Rote Karte für Zeitungsverleger - Zusteller macht unzumutbare Arbeitsbedingungen in der Branche sichtbar
„Ihre Zeitung finden Sie in ihrem Briefkasten“. Mit dieser schriftlichen Mitteilung an die Abonnenten protestierte der Berliner Zeitungszusteller Gerhard Auth gegen die unzumutbaren Arbeitsbedingungen in der Branche. Dazu gehört beispielsweise die Verpflichtung, die Zeitungen auf Wunsch bis an die Wohnungstür der Abonnenten zu bringen. „Das Treppensteigen macht mir wenig aus, aber nicht für 7 Euro pro Stunde“ betont Auth gegenüber ND. Zunächst wurde er von der Zustellagentur Wedding fristlos entlassen, weil er den Arbeitsvertrag verletzt habe, in dem er die Zeitungen in den Briefkasten statt an die Wohnungstür brachte...“ Artikel von Peter Nowak, zuerst erschienen im Neues Deutschland vom 20.11.2009
Aktiv Transport GmbH Hamburg: Aktive Belegschaft informiert über ihren Arbeitskampf um bessere Arbeitsbedingungen
„Seit dem Stadt-Marathon vor 14 Tagen eskaliert die Auseinandersetzung um erträgliche Arbeitsbedingungen bei der Abschleppfirma Aktiv Transport GmbH in Bahrenfeld. Nicht einmal die Höchstgrenzen für Arbeitszeiten werden eingehalten, alle Arbeiterrechte mit Füßen getreten! Weil ein Kollege sein freies Wochenende nicht mit Bereitschaftsdienst kaputtmachen lassen wollte, wurde ihm die fristlose Kündigung angedroht. Unsere Forderungen: Rücknahme der Kündigungen; Zahlung des ausstehenden Lohns; Klärung der Weisungsbefugnisse; Anpassung der Dienstplanstruktur; Leistungsgerechte Bezahlung; Ausgleichstage für Sonn- und Feiertagsarbeit; Antrittsgeld für die Bereitschaft; Einhaltung der Lenk- & Ruhezeiten - Einhaltung des Arbeitsvertrages (40 Std./Woche); Bezahlung der Überstunden und entgangenen Pausen; Keine Auslagerung der „Scouter“ in die neue Firma; Die Kraftfahrer werden diese erniedrigenden Arbeitsbedingungen nicht länger kampflos hinnehmen und wehren sich gegen die Schikanen und Erpressungen der Aktiv Transport GmbH-Geschäftsführung.“ Der Betriebsrat der Firma Aktiv Transport GmbH in einer Mail an die Redaktion des LabourNet Germany vom 07.05.2009. Siehe dazu auch:
- Picketing vor der Aktiv Transport GmbH Hamburg
„…Als sich der der Konflikt in der Firma anbahnte, hatten die aktiven Kollegen einen Wahlausschuß und Ende April einen Betriebsrat gewählt. Wahlausschuß und Betriebsrat wurden am 29. April fristlos gekündigt, ein Kollege wurde suspendiert. Der Gütetermin beim Arbeitsgericht findet Mitte Juni statt. Die Arbeitsbedingungen in der Abschleppbranche sind bundesweit mehr als skandalös und wohl überall gleich: Keinerlei Einhaltung der Lenkzeiten für Kraftfahrer, Ausbeutung ohne Bezahlung von Überstunden und Nachtarbeit, keine Entlohnung der Bereitschaftsdienste - es müssen in zugeteilten Stadtgebieten rund um die Uhr von der Polizei gemeldete Fahrzeuge/Falschparker abgeschleppt werden…“ Bericht der FAU vom 09.05.2009 
Hungerlöhne: Tief im Westen
„Sie haben einen verantwortungsvollen Job: Sie fahren Bus, transportieren Schulkinder und Behinderte. Deshalb stellt ihr Arbeitgeber, die Firma Schulbusse Sonnenschein, auch besondere Anforderungen an sie, wie die Internetseite der Firma preis gibt. Was die Firma verschweigt, sind die Löhne, die sie ihren "qualifizierten Mitarbeitern" zahlt: Maximal 3,87 Euro pro Stunde. Das geht aus zwei Arbeitsverträgen hervor, die der Frankfurter Rundschau vorliegen. Das Unternehmen bestreitet in einer schriftlichen Stellungnahme diese Zahlen. Effektiv liegt der Stundenlohn laut Gewerkschaft Verdi sogar unter zwei Euro, da die langen An- und Abfahrtzeiten nicht vergütet würden...“ Artikel von Frank Lübberding in der Frankfurter Rundschau vom 12.12.2008 . Siehe dazu:
- »Ein so krasser Fall ist mir noch nicht begegnet«
Ein Busunternehmen im Münsterland zahlt Stundenlöhne unter zwei Euro. Ein Interview von Ralf Wurzbacher mit Werner Linnemann , Geschäftsführer des Bezirks Herford-Minden-Lippe der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, in der jungen Welt vom 15.12.2008
Lkw-Fahrer: Miete statt Lohn
„Immer mehr Lkw-Fahrer in Deutschland fühlen sich wegen Niedriglöhnen in die Selbstständigkeit gedrängt - und bewegen sich dabei zwischen Schwarzarbeit und Existenzverlust. Wie Befragungen von Lkw-Fahrern und Spediteuren ergaben, bieten sich die Fahrer vermehrt als Tagelöhner oder sogenannte Mietfahrer an und sind dabei zeitweise bis zu 20 Stunden pro Tag im Einsatz. „Selbstständige Lkw-Fahrer bieten Ihre Künste für sieben bis acht Euro pro Stunde an, und wenn man sie nicht braucht, werden sie nach Hause geschickt“, kritisiert Rolf Scholz, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Container-Trucking Norddeutschland, die Billigkonkurrenz gegenüber plusminus…“ Pressemitteilung des WDR vom 18.03.2007 zur Plusminus-Sendung am heutigen Tag um 21:30 Uhr
Autotransporte Altmann: Angriff auf Betriebsrat und Gewerkschaft
„Die Geschäftsleitung der Firma ARS Altmann hat offenbar schon länger ein gespanntes Verhältnis zu gewerkschaftlicher Vertretung und gesetzlicher Mitbestimmung im Betrieb. Jetzt hat sie einem engagierten Betriebsratsmitglied wegen "Arbeitsverweigerung" gekündigt – der Kollege hatte sich geweigert, gegen die betriebliche Regelung der Lenk- und Ruhezeiten bzw. Arbeitszeiten zu verstoßen. (…) Wir bitten nun die Betriebsräte, Gewerkschafter und Vertrauensleute darum, Solidaritätserklärungen für den Kollegen abzugeben und die Geschäftsleitung aufzufordern, die Kündigung des Betriebsratsmitglieds zurückzunehmen…" Bericht von Pedro auf Netzwerk-IT vom 30.01.2008 . Weitere Informationen und eine Soli-Erklärung zum ausdrucken finden sich auf der Seite des Fachbereichs der Postdienste, Speditionen und Logistik bei ver.di Bayern 
Betriebsrat unerwünscht?
„Ver.di wirft Brandenburger Speditionsfirma vor, Wahl einer Beschäftigtenvertretung »mit zum Teil rechtswidrigen Methoden« sabotiert zu haben. (…) »Der Arbeitgeber hat den Kollegen bei der Betriebsratsgründung von Anfang an jede Menge Steine in den Weg gelegt«, berichtet Benita Unger, Fachbereichsleiterin im ver.di-Landesbezirk Berlin-Brandenburg, gegenüber junge Welt. So seien die gewählten Mitglieder des Wahlvorstands mehrfach just zum Zeitpunkt einer angekündigten Sitzung als Fahrer auf Tour geschickt worden. Immer wieder seien sie Einschüchterungsversuchen ausgesetzt gewesen. Mehrfach habe man den Protagonisten eines Betriebsrats ihren Lohn vorübergehend vorenthalten, so Unger…“ Artikel von Daniel Behruzi in der jungen Welt vom 30.01.2008 
Streik… find` ich gut! Hermes Warehousing Solutions (HWS), Otto-Tochterfirma an den Standorten Hamburg und Haldensleben, im Streik
„Hermes Warehousing Solutions wird von uns bestreikt weil wir nicht in Armut leben wollen. Wir erwarten Arbeitsbedingungen, die uns nicht krank machen und Respekt gegenüber der Arbeit, die wir leisten. Wir, das sind Arbeiterinnen und Arbeiter aus Haldensleben und Hamburg, ver.di- Mitglieder, Unorganisierte und Aktivisten, die diesen Arbeitskampf mit uns gemeinsam führen. (…) Seit heute morgen [Freitag, 28.9.07] um 5.15 Uhr befinden sich die Arbeiterinnen und Arbeiter von Hermes Warehousing Solutions (HWS), der Otto-Tochterfirma an den Standorten Hamburg und Haldensleben im Streik. Dieser Streik ist unbefristet und braucht dringend Eure Unterstützung. Ziel des Arbeitskampfes ist eine gravierende Verbesserung der Lohn- und Arbeitsbedingungen in Logistikzentren des Otto-Konzerns. Dieser Streik kann als ein Paradebeispiel für neue Formen von Organisierung begriffen werden und ist von daher dringend auf breite politische Unterstützung angewiesen…“ Für weitere Informationen siehe die Streikseite und dort v.a.:
- Wer und was ist HWS?

- Flugblätter und Tarifinfos

- Breite Unterstützung erwünscht!
„Dieser Streik sollte erfolgreich sein. Denn wenn in deregulierten Branchen, wie wir sie im Einzelhandel vorfinden, Organisierungsansätze entwickelt werden, dann müssen diese auch auf soziale Bewegungen ausstrahlen und von diesen unterstützt werden, um eine gewisse
politische Relevanz und Breite zu erlangen und zu signalisieren. Das macht schließlich die Erfolgsaussichten eines Streiks aus. (..) Um den Streik zu unterstützen, muss der Druck auf HWS und Otto erhöht werden. Dabei ist jede Form der Unterstützung willkommen, zum Beispiel auch durch eigene Aktionen, die an vielen verschiedenen Orten stattfinden können…“ Dafür gibt es Materialien zum Herunterladen für Flugblatt - und Faxaktionen an die Firma sowie Kundinnen und Kunden und an die Verkäuferinnen und Verkäufer
- Die möglichen Aktionsorte sind: (Sportscheck (100% Otto z.B. Hamburg Magdeburg Köln Hannover), Zara (Joint Venture mit Otto, z.B. Berlin, Köln, Dortmund, Hamburg), Reiseland (75% zur Otto Freizeit und Touristik Gruppe, z.B. in Berlin und Göttingen), My Toys (mehrheitlich Otto, Kassel: Citypoint und Firmensitz in Berlin, Schönhauser Allee 36-39), Manufactum (100% Otto-Group; Hamburg, Berlin, Düsseldorf, Köln, Bonn, Stuttgart und München).
Das stille Werk einer deutsch-christlichen Heuschrecke - In aller Ruhe florierende mittelständische Unternehmen filetieren - der Fall des Spediteurs "Trans-o-flex"
„Die Arbeitsgerichte haben gegenwärtig viel zu tun, auch wenn die Öffentlichkeit in der Regel davon wenig bemerkt. So klagen zum Beispiel zwei Dutzend Beschäftigte des Speditionsunternehmens trans-o-flex gegen ihre betriebsbedingte Kündigung…“ Artikel von Werner Rügemer in Freitag vom 06.02.2007
Beschäftigte von Logistikkonzernen machen mobil
„Am heutigen Donnerstag [9.11.06; Red.] beteiligen sich erstmals die Beschäftigten der Logistik-Unternehmen UPS, DHL, TNT und FedEx weltweit an Protesten unter dem Motto „Global organisieren – Wir kämpfen für unsere Rechte“. In Deutschland ruft die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) als Mitglied der Internationalen Transportarbeiter Föderation (ITF) und des Union Network International (UNI) zu den Aktionen auf…“ Presseerklärung von ver.di vom 09.11.2006. Siehe dazu auch:
- Organising day in logistics "Big Four"
Artikel bei UNI global union vom 08.11.2006
Aus der Tiefe des Raums: Jung, sportlich und ohne soziale Absicherung unterwegs: In Köln trafen sich Fahrradkuriere aus allen Teilen Deutschlands
„Fahrräder lehnen an den Wänden, sie liegen überall auf dem Boden herum oder hängen an Treppengeländern und Absperrgittern. Es sind zumeist Rennräder, die den mehr als hundert Fahrradkurieren gehören, die sich am Wochenende in Köln bei den Deutschen Fahrradkuriermeisterschaften trafen. In den Innenstädten meist als Einzelkämpfer auf den Straßen unterwegs, sieht man sie hier mit ihren riesigen Taschen auf dem Rücken in Pulks um die Industriehallen von Köln-Kalk rasen…“ Artikel von Stefan Kindler in Jungle-World vom 07.06.2006
Vom Termindruck zum Lohndumping - Kriminelle Energie im Speditionsgewerbe Im Speditionsgewerbe sind Lohndumping, Schmuggel und Steuerhinterziehung an der Tagesordnung. Dies enthüllt eine neue Publikation. Buchbesprechung von Anette Hauschild in Neues Deutschland vom 22.02.2006
Rückkehr
zum Manchester-Kapitalismus. Engagierter Betriebsrat auf Abschußliste
der Geis-Gruppe: Kündigung mit fadenscheiniger Begründung
- „Der knochenharte Verdrängungswettbewerb im Logistik-
und Transportbereich wird zunehmend auf dem Rücken der Beschäftigten
ausgetragen. Stehen dabei engagierte Betriebsräte einer grenzenlosen
Ausbeutung der Arbeitskraft im Wege, so ist den Firmen häufig
jedes Mittel recht, um diese abzuservieren. So möchte die
Geis-Gruppe den Betriebsratsvorsitzenden ihrer örtlichen
Niederlassung im hessischen Heusenstamm (Kreis Offenbach), Fernando
Luna Conde, loswerden und versucht dies nun über das Arbeitsgericht
zu erreichen…“ Artikel
von Hans-Gerd Öfinger in junge Welt vom 11.04.2005

- Geis Industrie-Service GmbH will ihren Betriebsratsvorsitzenden
los werden / Arbeitsgericht Offenbach: Heute keine Entscheidung
/ Verfahren wird am 23. September fortgesetzt. Meldung
von ver.di Südhessen, Fachbereich Postdienste, Speditionen
und Logistik
,
vom 08.04.2005
- ver.di-Flugblatt
an die Geis-Beschäftigten
(Word-Datei ohne Datum)
- „Sehr geehrte Geschäftsleitung der Geis Industrie-Service
GmbH, Sehr geehrte Geschäftsleitung der Geis-Gruppe, mit
unserer Unterschrift protestieren wir gegen Ihre Vorgehensweise
gegen das von den Beschäftigten der Geis Industrie-Service
GmbH in Heusenstamm gewählte Betriebsratsmitglied Fernando
Luna Conte und gegen seine geplante Kündigung…“
Protest-Unterschriftenliste
von ver.di
(Word-Datei)
Fahrsklaven in Europa
Die Brummi-Branche ist äußerst beunruhigt
- im Saarland erhebt die Staatsanwaltschaft schwere Vorwürfe
gegen Spediteure
„Wegen Steuerhinterziehung, Sozialabgabenbetrug, Urkundenfälschung
und Bestechung hat die Staatsanwaltschaft Saarbrücken Anklage
gegen zwei ehemalige Geschäftsführer der Spedition Fixemer
erhoben. Das Unternehmen gehört zu den Großen der europäischen
Transportbranche….“ Artikel
von Wilfried Voigt in FR vom 29.01.2005 
Den gelben Wagen selber kaufen
"Die Logistikbranche boomt, doch Arbeitnehmer geraten
unter Druck. Ein Fallbeispiel. Die deutschen Logistiker expandieren
in alle Welt und fahren Umsatzsteigerungen ein. Gleichzeitig werden
harte Kostensenkungsrunden verordnet. Dachser, eins der führenden
Branchenunternehmen, zum Beispiel hat seine Fahrer in die »Selbstständigkeit«
genötigt..." Artikel
von Dana Bernstein in ND vom 17.09.04 
Streit um bezahlte Pausen bei der Eisenbahn
und Häfen GmbH Duisburg
- Der Streit um bezahlte Pausen bei der Eisenbahn und Häfen
GmbH Duisburg - wir berichteten - geht weiter. Siehe Information
für die Presse vom 17.01.2002
- Aktuelle Information
über den Streit um bezahlte Pausen bei Dreischichtigkeit
der IG Metall-Vertrauenskörperleitung bei der Eisenbahn
und Häfen GmbH samt dem Flugblatttext an die Öffentlichkeit
TarifNepp im Erfurter GVZ/Ikea-Logistik
Im Rahmen der Aktion gegen TarifNepp der HBV Thüringen
fanden Aktionen gegen das PaulGünther Cargo/IKEA-Logistikzentrum
in Erfurt Vieselbach, das Tarifflucht betreibt, statt.
- erneuter, dringender
Aufruf um Unterstützung mit Soli-Adressen
- Solidaritätsruf
der hbv Thüringen : die Beschäftigten im IKEA/PaulGünther-Logistikzentrum
Erfurt brauchen Ihre Solidarität. Seit Monaten wird Ihnen
der Tariflohn vorenthalten und sie werden dadurch monatlich um
mehr als 800 Lohn betrogen.
- Informationen hierzu sind zu finden unter: http://www.gewerkschaft-hbv-thr.de/

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