| Ex-Mitarbeiter verklagen Europcar wegen 400 Euro-Jobs
„Drei ehemalige Mitarbeiter des Autovermieters Europcar klagen gegen "ungerechte und sittenwidrige Behandlung". Bei der Hagener Filiale des Autovermieters schuften so genannte „Fahrzeugservicekräfte” 78 Stunden im Minijob, um auf 398,58 Euro brutto zu kommen. Wie viele Stunden muss ein Mitarbeiter im Monat arbeiten, um 400 Euro verdienen zu können? Bei der Hagener Filiale des Autovermieters Europcar schuften so genannte „Fahrzeugservicekräfte” 78 Stunden im Minijob, um auf 398,58 Euro brutto zu kommen. Drei ehemalige Mitarbeiter sind jetzt angetreten, der ihrer Meinung nach ungerechten und sittenwidrigen Behandlung ein Ende zu machen - und das möglichst bundesweit. Denn Europcar beschäftigt, so heißt es in der Klageschrift, nicht nur rund 1750 fest angestellte, sondern immerhin 10.000 bis 15.000 geringfügig beschäftigte Mitarbeiter…“ Artikel von Andreas Reitmajerauf DerWesten vom 15.01.2010 
Friseure schuften für Hungerlohn
„Haare schneiden, waschen, föhnen ist Friseuren häufig nur ein paar Cent wert. Der Kölner Zoll hat bei Razzien in 150 Geschäften Angestellte angetroffen, die für 1,50 Euro in der Stunde arbeiten. "Wir haben diese Branche schon länger auf dem Kieker", sagt der Sprecher des Zollamtes, Gerd Plinz. Nun wird in dutzenden Fällen wegen Lohndumpings ermittelt. Die meisten Beschäftigten wissen natürlich, dass sie viel zu wenig Lohn erhalten. "Sie sind aber so abhängig von ihrem Arbeitgeber, dass sie schweigen", so Plinz. Die Friseurgilde ist berüchtigt für ihre schlechten Löhne. "Viele arbeiten in den Salons ohne eine entsprechende Ausbildung, das fördert oft den Schwarzmarkt und Dumpinglöhne", so Jan Jurczyk, Sprecher der Gewerkschaft Verdi. Auch Berufe mit kurzen und häufig wechselnden Verträgen wie etwa in der Gastronomie seien anfällig für Sklavenlohn…“ Artikel von Annika Joeres in der Frankfurter Rundschau vom 09.10.2009 
Der arbeitende Kunde. Wenn Konsumenten zu unbezahlten Mitarbeitern werden
So der Titel des im Oktober erschienenen Buches von G. Günter Voß und Kerstin Rieder (Frankfurt a.M., New York : Campus 2005, Euro 19,90, ISBN 3-593-37890-6). Aus dem Klappentext: „Es gab eine Zeit, da wurde man an der Käsetheke bedient und beraten, da kaufte man die Bahnkarte am Schalter und richtete den Dauerauftrag mit persönlicher Unterschrift am Bankschalter ein. Heute wählen wir fertig abgepackten Käse aus der Kühltruhe aus, schlagen uns mit Fahrkartenautomaten herum und erledigen Bankgeschäfte online zu Hause. Mit Ikea fing es an – der Kunde arbeitet mit. G. Günter Voß und Kerstin Rieder zeigen, welche Folgen das für die Wirtschaft, für den Einzelnen und für unsere Gesellschaft hat. Der Kunde ist heute selbstbestimmter, informierter, aktiver, er ist stärker Subjekt als vorher. Zugleich unterliegt der Konsument aber einer Entfremdung: Er hat gar keine Wahl, selbst wenn es ihn überfordert, er muss »mitarbeiten«, Beratung entfällt. Mit ihren amüsanten Exkursen zu Lust und Frust des arbeitenden Kunden, verknüpft mit scharfsinnigen soziologischen Analysen, regen die Autoren zum Nachdenken an: Wohin mag dies alles führen – und wollen wir das wirklich?“ Siehe dazu:
Betriebsrat nicht willkommen
„Eigentlich gehört Independent Living zu den Guten: Der Zusammenschluss freier Träger aus der Kinder- und Jugendhilfe unterhält in Berlin zahlreiche Kindergärten, Jugendwohngruppen und ambulante Hilfen. Seine Mitarbeiter sind jedoch nicht alle mit ihrem Arbeitgeber zufrieden: Rund 25 MitarbeiterInnen protestierten am Dienstagmorgen vor dem Büro der Leitung. Sie werfen den Chefs Behinderung der Arbeit des im Mai 2008 gewählten Betriebsrats Hans Egetenmeier vor. Die Geschäftsführung hat die Betriebsratswahl mit der Begründung angefochten, dass es organisatorische Änderungen der Betriebsstruktur gegeben habe, durch die sich die Zuständigkeiten verändert hätten…“ Artikel von Peter Nowak in der Taz-Berlin vom 10.09.2008 
Protest: Museumsreife Arbeitgeber
Das Technikmuseum entlässt zahlreiche seiner zumeist studentischen Kundenbetreuer. Die bekamen nur Niedriglöhne. Die Belegschaft hat mittlerweile einen Betriebsrat gegründet. Am Freitag wird vor dem Ausstellungsgebäude demonstriert. Artikel von Peter Nowak in der Taz-Berlin vom 27.03.2008 . Siehe dazu auch:
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Her mit den unbefristeten Verträgen! Sofort!
„Das Deutsche Technikmuseum Berlin (DTMB) sucht offenbar nach neuen Mitarbeiter_Innen für ihre Besucherbetreuung, die in der T&M Technik und Museum Marketing GmbH (T&M GmbH) beschäftigt werden. Diejenigen Besucherbetreuer_Innen, die in mehreren Entlassungsschüben gehen mussten und nicht dagegen geklagt haben, dürfen sich nun neu bewerben. Die Klagenden dagegen kämpfen weiterhin ihren individuellen Arbeitskampf gegen eine mächtige, öffentlich finanzierte Institution, die scheinbar über unendliche Geldmittel verfügt um Gerichtsverfahren bewusst zu verschleppen und so den existenziellen Druck der Klagenden erhöht…“ Artikel von aka auf Indymedia vom 31.08.2008 
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»Das kann ein Anreiz sein, Betriebsräte zu gründen«
Erfolgreicher Arbeitskampf am Deutschen Technikmuseum in Berlin. Öffentlicher Druck hat gewirkt. Ein Interview von Mirko Knoche mit Jürgen Stahl , ver.di-Sekretär für besondere Dienstleistungen in Berlin-Brandenburg, in der jungen Welt vom 08.07.2008
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Der Protest hat sich gelohnt: Die Besucherbetreuer/innen der T & M Technik und Museum Marketing GmbH werden weiterbeschäftigt
„Nach mehreren Gesprächen zwischen dem Direktor des Deutschen Technikmuseums Berlin, Prof. Böndel, der Senatskanzlei für kulturelle Angelegenheiten, dem Betriebsrat und ver.di, hat Prof. Böndel nunmehr erklärt, dass alle Besucherbetreuer/innen der T & M Technik und Museum Marketing GmbH weiterbeschäftigt werden. Somit kehrt nun nach über sieben Monaten wieder Ruhe in das Technikmuseum Berlin ein. Alle Kolleginnen und Kollegen, die Anspruch auf einen unbefristeten Arbeitsvertag haben, erhalten diesen in den nächsten Tagen, darüber hinaus erhalten alle anderen Beschäftigen eine Vertragsverlängerung bis auf insgesamt zwei Jahre. Zwischenzeitlich hatte das Arbeitsgericht Berlin 15 Klagen von Beschäftigten der T&M GmbH stattgegeben, die auf eine unbefristete Beschäftigung geklagt hatten. Weiterhin hatte auch die Anfechtung der Betriebsratswahl durch den Arbeitgeber kein Bestand..." Pressemitteilung von ver.di vom 03.07.2008 
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Kundgebung der Beschäftigten der T&M GmbH vor dem Deutschen Technikmuseum
„…Die Museumsleitung entließ seit November 2007 grundlos 80 zumeist studentische Beschäftigte, was circa der Hälfte aller Besucherbetreuer und Besucherbetreuerinnen im DTMB entspricht. Bis heute wurde den Betroffenen keinerlei ernst zu nehmende Begründung für dieses Vorgehen dargelegt. Klar ist nur, dass die Museumsleitung keine unbefristet beschäftigten Besucherbetreuer und Besucherbetreuerinnen möchte, denn mehr als die Hälfte der ehemals 160 Beschäftigten haben einen Anspruch auf eben jenes unbefristete Arbeitsverhältnis, wie bislang 10 erstinstanzliche Urteile des Arbeitsgerichtes bestätigt haben. Die Museumsleitung lässt dennoch nicht von den unsinnigen Gerichtsprozessen ab und liefert nach mehr als 6 Monaten der Ungewissheit noch immer keine Erklärung zur Zukunft der Besucherbetreuung im DTMB. Stattdessen sind aufgrund der Unterbesetzung im Bereich der Besucherbetreuung seit Ostern ständig Leiharbeiter und Leiharbeiterinnen der Sicherheitsfirma "Securitas" im Museum im Einsatz…“ Presseinformation der Besucherbetreuerinnen und Besucherbetreuer der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin, der Beschäftigten und des Betriebsrat der T&M Technik und Museum Marketing GmbH vom 16.06.2008
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Besucherbetreuung bleibt!
„Am heutigen 19. Juni trafen sich um 8 Uhr morgens circa 50 Beschäftigte der „T&M Technik und Museum Marketing GmbH“ (T&M GmbH) vor dem „Deutschen Technikmuseum Berlin“ (DTMB) um erneut auf ihre akute Situation und die Entlassungswelle im Haus aufmerksam zu machen. Die Besucherbetreuer_Innen wollten dem ab 9 Uhr tagendem Stiftungsrat des Museums ihre Forderungen sowohl persönlich als auch künstlerisch näher bringen…“ Ein Demobericht auf Indymedia vom 19.06.2008 
- UPDATE Deutsches Technikmuseum
„Heute, am 28. März, trafen sich zwischen 50-70 Demonstranten vor dem Technikmuseum Berlin um gegen die Entlassungen von 50 Mitarbeitern der museumseigenen "Technik & Marketing Gmbh" (T&M) zu protestieren. Verschiedene Gruppen ergänzten das "Abschiedsfest" solidarisch. Neben ver.di Vertretern war das Maydaybündnis Berlin, Vertreter der Berliner Montagsdemonstration, die Jusos, die Überflüssigen und weitere Aktivisten vorbei gekommen…“ Beitrag auf Indymedia vom 28.03.2008 
- Aktuelle Entwicklungen im Deutschen Technikmuseum Berlin
„Demo von Besucherbetreuern Am Freitag haben die Besucherbetreuer_Innen des Deutschen Technikmuseums Berlin mit einer Aktion vor dem Museum auf sich aufmerksam gemacht. Sie kämpfen für reguläre Arbeitsverträge und gegen die Abwicklung der Besucherbetreuung im Deutschen Technikmuseum Berlin (eine Dokumentation). Mit Papierfliegern, Flaggen, Transparenten und jeder Menge Handzettel postierten sich die ca. 50 Teilnehmer_Innen für eineinhalb Stunden an der Ecke Trebbiner Straße/Möckernufer in Kreuzberg, um auf ihre prekäre Lage hinzuweisen. Dabei wurden sie neben ver.di dankenswerter Weise auch von anderen Gruppen unterstützt. Das Mayday-Bündnis Berlin, die Montagsdemo sowie die Jusos Berlin waren vertreten…“ Beitrag von Mathilde im Blog „Analyse, Kritik & Aktion - Berliner Assoziation für Theorie und Praxis“ vom 30. März 2008 
GEMA
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GEMA: Tarifkonflikt nach 595 Tagen beendet!
Tarifkompromiss bei der GEMA erzielt; - für alle Beschäftigten gelten wieder Tarifverträge. Am 23. Juni 2008 haben die ver.di-Mitglieder bei der GEMA in einer Urabstimmung das Tarifergebnis mit breiter Mehrheit akzeptiert, 70,3 % gaben ihre Zustimmung! Meldung bei ver.di vom 29.06.2008 
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Beschäftigte der GEMA treten in den Streik
„Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat die Beschäftigten bei der GEMA ab Montag, dem 24. September zum Arbeitskampf aufgerufen. Hintergrund ist die Weigerung des GEMA-Vorstands, die Verhandlungen über einen neuen Gehaltstarifvertrag für die rund 1.200 Beschäftigten wieder aufzunehmen. Die Arbeitgeber hatten diesen zum 31. Dezember 2006 gekündigt…“ Presseerklärung von ver.di vom 23.09.2007 
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Gema streikt
„Die Mitarbeiter der Rechte-Verwertungsgesellschaft Gema stimmten über einen Streik ab. Bei der Urabstimmung unter den 1200 Beschäftigten der Gesellschaft mit Hauptsitz in Berlin und München sprachen sich 93,7 Prozent für einen Arbeitskampf aus. Sie fordern mehr Geld…“ Artikel in der FTD vom 15.06.2007 
- »Dann stimmen wir über unbefristeten Streik ab«
GEMA-Beschäftigte wehren sich gegen Ausstieg aus Tarifverträgen. Geschäftsleitung stellt sich stur. Ein Interview von Hans-Gerd Öfinger mit Ulrich Beiderwieden, Bundesleiter der Fachgruppe FoKuS (Forschung, Kommunikation und Sachverständige, Verbände und Parteien, Dienstleistung für Unternehmen) beim ver.di-Fachbereich 13 (Besondere Dienstleistungen) und Leiter der bundesweiten Warnstreiks der letzten Tage beim Rechteverwerter GEMA. Interview in der jungen Welt vom 29.03.2007
Soziale Träger auf Niedriglohnkurs? Zur aktuellen Entwicklung der Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen im Sozialsektor
„Der Sozial- und Gesundheitsbereich hat sich von anderen Dienstleistungsbranchen schon immer deutlich unterschieden. Dies gilt auch und insbesondere für die Tarifstrukturen, die bei den kirchlichen Arbeitgebern über den sog. Dritten Weg festgelegt werden. Trotz diverser Abweichungen oder Sonderregelungen galt für die Beschäftigten im Grundsatz dennoch jahrzehntelang die Parole: „Es gilt der BAT!“ Mit der Umstrukturierung des Wohlfahrtssektors zur Sozialwirtschaft sind diese Zeiten, in denen der Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes als „Leitwährung“ des Sozialsektors allgemein akzeptiert war, nun definitiv vorbei. Was sich derzeit abzeichnet, ist eine zunehmende Zersplitterung der Tariflandschaft, die einen unerbittlichen Verdrängungswettbewerb zwischen den Trägern und Einrichtungen und eine „Abwärtsspirale“ bei den Arbeitsbedingungen in Gang gesetzt hat…“ Artikel von Gertrud Kühnlein und Norbert Wohlfahrt, zuerst erschienen in WSI-Nachrichten 7/2006
Lebenshilfe – Werkstatt für Behinderte gGmbH Solingen – kündigt fristlos den Betriebsratsvorsitzenden
„Nachdem der Betriebsratsvorsitzende und engagierte Gewerkschafter Harald Bramstedt in den letzten Jahren von seinem Geschäftsführer Josef Neumann mit insgesamt 12 Abmahnungen überzogen wurde, die gerichtlich bis auf einen Vergleich (wegen Nichtabmeldung für BR-Arbeit) keinen Bestand hatten, wurde jetzt beim Betriebsrat die fristlose Kündigung wegen Diebstahls beantragt. (Bei dem angeblichen Diebstahl handelte es sich um wertlose Paletten, die der Entsorgung zugeführt werden sollten, übrigens nach Rückfrage und Erlaubnis)…“ Aus „Dringender Aufruf zur Solidarität und Unterschriftensammlung für unseren Kollegen und Betriebsratsvorsitzenden der Werkstatt Lebenshilfe in Solingen, Harald Bramstedt“ von verdi Bezirk Rhein-Wupper mit Unterschriftensammlung und Protest- sowie Solidaritätsadressen
Sozialpleiten – nur Pech und Pannen?
Helmuth Schweitzer im Interview mit Michael Cech, Anne Drogand und Klaus Pavkovic, drei ehemaligen Betriebsräten der AWO-Töchter „ABB gGmbH“ und „Futura gGmbH“ in Duisburg, erschienen in Sozialextra 01/2006 
Hundert Jahre Falken und noch immer kein Betriebsrat
Seit Dezember vergangenen Jahres tobt beim Landesverband
Berlin der Sozialistischen Jugend Deutschland ein versteckter Arbeitskampf.
Anlass sind die Bestrebungen der Belegschaft, einen Betriebsrat
zu gründen. Der Jugendverband die Falken, die dieses Jahr an
Pfingsten in Berlin ihr hundertjähriges Bestehen feiern wollen,
können sich, So scheint es nicht mit einer Mitarbeitervertretung
anfreunden.
Die Mitarbeiter haben dennoch einen Betriebsrat gewählt. Dieser
Mitarbeiter ist am Tag seiner Ernennung (16. Februar 04) betriebsbedingt
gemeinsam mit einem Kollegen gekündigt worden
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Pressemitteilung einiger
Gewerkschafter aus Berlin vom 01.03.04 |