Wenn der Lokführer keine Blähungen hat und die Sonne scheint 
Offener Brief an den Chef der Deutschen Bahn von Joachim Jakobs auf Telepolis vom 01.03.2010 . Aus dem Text: „Lieber Herr Grube, kennen Sie Friedrichsfeld? Vermutlich nicht. Gern helfe ich Ihnen aber auf die gedanklich richtige Schiene: Friedrichsfeld ist ein Stadtteil von Mannheim und Ihr Unternehmen bewältigt die Strecke bis zum Hauptbahnhof der Quadratestadt in zehn Minuten. Zumindest theoretisch. Wenn der Lokführer keine Blähungen hat und die Sonne scheint. Also wenn der Fahrplan eingehalten wird, dauert es gar nicht lang, und schon ist man im Zentrum. Oder die, die im Zentrum sind, können den Zug aus Friedrichsfeld erklimmen und von da aus weiterfahren.
Heute ist es in der Kurpfalz kalt, windig und regnerisch. Und vermutlich haben die Lokführer in Süddeutschland kollektive Darmbeschwerden: Ich sitze hier am Hauptbahnhof und warte auf den Zug. Er hat zehn Minuten Verspätung. Also genauso viel Verspätung wie die Fahrzeit ab Friedrichsfeld selbst. Eine reife Leistung.
Was im Nahverkehr nicht klappt, funktioniert auf großen Strecken noch viel weniger. In der letzten Februarwoche stempelten Sie den Winter zum Sündenbock. Ab Ende 2011 sollen die Achsen von 67 ICE ausgetauscht werden: (Warum eigentlich nicht gleich?). Das kann drei Jahre dauern. Bis dahin müsse – insbesondere im Winter! - mit Verspätungen gerechnet werden...“
"Schwarzbuch" Bahn
- Chaos mit System
Immer neue Vorwürfe gegen die Bahn AG. Mitarbeiter berichten von katastrophalen Zuständen in den Werkstätten und Einsätzen defekter Züge. Artikel von Rainer Balcerowiak in der jungen Welt vom 19.01.2010 
- Arbeitsbedingungen bei der Bahn: ICE-Lokführer pinkeln in Kaffeebecher
„Bahn-Angestellte berichten von haarsträubenden Arbeitsbedingungen. Lokführer bemängeln 14-Stunden-Schichten. Und: "Man fährt schon mal mit einem ICE mit einzelnen ausgeschalteten Bremsen oder weniger Antrieben." Ein Gutachter rügt, die Bahn habe nicht aus Eschede gelernt...“ Artikel in der Frankfurter Rundschau vom 18.01.2010 
- "Schwarzbuch" Bahn: Bei der Bahn arbeiteten Billig-Löhner für 1,50 Euro
„Nachdem die Deutsche Bahn die Beschäftigung von Billigarbeitern zum Schneeschippen eingeräumt hat, berichten die Autoren eines "Schwarzbuchs" zur Bahn: Im Gleisbau seien Arbeiter mit 1,50 Euro pro Stunde bezahlt worden. Das Buch dokumentiert Pleiten und Pannen. Doch am Ende bleiben Fragen offen...“ Artikel von Nikolaus Doll in Die Welt vom 18. Januar 2010 
Schmutzige Winterdienste Schneeschippen zu Dumping-Löhnen: Billigarbeiter aus Osteuropa reinigen Züge und Bahnhöfe der Bahn. Der Konzern spricht von "wenigen Einzelfällen", Kritiker von einer "weit größeren Dimension". Artikel von Uwe Ritzer in der Süddeutschen Zeitung vom 16.01.2010 Aus dem Text: „…Die Billigarbeiter waren die letzten und schwächsten Glieder eines Subunternehmersystems. Mehrere DB-Service- und Regionalgesellschaften vergeben nicht nur Winter- und Reinigungsdienste an Fremdfirmen. Im nunmehr aufgeflogenen Fall in Berlin/Brandenburg war die Firma Sitex Orbis Vertragspartner der Bahn. Sie wollte auf Nachfrage keine Stellungnahme abgeben. Auf ihrer Internetseite behauptet Sitex Orbis, "Europas führender Anbieter von integrierten Objektbetreuungs- und Sicherungslösungen" zu sein. Im konkreten Fall hat Sitex Orbis eine andere Firma als Subunternehmen beauftragt. Dieses soll die Bulgaren losgeschickt haben. Sitex Orbis hat gegen diese Firma inzwischen Strafanzeige erstattet und selbst von der Bahn eine Abmahnung kassiert…“
Die Bahn baut ab: 1000 Stellen im Güterverkehr gekappt
"Von Die Deutsche Bahn hat im Schienengüterverkehr wegen der Wirtschaftskrise bereits 1000 Arbeitsplätze gestrichen. Insgesamt sollen 3900 Stellen wegfallen, so Logistikvorstand Karl-Friedrich Rausch. Die Gewerkschaft Transnet kritisiert den beabsichtigten Kahlschlag scharf. "Jetzt massiv Personal zu streichen und Güterbahnhöfe dicht zu machen, heißt, wenn die Krise vorbei ist, am Aufschwung nicht teilhaben zu können", sagte der stellvertretende Vorsitzende Wolfgang Zell der FR...“ Artikel von Thomas Wüpper in der Frankfurter Rundschau vom 04.01.2010 
Der Knacks
1000 Menschen werfen sich jedes Jahr in Deutschland vor einen Zug oder eine Bahn. Wilhelm Kurz ist bis zum 7. Oktober 1999 Fahrer bei den Kölner Verkehrs-Betrieben. Artikel von Detlef Esslinger in der Süddeutsvchen Zeitung vom 04.12.2009 
Nach Enkes Tod: Warum die Bahn über Selbstmorde schweigt
„Es passiert durchschnittlich drei Mal am Tag: Ein verzweifelter Mensch nimmt sich das Leben, indem er sich vor einen fahrenden Zug wirft. Die Eisenbahner schweigen lieber zu den Vorfällen - sie fürchten den "Werther-Effekt". Artikel in der Financial Times Deutschland vom 11.11.2009 . Aus dem Text: „Je länger über Selbstmorde in den Medien berichtet wird, um so stärker ist der Anstieg an Suiziden in der Allgemeinbevölkerung - so die Theorie des "Werther-Effekts", der nach Goethes tragischem Helden benannt ist. Nimmt sich ein verzweifelter Mensch das Leben, indem er sich vor einen fahrenden Zug wirft, sind die Eisenbahnunternehmen extrem zurückhaltend mit Informationen darüber. Sie fürchten eine Welle von Nachahmungstaten. (...) Die Bahn äußerte sich am Mittwoch erschüttert über das "tragische Ereignis" und sicherte zu, der Lokführer werde intensiv psychologisch betreut. Statistisch erlebt es jeder Lokführer drei Mal in seiner Berufslaufbahn, dass sich jemand vor den Zug wirft. Wie sehr der Eisenbahner davon betroffen ist, hängt von den Umständen und von seiner psychischen Konstitution ab, aber zum Beispiel auch von dem Zugtyp. (...) Der betroffene Lokführer wird anschließend vom Dienst freigestellt und entsprechend seinen Bedürfnissen psychologisch betreut. Nach dieser Phase wird ebenfalls unter Berücksichtigung der Wünsche des Triebfahrzeugführers entschieden, ob er wieder im Führerstand arbeitet. Wenn nicht, stellt die Bahn eigenen Angaben zufolge sicher, dass er an einem anderen Arbeitsplatz tätig werden kann...“
Krieg der Bahnen
Auf dem Schienennetz Europas droht Verdrängungswettbewerb. Um gute Karten zu haben, setzen französische und deutsche Lobbyisten auf Privatisierung. Artikel von Hans-Gerd Öfinger in der jungen Welt vom 05.11.2009 . Aus dem Text: „Wenn die Deutsche Bahn (DB) in den kommenden Jahren von mehreren Seiten unter noch stärkeren Konkurrenzdruck gerät, dann ist dies nicht nur eine Folge geplanter Gesetzesänderungen durch die Regierung Merkel. Bei der zunehmenden Liberalisierung im Verkehrsbereich ist die DB Täter und Opfer zugleich. So kommt die Ankündigung der französischen Staatsbahn SNCF, ab 2011 im bundesdeutschen Inlandsverkehr über ihre deutsche Tochterfirma Keolis mit eigenen Schienenfernverbindungen von Frankfurt nach Hamburg und Berlin der DB Konkurrenz zu machen, für Insider nicht überraschend. Sie ist eine logische Folge der Expansionsbestrebungen bisheriger Staatsbahnen in Europa, die statt einer Weiterentwicklung der jahrzehntelang vorangetriebenen grenzüberschreitenden Kooperation sich nun gegenseitig Marktanteile abjagen wollen...“
Kahlschlag bei der Güterbahn. DB-Vorstand will beim Güterverkehr sparen – Stellenabbau inklusive
„Der Konflikt um den befürchteten Kahlschlag bei der Güterverkehrssparte der Deutschen Bahn (DB), DB Schenker Rail, wird heute den Aufsichtsrat beschäftigten. Die Arbeitnehmervertreter erwarten dabei Klarheit über Meldungen, wonach der Vorstand unter dem neuen Vorsitzenden Rüdiger Grube eine Schließung von Güterverkehrsstellen und den Abbau von bis zu 7000 Stellen plant…“ Artikel von Hans-Gerd Öfinger im ND vom 09.09.2009 
Der neue Bahnchef
Begleiterscheinungen der Expansion
„Heftige Machtkämpfe im In- und Ausland begleiten die Expansion der Deutschen Bahn AG. Die Zukaufsstrategie des Konzernmanagements sei "aggressiv" und "anmaßend", beschwert sich der Vorsitzende der französischen Bahn. Britische Gewerkschafter werfen dem deutschen Unternehmen vor, die größte Güterbahn des Landes nur aus taktischen Gründen erworben zu haben und jetzt ihre Infrastruktur zu ruinieren. Während die Firmenspitze die deutsche Weltmarktposition mit Geschäften am Persischen Golf und in Ostasien stärkt, provoziert sie mit einem hartnäckigen Sparkurs gegenüber den Beschäftigten im Inland im zweiten Jahr in Folge Streiks. Neue Proteste ruft die Bespitzelung von 173.000 Mitarbeitern durch die Firma hervor. Kritiker sprechen von totalitären Praktiken. Das weithin als rücksichtslos empfundene Vorgehen des Managements gilt der Umsetzung des erklärten Ziels, zum "weltweit führenden Mobilitäts- und Logistikunternehmen zu werden"…“ Artikel bei den Informationen zur Deutschen Außenpolitik - german-foreign-policy vom 30.01.2009
Bahn kopiert Autofirmen
„Die Güterverkehrstochter der Deutschen Bahn, Railion, plant offenbar radikale Einschnitte. Es wird geprüft, zahlreiche Rangierbahnhöfe vorübergehend zu schließen. Statt der üblichen zwei- bis dreitägigen Weihnachtspause sollen die Anlagen nun zeitweise stillgelegt werden. Gedacht ist an vier Wochen von Mitte Dezember bis Mitte Januar. In dieser Zeit sollen dann Überstunden und Urlaub genommen bzw. Minusstunden geschrieben werden. Betroffen sind rund 10000 Beschäftigte in den bundesweit 37 Rangier- und Knotenbahnhöfen, vor allem Lokrangierführer, Rangierer und Wagenmeister...“ Junge Welt Bericht vom 27.11.2008 
Bahn in der Kritik: Wenn der Schaffner plötzlich ausrastet
Nach dem jüngsten Hinauswurf einer Minderjährigen klagen Gewerkschafter über den Druck auf viele Kollegen. Artikel von Moritz Drung in der Taz-Berlin vom 13.11.2008 . Aus dem Text: „…"Die Kollegen stehen unter einer ungeheuren Belastung. Der Frust über die schlechten Arbeitsbedingungen ist hoch", versucht sich Uwe Reitz, Sprecher der Bahngewerkschaft GDBA, an einer Erklärung. Die Schaffner fühlten sich mit Problemen wie pöbelnden und mitunter gefährlichen Reisenden allein gelassen. "Die bekommen von ihren Vorgesetzten oft nur zu hören: Wenn du damit nicht klarkommst, dann such dir einen anderen Job." Vielen Zugbegleitern macht auch der zunehmende Wettbewerb auf der Schiene Angst, meint Hans-Gerd Öfinger von der Initiative "Deine Bahn": "Die Angst um Arbeitsplätze geht um. Wegen den Ausschreibungen haben alle Angst vor Dumpinglöhnen." Der Hintergrund: Immer mehr Regionalstrecken werden von den Bundesländern ausgeschrieben. Im Wettbewerb mit privaten Anbietern hat die DB-Regio angekündigt, selbst Tochtergesellschaften zu gründen. In diesen würden niedrigere Löhne als bisher üblich gezahlt werden. Schon jetzt sind in den Regionalzügen sogenannte Revisoren unterwegs - intern "Mystery-Customer" gennant. Deren Job ist es, im Auftrag der Bahn die Arbeit der Schaffner zu kontrollieren. Dabei gehe es nicht nur um den korrekten Umgang mit den Fahrgästen, sondern auch "um eine anständige Rasur oder den Körpergeruch der Kollegen", weiß Joseph-Karl Hazod, Sprecher des Bundesarbeitskreises Zugbegleiter der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL)…“
Flexibilität, Arbeitsverdichtung und Verunsicherung - der Umbau der Deutschen Bahn aus der Sicht der Beschäftigten
„Der Umbau der Deutschen Bahn AG bringt große Belastungen für die Beschäftigten. Nach jahrelangem Stellenabbau hat sich die Arbeitsbelastung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stark verdichtet. Häufige, wenig transparente Umstrukturierungen und die Sorge um den Arbeitsplatz verunsichern viele Beschäftigte, obwohl die Identifikation mit dem Unternehmen nach wie vor groß ist. Das ergibt sich aus einer neuen, von der Hans-Böckler-Stiftung geförderten Untersuchung unter der Leitung von Prof. Dr. Hildegard Maria Nickel…“ Pressemitteilung der Hans Böckler Stiftung vom 01.10.2008 
Arbeitsplatzgarantie bis 2023 oder Farce?
- Gewerkschaften stimmen Bahn-Privatisierung zu
„Die Gewerkschaften Transnet und GBDA haben ihren Widerstand gegen die Teilprivatisierung der Bahn aufgegeben. Das Unternehmen einigte sich mit den Gewerkschaften auf einen Kündigungsschutz für die Mitarbeiter bis zum Jahr 2023…“ Meldung im Spiegel vom 15.05.2008 
- Bahn: "Planen keine Tarifflucht"
„Die Deutsche Bahn will nach ihrer Teilprivatisierung offenbar Bereiche ihres Regionalverkehrs in bis zu 30 Tochtergesellschaften mit 9000 Beschäftigten ausgliedern. Einem entsprechenden Beschluss habe der Vorstand des Konzerns bereits im Februar zugestimmt, berichtet die "Bild am Sonntag". Betroffen seien vor allem Lokführer. (…) Auch die größte deutsche Eisenbahngewerkschaft Transnet, warnte den Konzern vor Tarifflucht. "Das würde die Gewerkschaft nicht akzeptieren", sagte Transnet-Sprecher Michael Klein. Im Tarifvertrag sei geregelt, dass keine Ausgründungen mit dem Ziel der Tarifflucht erfolgen dürften. Transnet forderte die Deutsche Bahn AG auf, sich an die bestehenden Tarifregelungen zu halten. "Wir erwarten umgehend eine Klärung."…“Artikel von Beate Kranz im Hamburger Abendblatt vom 13.05.2008 
- Tarifvertrag verhindert Entlassungen nicht
„… "Die Behauptung von Transnet und GDBA, ein Kündigungsschutz sei bis ins Jahr 2023 gesichert, ist falsch", sagte Öfinger. "Der vereinbarte konzernweite Arbeitsmarkt verhindert keine betriebsbedingten Kündigungen, die der laufende Tarifvertrag nur bis 2010 ausschließt." Die Gewerkschaften haben sich mit der Zusage der DB AG begnügt, dass über eine Verlängerung des Beschäftigungssicherungs-Tarifvertrags ab 2010 verhandelt wird. "Dies ist keine Zusage auf Kündigungsverzicht", betonte Öfinger…“ Pressemitteilung Bündnis "Bahn für Alle", Frankfurt am Main, 6. Mai 2008 
- Ein stumpfes Schwert
Die von den Gewerkschaften und der Bahn AG vereinbarte »Beschäftigungssicherung« hat sich als Farce erwiesen. Deswegen will die GDL jetzt aussteigen. Artikel von Rainer Balcerowiak in der jungen Welt vom 09.05.2008 
- Keine Entlassungen bis 2023
„Kurz vor der Koalitionsentscheidung über einen Börsengang der Deutschen Bahn hat das Unternehmen nach Angaben von Gewerkschaften langfristige Arbeitsplatzgarantien zugesagt. Bis Ende 2023 solle es in Zusammenhang mit einer Teilprivatisierung keine betriebsbedingten Kündigungen geben, teilten Transnet und GDBA am Freitagabend nach einem fünfstündigen Treffen mit Konzernchef Hartmut Mehdorn in Berlin mit…“ Artikel in der Frankfurter Rundschau vom 26.04.2008 
BigBrotherAward 2007 in der Kategorie „Wirtschaft“ für die Deutsche Bahn AG
Der BigBrotherAward 2007 in der Kategorie „Wirtschaft“ geht an die Deutsche Bahn AG, da sie systematisch anonymes Reisen mit den Mitteln des faktischen Zwangs unmöglich macht: Auflösen von Fahrkartenschaltern, Automaten ohne Bargeldannahme, personalisierter Kauf im Internet, Abfrage des Geburtsdatums und Zwangsabgabe eines Bildes bei Bahncards, flächendeckende Videoüberwachung und ein RFID-Chip in der Bahncard 100 ohne Kunden zu informieren u.v.m. Siehe die Laudatio . Aus der Laudatio von padeluun: „…Ein Staatskonzern, der so viele Bewegungsdaten von Menschen sammelt, stellt ein hohes Risiko dar. Ein Konzern, der Profit abwerfen soll, ist kein guter Garant für vertraulichen Umgang mit personenbeziehbaren Daten.
10.000 Fahrkartenautomaten gibt es in ganz Deutschland, die keine Brötchen, aber Fahrkarten verkaufen. 10.000 Automaten, für die weder Sozialabgaben noch Lohnsteuer abgeführt werden. 10.000 Automaten, die alle gleichgeschaltet am großen Zentralrechenzentrum hängen. 10.000 Automaten, die zusammen mit ihren Spießgesellen, den am Internet angeschlossenen Heim-PCs, Daten saugen und ihren Herren ausliefern. 10.000 Automaten, die von Videokameras überwacht werden, damit sie nicht fortlaufen ... weil selbst sie die soziale Kälte nicht ertragen können…“
Gehaltssprung: Maßhalten gilt nicht für den Bahn-Vorstand
„Im Tarifstreit bei der Deutschen Bahn (DB) könnten weiterhin Streiks anstehen. Die Forderung der Gewerkschaft der Lokführer (GDL) nach einem eigenen Tarifvertrag und 31 Prozent mehr Geld lehnt das Unternehmen als nicht machbar ab. Für die Führungsmannschaft des Staatskonzerns gelten offenbar andere Regeln: Seit dem Amtsantritt von Bahnchef Hartmut Mehdorn haben sich die Bezüge des Vorstands mehr als verfünffacht…“ Artikel von Thomas Wüpper in der Frankfurter Rundschau vom 25.08.2007
Bahn gewährte Betriebsräten Vorteile
„Die Deutsche Bahn (DB) versucht seit Jahren, Missstände im Umgang mit Betriebsräten aufzudecken und abzustellen. Wie jetzt bekannt wurde, hat das Unternehmen Arbeitnehmervertretern in der Vergangenheit zahlreiche problematische Vergünstigungen gewährt. In einem internen Revisionsbericht aus dem Jahr 2002, der der FTD vorliegt, bemängelten Prüfer "unzulässige Zulagen und Zuschläge" für Betriebsratsmitglieder. Die Prüfer kritisierten die hohe Zahl von Freistellungen für Betriebsratstätigkeiten. Sie bemängelten erhebliche Missstände wie nicht ordnungsgemäße Abrechnungen bei Dienstreisen. Viele Arbeitnehmervertreter hätten zudem widerrechtlich Leistungen des Konzerns in Anspruch genommen…“ Artikel von Ulf Brychcy (Hamburg) und Maike Rademaker (Berlin) in der Financial Times Deutschland vom 28.06.2007
Ausgeplündert und jetzt arbeitslos - Wie ein Werk der Bahn nach der Privatisierung in die Pleite getrieben wurde
„Es soll nach oben gehen, während wir alle im selben Korb sitzen.” Das sagte Ronald K., damals Werkleiter des Bahn-Fernmeldewerks Aubing, im Jahr 2000. Er fand salbungsvolle Worte, als es um die Zukunft des Werkes ging, das damals mit 150 Mitarbeitern gute Gewinne machte. Später, nach der Privatisierung, wurde Ronald K. (50) „Managing Director”, heute ist er nur noch Gesellschafter des Unternehmens, das inzwischen RCF-Repair-Center heißt…“ Artikel im Münchener Merkur vom 24.11.2006. Siehe dazu auch:
- Offener Brief
Der offene Brief der Belegschaft des Münchener Fernmeldewerkes vom 21.11.2006
- BenQ bei der Deutschen Bahn: Ehemaliges DB-Fernmeldewerk München-Aubing
Im Pressespiegel für die Brucker-Region finden sich weitere Beiträge
Wiederholt sich Geschichte? Kopiert Tiefensee den Dawes-Plan? Bahnprivatisierung als Eigentumssicherungs-Modell (2007) und Bahnausplünderung als Dawes-Plan (1924)
„Das "Eigentumssicherungsmodell", das dem Bahnprivatisierungsgesetz zugrunde liegt, arbeitet im Kern mit einer Trickkonstruktion: Ganz formal bleibt der Bund Eigentümer der Infrastruktur, real verfügt die teilprivatisierte Deutsche Bahn AG jedoch über dieselbe wie ein realer Eigentümer. Nun heißt es, es handle sich um eine "bisher nie da gewesene Struktur". Falsch, sagt der Verkehrsexperte und Sprecher des Bündnisses "Bahn für Alle", Winfried Wolf. Just dasselbe gab es bereits 1924 mit dem Dawes-Plan. Damals sollte die Deutsche Reichsbahn dazu herhalten, die Reparationszahlungen (Kriegsschuld) des deutschen Staates zu begleichen. Damals wurde eine ähnliche Konstruktion wie mit dem Eigentumssicherungsmodell geschaffen, das "unsichtbare Eigentum", um zu ermöglichen, dass bis zu 5 Milliarden Reichsmark aus der Substanz der Eisenbahn an die Siegermächte flossen…“Langfassung eines Artikel von Winfried Wolf , zuerst erschienen in der jungen Welt vom 25.05.2007
Das neue Preissystem PEP der Bahn: 12 Gründe, weshalb Fahrgäste künftig der Bahn den Rücken kehren, lieber Auto fahren oder in die Luft gehen
Offener Brief an den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bahn AG Hartmut Mehdorn von der Initiative "Bürgerbahn statt Börsenbahn"
Unsere Wahl im Wahljahr 2002: Privatisierung ist weder ein Naturereignis noch gottgewollt
Flugblatt der Initiative "Bahn von unten" zum 1. Mai
Magnetschwebebahn überflüssig
- Magnetschwebebahn überflüssig. Transrapid und Metrorapid sind nach Ansicht der Gewerkschaft. TRANSNET verkehrspolitisch überflüssig. Der Nutzen ist nicht absehbar, die Kosten sind nicht kalkulierbar ... Die TRANSNET legte heute ihr "Un-machbarkeitspapier" vor. Zugleich forderte die Gewerkschaft, die Gelder für den Ausbau der Schieneninfrastruktur zu verwenden. Pressemitteilung der Transrapid vom 25 Februar 2002

- Das Un-Machbarkeitspapier der TRANSNET
 zu den beiden Magnetschwebebahn-Projekten in Nordrhein-Westfalen und Bayern im Wortlaut
Nur Fliegen ist billiger
Die Umsatzrendite der Bahn AG muss steigen, wenn sie an die Börse gehen will. Hartmut Mehdorn weiß, wie das zu erreichen ist: weniger Personal, weniger Nahverkehr, weniger Rabatt. Artikel von Christoph Villinger in der Jungle World 29 vom 11. Juli 2001
Die Bahn: unter die Räder gekommen
Artikel von Hans-Gerd Öfinger, erschienen in Sozialismus 12/2000 |