Hungerlohn in der Gaststätte
„Am 20. und 21 Oktober tagte in Berlin der Kongress der Europäischen Gewerkschaftsföderation für Ernährung, Landwirtschaft und Tourismus (Effat). Delegierte von knapp 120 Gewerkschaften aus 35 Ländern waren vertreten. Schon bei der Eröffnungsrede wurde klar, wie notwendig eine stärkere gewerkschaftliche Organisierung in diesem Bereich ist. Europaweit dominieren prekäre Beschäftigungsverhältnisse in sämtlichen Sparten der Branche, lautete der Tenor der Rede. So sind in der Landwirtschaft Zeitarbeitsverhältnisse schon fast die Regel. Aber auch der Gaststättenbereich ist längst ein Niedriglohnsektor. 70 % der Beschäftigten sind in Deutschland davon betroffen…“ Artikel von Peter Nowak, zuerst erschienen im Neues Deutschland vom 23.10.2009
Kriminalität: Sklaven am Wok
Ausgebeutet, rechtlos und miserabel bezahlt schuften viele chinesische Köche in deutschen Asia-Restaurants. Sie sind meist Opfer systematischen Menschenhandels. Artikel von Andreas Ulrich auf Spiegel-Online vom 17.08.2009 . Aus dem Text: „…Denn bislang ging die Polizei nur Hinweisen über ein weitverzweigtes System von Schutzgelderpressungen in deutschen China-Restaurants nach. Inzwischen aber haben die Ermittler ein ganz anderes kriminelles Milieu im Visier: eine Art Sklavenhandel des 21. Jahrhunderts. Hunderte Chinesen werden in den Westen gelockt und hier teilweise brutal ausgebeutet. Es ist organisierter Menschenhandel mit hohem Gewinn bei geringem Risiko. Das Geld verdienen Schleuserorganisationen, die als Vermittlungsagenturen getarnt sind. Die Restaurantbetreiber profitieren von den niedrigen Löhnen…“
“Mach, was du willst” - Meine Erlebnisse als Hooters Girl in Bochum
„Ein tief ausgeschnittenes weißes Shirt, orange Hot-Pants, Sneakers und Glanzstrumpfhose. Nach dem Umziehen erkenne ich mich kaum im Spiegel. Ich möchte die Hot-Pants etwas nach unten zupfen - dafür sind sie aber zu eng. Ich trage die Hooters Uniform. Die Haare offen, Kniestrümpfe auf den Knöcheln und eine Geldtasche zwischen den Beinen. Ich will in dieser Uniform arbeiten. In einem dieser Schnellrestaurants aus den Staaten, in denen es zum Burger tiefe Ausschnitte gibt..." Artikel von Olga Kapustina auf Ruhrbarone vom 24.07.2009 
»Die Global Player machen es uns schwer«
Die Großen werden zunehmend zum Problem für die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten. Franz-Josef Möllenberg ist seit 1992 Vorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). In der kommenden Woche hält die 206 000 Mitglieder starke Organisation in Berlin ihren 15. Gewerkschaftstag ab. Interview von Günter Frech im Neues Deutschland vom 17.10.2008 
Überwacht bei Kaffee und Kuchen
„Von einer "exzessiven Videoüberwachung" sprechen Datenschützer: Kein Kunde könne das Geschäft betreten, ohne gefilmt zu werden. Mitarbeiter stünden, etwa bei der Essenszubereitung "dauerhaft und vollständig unter Kamerakontrolle" und seien selbst im Umkleideraum nicht vor den Objektiven sicher. Die Vorwürfe richten sich gegen zwei Kieler Filialen der "Campus Suite", in denen belegte Brötchen, Kuchen, Kaffee und Tee verkauft werden - laut Eigenwerbung ist man "Coffeeshop, Deli und Lounge"…“ Artikel von Jan Hauser in der Taz-Nord vom 02.06.2008 
Vom Tellerwäscher zum Revolutionär...?
Die Arbeitsbedingungen im deutschen Hotel- und Gaststättengewerbe gehören zu den schlechtesten im Lande. Die Situation ist mies, aber nicht hoffnungslos… Artikel von Lars Röhm, erschienen in der Direkten Aktion vom März/April 2007. Wir danken dem Verlag!
Hotel-Streik zur Messe-Zeit
Nach dem viel beachteten Streik im Wiesbadener Tagungshotel der EU-Verteidigungsminister will die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten NGG nun große Frankfurter Hotels während der Messezeit bestreiken. Meldung in der Frankfurter Rundschau vom 07.03.2007
Kriegsminister bestreikt
„Das Personal des Dorint-Hotels trat befristet in den Ausstand. Konferenz in Wiesbaden durch Arbeitskampf behindert…“ Artikel von Hans-Gerd Öfinger in der jungen Welt vom 03.03.2007
Hoteliers suchen Streit
Unternehmer im hessischen Gastgewerbe wollen Lohnkürzungen bis zu 30 Prozent durchboxen. Gewerkschaft antwortet mit Warnstreik. Artikel von Hans-Gerd Öfinger in der jungen Welt vom 07.12.2006
Platzverweis für Zimmermädchen? Beobachtungen aus der Arbeitswelt des Hotelgewerbes „Auf den Punkt ...: Die Fußball-Weltmeisterschaft fällt in einen Zeitraum, in dem sich die Hotelbranche in einem tief greifenden Strukturwandel befindet. Wichtigste Elemente sind Marktkonzentration, Standardisierung der Produkte, Internationalisierung und Marktdifferenzierung. Der steigende Wettbewerbsdruck bleibt für den Umgang mit Arbeitsplätzen nicht folgenlos, wie sich am Beispiel der Arbeitsplätze in der Zimmerreinigung aufzeigen lässt. Stellte die Arbeit des Zimmermädchens in der Vergangenheit noch eine Kerntätigkeit dar, so ersetzen Hotels heute mehr und mehr Eigenpersonal durch externe Reinigungsfirmen. Diese Entwicklung kann für die Beschäftigten in diesem Tätigkeitsfeld mit erheblichen Risiken verbunden sein. Es drohen Arbeitsintensivierung, geringere Einkommenschancen und der Ausschluss von innerbetrieblicher Mobilität. Eine Mindestlohnregelung könnte ein Instrument sein, um Auswüchse zu verhindern…“ IAT-Report 2006/05 von Achim Vanselow auf der Seite des Gelsenkirchener Instituts für Arbeit und Technik
Tarifstreit: Drohende Streiks im Speisewagen
„Kein Kaffee mehr im Zug? Noch vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft will das Servicepersonal der Bahn in den Warnstreik treten. Von den Streiks betroffen wären ICE und Intercity, so ein Gewerkschaftssprecher. Im Tarifstreit werde beim Servicepersonal der Bahn noch vor der Fußball-WM zu Aktionen aufgerufen, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft "Transnet" der Nachrichtenagentur dpa. Betroffen wären ICE und Intercity. Grund für die geplanten Aktionen sei, dass die seit Monaten laufenden Gespräche für 2000 Beschäftigte in Bordrestaurants, Zug- Bistros und bei der Bedienung am Platz keine Ergebnisse gebracht hätten. "Transnet" und die Gewerkschaft GDBA fordern eine Anhebung und Angleichung der Umsatzbeteiligungen für die Beschäftigten. Drei Prozent Provision bekommen die Bahn-Mitarbeiter in Speisewagen derzeit, Service-Kräfte für den "Am-Platz-Service" erhalten den Angaben zu Folge fünf Prozent Umsatzbeteiligung. Die nächste Verhandlungsrunde sei für den 6. Juni geplant.“ Meldung im Spiegel vom 21.05.2006
Vreriksen setzt Lohnraub von 800,- € um
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Rechtsstreit über Tarifbindung im Dortmunder Großhandel
„Wie erwartet, hat das Landesarbeitsgericht Hamm am 13. Januar 2006 den Antrag der Gewerkschaft ver.di gegen den Arbeitgeberverband Großhandel/Außenhandel/Dienstleistungen Westfalen-Mitte zurückgewiesen. Ver.di hatte die Unzulässigkeit von Arbeitgebermitgliedschaften ohne Tarifbindung gerichtlich feststellen lassen wollen. (…) „ Bei Vreriksen“, so ver.di Sekretärin Birgit Haverkemper „hat jeder Mitarbeiter in den letzten zwei Jahren mindestens 1.000 Euro verloren. Das können sie sich einfach nicht leisten.“ Ver.di hat deswegen vor einem Jahr eine Kampagne gestartet mit dem Ziel, die Willkür der OT-Mitgliedschaft zu stoppen…“ Pressemitteilung von ver.di Dortmund vom 30.1.06
- Mäuse-Aktion bei Vreriksen in Dortmund
"Vor dem Dortmunder Lebensmittelgroßhändler Vreriksen hat heute morgen die Gewerkschaft ver.di - gemeinsam mit den "BürgerInnen für Tarifverträge" und Kollegen aus weiteren Großhandelsbetrieben - eine Aktion durchgeführt. Die Gewerkschaft hat 800 Schaumstoff-Mäuse vor dem Betrieb aufgehängt, die graphisch darstellen sollten, wie viel Geld die Vreriksen-Mitarbeiter bisher verloren haben, seit ihr Arbeitgeber die Tarifbindung abgelehnt hat. Der
Inhaber von Vreriksen, Gerd Pelzer, ist ebenfalls Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes Großhandel-Außenhandel-Dienstleistungen Westfalen-Mitte. Vreriksen ist der einzige Arbeitgeber in dem Verband, der die Tarifbindung konsequent noch ablehnt. Ein zweiter Arbeitgeber, der Metzger-Gruppe, ist mittlerweile wieder tarifgebunden geworden. Über die Kampagne von ver.di wurde schon in der lokalen Presse berichtet; der Fernsehersender WDR-Dortmund war diesmal auch dabei." Presseerklärung von OrKa – Organisierung und Kampagnen vom 21. April 2005.
- „Die Gewerkschaft ver.di wirft dem Dortmunder Lebensmittelgroßhändler Vreriksen GmbH & Co. KG Lohnraub vor. Der Anlass: Vreriksen, als Dienstleister für Gastronomie und Großküchen, hat seit zwei Jahren insgesamt pro Mitarbeiter über 800, - € an Lohnerhöhungen einbehalten. Dies war möglich, weil der Arbeitgeberverband im Großhandelsbereich – wo Vreriksen-Inhaber Gerd Pelzer Verbandsvorsitzender ist – über Nacht entschieden hatte, dass Verbandsmitglieder nicht mehr Tarif gebunden sein müssen. (…) Ver.di hat gemeinsam mit Aktiven in den betroffenen Betrieben beschlossen, eine öffentliche Kampagne zu starten, um für sichere Löhne und Arbeitsbedingungen in den betroffenen Betrieben zu kämpfen. Zusätzlich dazu ist ein Kreis von Bürgerinnen und Bürgern aus kirchlichen, wissenschaftlichen und sozialen Institutionen aktiv geworden – die „BürgerInnen für Tarifverträge“ – der die Beschäftigten unterstützen, begleitend eigene Aktivitäten durchführen und eine öffentliche Diskussion über Tarifflucht im Großhandel und anderen Branchen vorantreiben will…“ Weitere Hintergründe in der Pressemitteilung von ver.di Dortmund vom 6.4.05

Solidarität mit den Entlassenen und den
Besetzenden Angestellten von Pizza Hut!
Seit letztem Freitag (10. Januar 2003) sind in Athen
2 Filialen der wegen der intensivierten Arbeitsbedingungen berüchtigten
Multilaterale PIZZA HUT von den Angestellten besetzt. Der Grund
war die Kündigung von 4 Angestellten, die Gewerkschaftsarbeit
machten. Für Morgen (18.Januar 2003) ist ein Prozess geplant,
wobei die Arbeitgeber den Streik fuer illegal erklaeren wollen.
Meldung der FAU. |