#NGAWiss: Netzwerk für Gute Arbeit in der Wissenschaft

#NGAWiss: Netzwerk für Gute Arbeit in der WissenschaftEs gibt gute Nachrichten: Am 21.1.2017 hat sich in Leipzig das „Netzwerk für Gute Arbeit in der Wissenschaft“ (NGAWiss) gegründet. Über 100 Wissenschaftler(innen) von verschiedensten Initiativen aus 40 Einrichtungen im gesamten Bundesgebiet waren daran beteiligt. Das Netzwerk will die Stimme von Initiativen und Aktiven im Mittelbau bündeln. NGAWiss ist dafür als eine Art Dach zu verstehen, unter dem sich die vielen existierenden „Mittelbau-Initiativen“ vernetzen. Zum „Mittelbau“ zählen wir explizit Studentische Mitarbeiter(innen), Promovierende, Stipendiat(inn)en, Privatdozent(inn)en, WiMis, künstlerisches Personal, Lehrbeauftragte und Juniorprofessor(inn)en. Es geht zum einen darum, in Erfahrungsaustausch zu treten, zum anderen – und das ist momentan das zentrale Anliegen – die Kräfte auf gezielte Aktionen und Kampagnen zu konzentrieren. Bereits im Mai ist eine erste konzertierte Aktion geplant, um die Verantwortlichen in Unileitungen und Politik mit unseren Anliegen direkt zu konfrontieren…” Aus der Kurzvorstellung auf der Homepage der Initiative, dort weitere Infos und Kontakte. Siehe dazu neu:

  • Erzwungene Flexibilität: Netzwerk für gute Arbeit in der Wissenschaft fordert Maßnahmen gegen prekäre Beschäftigung an den Hochschulen New
    “Anlässlich der Bundestagswahl hat das Netzwerk für gute Arbeit in der Wissenschaft (NGAWiss) am Donnerstag in Berlin gemeinsam mit Gewerkschaftsvertretern Forderungen an die Politik formuliert. Der Grund: Der sogenannte Mittelbau, also die abhängig beschäftigten wissenschaftlichen Mitarbeiter an den Hochschulen, sieht seine Lage als prekär an. Die Arbeitsbedingungen in der deutschen Wissenschaft »verschlechtern sich seit Jahren«, konstatierte Fabian Frenzel vom NGAWiss bei der Pressekonferenz. Befristungen von unter einem Jahr und die Unterbezahlung oder gar Nichtentlohnung von Lehrtätigkeiten seien inzwischen der Regelfall. Nicht wenige junge Beschäftigte seien gezwungen, mit Hartz IV aufzustocken, und jede Gesetzesreform scheine die Dinge nur schlimmer gemacht zu haben, so Frenzel. Es brauche umfangreiche Strukturreformen, wobei Geld allein aber nicht ausreiche. Die Universitäten benötigten eine deutlich bessere Grundfinanzierung. In vielen Bundesländern seien die dafür vorgesehenen Ausgaben in den letzten Jahren gleichgeblieben oder gar gesunken. Die Summe der Drittmittel für kurzfristige und spezifische Forschungsprogramme steige jedoch deutlich an. Diese kämen zu achtzig Prozent von Bund und Ländern. Das NGAWiss sieht diesen hohen Anteil der Drittmittel an der Hochschulfinanzierung allerdings kritisch: An der TU Dresden würden 57 Prozent der wissenschaftlich Beschäftigten durch Drittmittel finanziert. Durch diese kurzfristigen Projekte gebe es auch immer mehr Zeitverträge im Wissenschaftsbereich. Gerade befristete Arbeitsverhältnisse sieht das Netzwerk als immer drängenderes Problem: Heute hätten bereits 75 Prozent aller wissenschaftlich Beschäftigten befristete Verträge. Bei den unter 45jährigen seien sogar 93 Prozent befristet angestellt…” Beitrag von Ben Mendelson bei der jungen Welt vom 1. September 2017 externer Link
  • [Interview] »Gemeinsam kampagnenfähig werden«. Wissenschaftliche Angestellte vernetzen sich, um sich gegen befristete Beschäftigung zu wehren
    “… Der Gesetzgeber hat es bewusst unterlassen, zu klären, was Qualifizierungsziele sein können. Damit haben wir es für die nächsten Jahre mit einer drastischen Rechtsunsicherheit zu tun. Übrigens ist es ein Ziel unseres Netzwerks, Personen miteinander in Kontakt zu bringen, die auf dem Weg einer Klage eine Klärung erwirken wollen. Eventuell wäre eine derartige Befristung der Anstellung wegen des unwirksamen Qualifizierungsziels hinfällig. (…) Wir haben es mit einer großen Vereinzelung der Hochschulangestellten zu tun. Die Arbeitssituation mit kurzen Verträgen, Hoffnung auf eine zukunftssichere Anstellung und persönlicher Abhängigkeit wird von den Betroffenen oft als Einzelfall angesehen. Auch waren die verschiedenen Mittelbauinitiativen bundesweit bisher nicht ausreichend vernetzt. Das ändern wir, um gemeinsam kampagnenfähig und auch streikfähig zu werden…” Ein Gespräch mit Mathias Kuhnt, Mitbegründer des »Netzwerks für Gute Arbeit in der Wissenschaft«. Interview von Ralf Wurzbacher in junger Welt vom 18.05.2017 externer Link