse“ (Samstag) unter Berufung auf eine Antwort der Bundesagentur für Arbeit auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion berichtete, waren vergangenes Jahr bundesweit 10.181 Beschäftigte in der Gesundheits- und Krankenpflege, bei Rettungsdiensten und der Geburtshilfe als Leiharbeitskräfte beschäftigt. Im Jahr 2014 waren es demnach 7374 gewesen. Im Bereich der Altenpflege habe es 2017 mehr als 7500 Leiharbeitskräfte gegeben; drei Jahre zuvor seien es 5850 gewesen. Dem Bericht zufolge verdienen Leiharbeitskräfte deutlich weniger als regulär Beschäftigte. Bei Vollzeit habe deren Bruttolohn in den Bereichen Pflege, Rettungsdienst und Geburtshilfe Ende 2016 bei 3203 Euro monatlich gelegen – bei Leiharbeitskräften bei 2579 Euro. Der Bruttomonatsverdienst für Vollzeitbeschäftigte in der Altenpflege lag demnach Ende 2016 bei 2436 Euro – bei Leiharbeitskräften im Durchschnitt bei 2131 Euro…” dpa-Meldung vom 31.03.18 in der Berliner Zeitung online externer Link: “Pflegenotstand: Spahn will ausländische Pflegekräfte nach Deutschland holen”
  • Immer mehr Pfleger flüchten in Leiharbeit 
    Immer mehr Krankenpfleger entscheiden sich für einen Wechsel in die Leiharbeit. Die Zeitarbeitsfirmen werben mit weniger Arbeitsstress bei gleichem Lohn. Das lassen sich viele nicht zweimal sagen. (…) Immer mehr Pflegekräfte flüchten in die flexible Leiharbeit. Laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit stieg die Zahl der Leiharbeiter in der Branche von 2013 bis 2017 um knapp 27 Prozent. Arbeiteten im Juni 2013 bundesweit rund 22.600 Krankenpfleger, Altenpfleger, Helfer und Spezialisten als Zeitarbeitnehmer, waren es 2017 bereits rund 28.800. (…) Im Bereich der Altenpflege fällt in Mitteldeutschland der Drang in die Leiharbeit noch deutlicher aus. Laut Statistik der Landesagentur für Arbeit Sachsen gab es in den Jahren 2013 bis 2017 bei jenen Pflegekräften, die sich über Zeitarbeitsfirmen vermitteln lassen, einen Zuwachs von über 100 Prozent. (…) Viele Zeitarbeitsfirmen werben in ihren Anzeigen mit höheren Löhnen. Wie hoch sie tatsächlich ausfallen, will von den Zeitarbeitsfirmen keiner sagen. Neben guter Bezahlung versprechen die Firmen ihren Leiharbeitern, sie nicht mehr jener hohen Arbeitsbelastung auszusetzen, die sie zur Genüge kennen. (…) Fallen Kollegen durch Krankheit, Schwangerschaft oder Urlaub aus, müssen ihre Kollegen Überstunden leisten. Oder aber die Arbeitgeber fragen nach einer Pflegekraft bei einer Zeitarbeitsfirma an. In vielen Krankenhäusern sei die Not inzwischen so groß und die Stammbelegschaft so knapp ausgestattet, meint die Sprecherin des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe (DBfK), Johanna Knüppel, “dass sie bei kurzfristigen Personalausfällen gar nicht mehr anders können, als auf Leiharbeit zurückzugreifen, auch wenn sie viel Geld kostet.” Das sei in der Gesamtrechnung dennoch billiger, als Betten oder Plätze unbelegt lassen zu müssen, so Knüppel…” Text der Sendung von Annett Müller und Anja Neubert  am 25. März 2018 im MDR FERNSEHEN externer Link
  • Klinikverbund Gesundheit Nord: Leiharbeit treibt die Kosten in die Höhe
    “… „Wir beobachten seit Längerem, dass es einen gespalteten Leiharbeitsmarkt gibt“, sagt Regine Geraedts, Referentin für Arbeitsmarktpolitik bei der Arbeitnehmerkammer in Bremen. Eigentlich sei die Leiharbeit ein Kostensparmodell für Unternehmen. (…) Im Gesundheitsbereich bei Pflegefachkräften oder Ärzten wandelt sich die Situation hingegen. Die Vorteile für Unternehmen werden zu Nachteilen. „Für uns ist die Leiharbeit kein Sparmodell“, sagt Karen Matiszick, Sprecherin bei der Geno. „Der Arbeitsmarkt ist leer gefegt und umkämpft.“ Somit gebe es ein großes Interesse an den Fachkräften. Vor allem Ärzte könnten in dieser Situation relativ viel Geld verlangen. Doch auch Krankenpfleger wechseln immer häufiger von einer Festanstellung in die Leiharbeit. Einer der Gründe: Die Arbeitsbedingungen in den Kliniken sollen mittlerweile so schlecht sein, dass viele Pflegekräfte die Leiharbeit als Lösung sehen. (…) Wegen des extrem schwierigen Arbeitsmarktes sei der Klinikverbund Geno immer wieder darauf angewiesen, offene Stellen vorübergehend mit Leiharbeitnehmern zu besetzen, erklärt Sprecherin Matiszick. Das betreffe die Pflegekräfte genauso wie die Ärzte. (…) Um vakante Stellen im Gesundheitsbereich zeitnah zu besetzen, setzen Krankenhäuser und Kliniken bundesweit zum einen auf Leiharbeiter und zum anderen immer wieder auf Arbeitskräfte aus dem Ausland. Auch in Bremen gibt es Unternehmen, die sich auf dieses Gebiet spezialisiert haben…” Beitrag von Pascal Faltermann vom 4. März 2018 beim Weser-Kurier online externer Link