Bremer Bündnis für mehr Krankenhauspersonal

Bremer Bündnis für mehr Krankenhauspersonal“… Wir wollen gemeinsam mit unseren Kolleginnen und Kollegen in den Bremer Krankenhäusern erreichen, dass auf allen Stationen und Abteilung die Arbeitsbelastung endlich wieder auf ein erträgliches Maß reduziert wird. Dies kann nur dann erreicht werden, wenn es überall verbindliche Personalmindeststandards gibt. Deswegen fordern wir endlich eine gesetzliche Personalmindestbemessung! Das Bremer Bündnis möchte mit seinen Aktivitäten an die erfolgreiche Auseinandersetzung in der Berliner Charité sowie an Bewegungen von Pflegekräften in ganz Deutschland anknüpfen. Überall begehren Pflegekräfte gegen ihre Arbeitsbedingungen auf, welche sowohl für sie als auch für die ihnen anvertrauten Patient*innen mehr und mehr zu einer Gefahr werden. (…) Gesundheit ist ein Menschenrecht, keine Ware! Für mehr Personal im Krankenhaus!” Aus der Selbstdarstellung des Bündnisses auf dessen Homepage externer Link dort – im Aufbau – weitere Infos und Termine. Siehe auch:

  • [Video] Ariane Müller, Krankenschwester New
    Ariane Müller arbeitet seit 43 Jahren im Krankenhaus und engagiert sich seit Jahrzehnten für bessere Arbeitsbedingungen und mehr Personal. 2005 hat sie im Bremer Klinikum Mitte die Betriebsgruppe “Uns reicht’s Bremen” mitgegründet und 2017 das Pflegebündnis Bremen. “Wichtig ist, dass wir uns bundesweit vernetzen, und ich persönlich bin mir sicher, dass wir es nicht mit einfachen Forderungen erreichen, indem wir an bestimmte Stellen, z.B. hier in Bremen an den Bremer Senat, appellieren, sondern wir müssen Druck erzeugen. Und in meinen Augen geht das nur, wenn wir flächendeckend, auch bundesweit Streiks organisieren. Nur diese Sprache versteh’n se.”” Video bei labournet.tv externer Link (deutsch |12 min | 2018)
  • Kundgebung am 15.12.2017 am Klinikum Bremen Ost 
    Der Aufsichtsrat der GeNo (Gesundheit Nord) trifft sich am 15.12.2017 turnusmäßig am Klinikum Bremen Ost, Haus im Park. Unter anderem soll der Wirtschaftsplan 2018, in dem auch der Personalplan enthalten ist, beschlossen werden. Weder der Bremer Senat noch Frau Prof. Quante-Brandt als Senatorin für Gesundheit, zuständig für alle Bremer Krankenhäuser, haben sich zu den berechtigten Forderungen des Bremer Bündnisses für mehr Personal im Krankenhaus verhalten. (…) So werden wir jetzt am 15.12.2017 unsere Forderungen der Gesundheitssenatorin auf der AR-Sitzung persönlich übergeben: Jetzt eine tarifliche oder gesetzliche Personalbemessung (Personalschlüssel Patient*in zu Pflegekraft) für jedes einzelne Krankenhaus und für jede einzelne Station, gemessen am pflegerischen und medizinischen Bedarf der Patient*innen, Sanktionsmöglichkeiten zur Durchsetzung der Personalbemessung…” Aufruf vom 7.1.22017 externer Link samt Flugblatt zur Kundgebung um 11.00
  • Redebeitrag auf der Demo des Bremer Bündnis für mehr Personal im Krankenhaus am 21. September 2017 in Bremen 
    Ich bin Ariane und arbeite seit 1974 im Krankenhaus, ab 1981 im Klinikum Bremen Mitte auf der Intensivstation 3 als sog. Dauernachtarbeitsschwester mit einer voller Stelle. Ich habe schon immer versucht, mit Kolleg*innen im Krankenhaus für bessere und menschliche Arbeitsbedingungen zu kämpfen.
    Jetzt im Sommer habe nicht nur ich gespürt, so kann es nicht weitergehen. Es muss sich jetzt was verändern. Der Druck auf uns Pflegekräfte wird immer stärker und stärker. So habe ich u.a. mit Jörn Bracker von ver.di das Bremer Bündnis für mehr Personal im Krankenhaus im Sommer ins Leben gerufen. Anfangs waren wir sehr wenige, wir werden aber immer mehr. Ehrlich gesagt, ich hätte im Sommer niemals daran gedacht, dass wir heute diese Demo durchführen werden. Für mich war und ist es wichtig, auch die Beschäftigten aller Bremer Krankenhäuser miteinzubeziehen, die bei verdi noch nicht organisiert sind.
    Die Arbeitsbedingungen (Abbau von Stellen,keine ausreichende Personalbesetzung, Arbeitshetze, Arbeitsverdichtung , Überstunden, keine Pausen, das ständige Einspringen, allein nachts auf einer Station, nur um ein paar Beispiele zu nennen) sind in den letzten Jahren so massiv schlecht geworden, dass wir die Schnauze einfach voll haben. Wir können und wollen nicht mehr. Die Arbeitsbedingungen machen uns krank, allein bei mir auf der Station in den letzten Jahren 8 Burnout-fälle. Was diese miesen Arbeitsbedingungen für die Patientenversorgung bedeuten, wissen wir alle. Immer mehr Kolleg*innen flüchten sich in die Teilzeit oder hören ganz auf im Krankenhaus zu arbeiten, ganz einfach aus einem Grunde, weil sie nicht mehr können.
    Endlich nun erheben sich immer mehr Pflegekräfte. In mehreren Städten in Deutschland sind in letzter Zeit Bündnisse für den Kampf um mehr Personal entstanden. Es ist wichtig, dass wir unsere Mutlosigkeit und Resignation überwinden. Liebe Kolleg *innen, wir sollten so ein Bewusstsein der Stärke und des Stolzes entwickeln, dass die Arbeitgeber, die politischen Entscheidungsträger uns nicht mehr wie bisher abkanzeln können. Ohne uns läuft im Krankenhaus rein gar nichts. Wir erarbeiten die Kohle, die andere aufsaugen. Wenn wir wollen stehen alle Räder still.
    Wir arbeiten gerne im Krankenhaus, wir pflegen gerne die Patienten, aber hoffentlich bald nur noch unter den Bedingungen, die wir mit unserem Gewissen vereinbaren können. Wir sind keine Sklaven, wir sind keine Schachfiguren, die Ausbeutung unserer Arbeitskraft muss endlich ein Ende haben.
    Und wir haben den Zeitpunkt der Gründung des Bündnisses auch gewählt, weil jetzt die Bundestagswahlen sind. Die Bedingungen, um nachhaltige spürbare Veränderungen zu erkämpfen sind zur zeit für uns so gut wie selten zuvor. Wichtig ist für uns, dass wir nicht locker lassen, mit Almosen brauchen die da oben nicht mehr zu kommen. Wir müssen kontinuierlich den Druck ausbauen. Uns ist klar, ohne bundesweite, flächendeckende Streiks werden wir nichts erreichen. Die Kämpfe an der Charite in 2015 und jetzt sind für uns Vorbild.
    Ein erster gemeinsamer Schritt ist hier das Bremer Bündnis, die Vernetzung mit anderen Städten und die heutige Protestdemo, nicht nur in Bremen sondern auch zeitgleich in einigen anderen Städten z.B. Hamburg. Zeigen wir der Öffentlichkeit, was wir von den derzeitigen Arbeitsbedingungen halten und machen wir der Politik in Bremen deutlich, was sich ändern muss. So werden wir die Petition mit unseren Forderungen, die wir gestern Abend auf der Pflege- und Krankenhausversammlung beschlossen haben an die Tür des Bremer Rathauses nageln.
    Wir stehen erst am Anfang. Wir brauchen einen langen Atem. Durch unsere Entschlossenheit, durch unseren Kampf werden wir es schaffen, dass sich was verändert. weitere Kolleg*innen spüren, es lohnt sich vom Sofa aufzustehen und sich uns anzuschließen, um kraft- und phantasievoll für bessere Arbeitsbedingungen zu kämpfen. Gesundheit ist ein Menschenrecht, keine Ware. Solidarität ist unsere Stärke und Kraft.” Redebeitrag von Ariane Müller, der Sprecherin des Bremer Pflegebündnisses. Siehe zum Hintergrund den Aufruf zur Demo am 21.9.
  • Eine Nachtwache protestiert gegen Personalmangel
    Jetzt auch in Bremen: ein „Bündnis für mehr Personal im Krankenhaus“. Ins Leben gerufen hat diesen Protest Ariane Müller. Sie arbeitet seit fast 40 Jahren als Nachtschwester, davon viele Jahre auf der Intensivstation. Eigentlich könnte sie sich auf ihre Rente freuen. Doch sie hat triftige Gründe für ihr Engagement…” Interview von Birgitta vom Lehn vom 22. August 2017 bei pflegen-online externer Link