| Lohnplus für Beschäftigte: Chemiker wollen mehr 
„Die Chemie-Gewerkschaft IG BCE hat sich scharf von den Abschlüssen in der Metallindustrie und im öffentlichen Dienst distanziert. Ihr neuer Verhandlungsführer Peter Hausmann signalisierte, dass seine Gewerkschaft für die Chemiebranche einen höheren Lohnzuschlag durchsetzen will. Zudem will die IG BCE in florierenden Betrieben mehr Geld für die Beschäftigten rausholen als in der Fläche. Die Tarifverhandlungen für die 550000 Chemie-Beschäftigten beginnen nächste Woche...“ Artikel von Eva Roth in der Frankfurter Rundschau vom 22.03.2010 
Rado Gummi GmbH in Radevormwald kündigt Betriebsratsvorsitzenden fristlos
"Der Geschäftsführer der Firma Rado Gummi GmbH, die Kauschukartikel in Radevormwald produziert, hat den BR-Vorsitzenden Ersin Özgen, 45 Jahre alt, verheiratet, 3 Kinder und seit 8 Jahren BR-Vorsitzender fristlos entlassen. Der Geschäftsführer macht seit vielen Jahren Stimmung gegen den Betriebsrat und die IG BCE. Nun hat er den BR-Vorsitzenden und Kollegen Özgen wegen angeblicher Arbeitsverweigerung fristlos gekündigt. „Absolut vorgeschoben, nichts ist dran“, empört sich der zuständige Gewerkschaftssekretär Oliver Heinrich.„ Ersin Özgen ist nur seiner Betriebsratsarbeit nachgegangen“. Mit Hilfe der IG BCE konnte am 5.1.2010 beim Arbeitsgericht Wuppertal erreicht werden, dass eine einstweilige Verfügung erlassen wird, nach der der BR-Vorsitzende ungehindert Zugang zum Betrieb bekommen muss...“ Presseerklärung der IG BCE Düsseldorf vom 02.02.2010 
Ärger bei Clariant
„Die Beschäftigten haben uns auf den letzten Betriebsversammlungen richtiggehend den Kopf gewaschen", sagt Kai-Uwe Hemmerich, Betriebsratsvorsitzender bei Clariant in Höchst. Das hat offenbar gewirkt, denn danach seien die Beschlüsse im Gremium einstimmig gefasst worden. Der Clariant-Betriebsrat ist zudem einen ungewöhnlichen Schritt gegangen: Er ist geschlossen zurückgetreten. Neben Hemmerich und seinen Kollegen von der IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) sind im Betriebsrat die angestellten Akademiker und leitenden Angestellten in der VAA-Liste sowie die Liste Standort-Forum - hier haben sich IG BCE-Kritiker zusammengeschlossen - vertreten. Mit dem Rücktritt protestierten sie gegen das Verhalten des Unternehmens im Zuge des aktuellen Stellenabbaus. Bisher sei Personalabbau - bereits zwei Runden hat es 2009 gegeben - immer einvernehmlich geschehen, klagt Hemmerich. Nun habe der Arbeitgeber aber den Druck auf die Beschäftigten drastisch erhöht. Dem hätten fast alle betroffenen Mitarbeiter nachgegeben…“ Artikel von Von Martin Brust in der Frankfurter Rundschau vom
05.11.2009 . Siehe dazu:
Erst alleingelassen - dann die Beerdigung!
„Ein Leichenzug verließ am Donnerstag das Hauptwerk des Schleifmittel-Herstellers Hermes in Hamburg-Lurup. Es waren etwa 60 KollegInnen in ihren Arbeitskitteln mit blauem t-shirt mit Aufdruck "Hermes" und etliche Büroangestellte. Vorweg ging eine junge, zierliche Kollegin mit einem Kreuz mit der Inschrift: "230 Arbeitsplätze. Von 1927 - 2009." Neben ihr ein großer Kollege in einer schwarzen Kutte, wie ein Mönch und eine Kollegin mit einer Grabstein-Imitation mit der Aufschrift: Hermes geboren 1927 gestorben 2009. Nur zwei große selbstgemachte Transparente sind zu sehen, die die Stimmung sehr gut widergeben: "80 Jahre Hermes-Duft - jetzt mit Arschtritt an die Luft". Und: "Wir sind Hermes". Das nützt aber nichts, daß sie sich als Hermes fühlen, der Betrieb soll dicht gemacht. Die Aufträge können in Österreich, Polen und in den USA erledigt werden. Die DemonstrantInnen, Durchschnittsalter etwa 40 Jahre, erwarten keine Abfindung, die Firma sei praktisch pleite. Das steht aber im Widerspruch, daß sie in drei Schichten arbeiten müssen und KollegInnen aus dem Urlaub geholt werden. Von der IG BCE ist niemand da, auch keine Gewerkschaftsfahne zu sehen. ..“ Artikel von Dieter Wegner (Jour Fixe Gewerkschafslinke Hamburg) vom 16.07.2009
Verdienste der IG BCE: Chemieindustrie in der Krise – ein kleiner Branchenbericht
„Eine Branche wie die Chemieindustrie, deren Produkte sich in nahezu jedem gängigen Produkt aller anderen Industriezweige wiederfinden (vom Auto bis zur Abführpille, von der Bauindustrie bis zur Babywindel), wird in mindestens demselben Umfang wie die Abnehmerindustrien von der kapitalistischen Krise getroffen sein. Deutliche Unterschiede sind natürlich durchaus zu erkennen: Die geringsten Auswirkungen gibt es derzeit in der Pharmaindustrie. Dort kommen Krisen immer verzögert an, auch weil die teilweise Finanzierung über das öffentliche Gesundheitswesen zunächst marktstabilisierend wirkt. Viel Geld wird derzeit auch immer noch mit Pestiziden verdient. Das wird aber nicht mehr lange anhalten, denn sinkende Nahrungsmittelpreise und billiges Rohöl, das Agrotreibstoffe wieder uninteressanter macht, sind die Vorboten der Krise in der Landwirtschaft. Und wenn der Landwirt weltweit kein Geld mehr verdient, kauft er keine Pestizide und keine Düngemittel mehr. Am schlimmsten betroffen sind diejenigen Bereiche der Chemieindustrie, die direkt der Autoindustrie, der kapitalistischen Leitindustrie, zuliefern: Man spricht davon, dass allein 250000 Arbeitsplätze im Bereich der IG BCE der Autoindustrie zuliefern. 15 Prozent des weltweiten Umsatzes des Branchenführers BASF wird mit der Autoindustrie gemacht. Entsprechend katastrophal ist jetzt die Auftragslage, die Produktionsbetriebe sind in Kurzarbeit oder stehen davor…“ Artikel von Friedrich Wöhler, erschienen im express, Zeitschrift für sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit, 04/09
Arbeitskampf bei Kunstharz-Firma - Streik auch bei den Chemikern
Beim Kunstharz-Hersteller Cytec in Hamburg kämpft die Belegschaft mittels Sozialtarifvertrag für Standortsicherung - ein Novum in der stets als etwas brav geltenden Chemiebranche. Artikel von Kai von Appen in der Taz-Nord vom 14.05.2009 . Aus dem Text: „…Auch IG BCE-Bezirksleiter Jan Eulen, der viele Jahre keinen Warnstreik mehr erlebt hat, ist an diesem Morgen zu Cytec gekommen. "Es ist definitiv der falsche Weg, in der Krise Arbeitsplätze abzubauen", sagt er. Er begreife nicht, warum die Amerikaner nicht deutsche Instrumentarien wie Kurzarbeit anwenden, "um mit der gesamten Belegschaft aus der Krise zu kommen". Die BCE praktiziere eigentlich eine "gepflegte Form der Sozialpartnerschaft", sagt Eulen. Doch nun kündigt er "erbitterten Widerstand" an: "Wer Angst sät, wird Streik ernten."
Tarifrunde Chemie 2008
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Kostengünstig altern
„Das Chemietarifpaket 2008 wurde als besonders innovativ bezeichnet. Und auch als gute Vorlage für die Verhandlungen um die Verlängerung des Altersteilzeit-Tarifvertrages, in die die IG Metall jetzt eintreten wird. Was ist innovativ an diesem Tarifpaket?...“ Artikel von Friedrich Wöhler zum »innovativen« Chemie-Abschluss, erschienen im express, Zeitung für sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit, 5/08
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Chemie-Beschäftigte bekommen 4,4 Prozent mehr Lohn
„Die chemische Industrie hat einen neuen Tarifabschluss: Die rund 550 000 Beschäftigten erhalten in diesem Jahr 4,4 Prozent mehr Geld für eine Laufzeit von 13 Monaten. Zudem sollen die Betriebe eine Einmalzahlung von 0,5 Prozent eines Monatsentgeltes mal 13 zahlen. 2009 werden die Entgelte um weitere 3,3 Prozent für zwölf Monate erhöht. Das teilten beide Seiten am Mittwoch nach der zweiten bundesweiten Verhandlungsrunde im rheinland-pfälzischen Lahnstein mit. Die Laufzeit beginnt regional unterschiedlich und endet zwischen Ende März und Ende Mai 2010…“ dpa-Meldung auf Yahoo-Nachrichten vom 16.04.2008 
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Hochprozentiger Chemie-Cocktail: Gewerkschaft peilt höheres Lohnplus und neuen Altersteilzeit-Vertrag an
„In der Chemieindustrie könnte heute oder morgen ein Tarifabschluss gelingen, der es in sich hat. Die Gewerkschaft hat sich drei ehrgeizige Ziele gesetzt: Erstens will sie einen höheren Lohnzuschlag als im Vorjahr durchsetzen. Damals gab es inklusive Einmalzahlung 4,3 Prozent mehr Geld. Zweitens sollen die Arbeitgeber zusichern, dass sie mindestens so viele Ausbildungsplätze wie bisher anbieten: "Ich bin zuversichtlich, dass wir das hohe Niveau halten können", sagte Werner Bischoff, Verhandlungsführer der Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), der FR. Das wäre ein gutes Ergebnis, denn die Zahl der Schulabgänger sinkt…“ Artikel von Eva Roth in der Frankfurter Rundschau vom 15.04.2008 
- Knackige Chemie-Tarifrunde:Gewerkschaft fordert 6,5 bis 7 Prozent mehr Lohn
„In der chemischen Industrie beginnen heute die regionalen Verhandlungen für die Tarifrunde 2008 – Hessen macht dabei den Auftakt. Der Chemie-Branche steht eine knackige Tarifrunde bevor. Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) fordert 6,5 bis 7 Prozent mehr Lohn für die rund 90 000 Beschäftigten in Hessen. Angepeilt ist eine »reale Lohnsteigerung«, die im Geldbeutel der Beschäftigten spürbar wird, nicht nur ein Ausgleich für die stark steigenden Preise. Darüber hinaus will die IG BCE einen Anschlusstarifvertrag für das Abkommen »Zukunft durch Ausbildung« durchsetzen. Der laufende Ausbildungstarifvertrag läuft am Jahresende aus. Mit seiner Fortsetzung soll das Lehrstellenniveau bis zum Jahr 2015 gesichert werden. Zum Forderungskatalog gehört zudem der Abschluss eines Tarifvertrages über flexible Instrumente zur Gestaltung der Lebensarbeitszeit…“ Artikel von Ina Beyer im Neues Deutschland vom 26.02.2008. Siehe dazu auch:
- Chemie-Tarifrunde 2008: Grundlagen, Termine, Ergebnisse
Die Sonderseite der IG-BCE 
BigBrotherAward 2007 in der Kategorie „Arbeitswelt“ für die Novartis Pharma GmbH
Der BigBrotherAward 2007 in der Kategorie „Arbeitswelt“ geht an die Novartis Pharma GmbH für die Bespitzelung ihrer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und die damit verbundene Verletzung grundlegender Persönlichkeitsrechte. Siehe die Laudatio . Aus der Laudatio von Karin Schuler: „…Man erwartet jedenfalls nicht, dass es zum Standard gehört, Mitarbeitern im Außendienst in großem Stil Detektive hinterherzuschicken, um minutiös deren Arzt- und Apothekenbesuche zu protokollieren. Man erwartet auch nicht, dass die Ergebnisse von Erhebungen am Arbeitsplatz, für die ausdrücklich Anonymität zugesichert wurde, dem einzelnen Mitarbeiter von der Personalabteilung bewertet zurückgegeben werden. Genauso wenig erwartet man, dass die mit der Durchführung beauftragte Agentur entsprechende Beschwerden mit dem Satz kommentiert „So naiv kann man doch nicht sein!“ (nämlich zu denken, dass der Auftraggeber die Ergebnisse nicht erhielte) Wer jedenfalls erwartet hat, dass Selbstverpflichtungen wirklich wirken, wird enttäuscht. (…) und so führt das Unternehmen seinen Kampf nicht mehr gegen die Konkurrenz, sondern gegen die eigenen Mitarbeiter. Bei der Wahl der Mittel ist man dabei nicht zimperlich. Neben der inoffiziellen Ermutigung von Kollegen zur Denunziation schickt man dem Mitarbeiter einfach ganztägig Detektive hinterher, die jeden Besuch und jede Tätigkeit minutiös aufschreiben. Frei nach dem Motto: Wer suchet, der findet – Und jeder Fund ermöglicht die schnelle Trennung vom Betroffenen. Eine derart lückenlose, die Persönlichkeitsrechte verletzende Überwachung scheint zu den Standardmaßnahmen zu gehören – fühlt sich doch sogar der Betriebsrat genötigt, in einer Veröffentlichung darauf hinzuweisen. Wobei man sich fragt, ob der Betriebsrat die Mitarbeiter nicht lieber vor solchen Maßnahmen schützen sollte, anstatt sie nur darüber zu informieren.“
Czewo-Mitarbeiter drohen mit Streik
„Die Haltung der Arbeitgeber bei den laufenden Tarifverhandlungen hat die Belegschaft des Kosmetik- und Haushaltsprodukte-Abfüllers „Czewo Full Filling Service“ in Zülpich offenkundig in Wallung gebracht. Gestern Mittag machten rund 70 Arbeitnehmer mit Trillerpfeifen und Transparenten ihrem Unmut Luft. Der Bezirkssekretär Köln-Bonn und Verhandlungsführer der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie, Karl-Heinz Weber, und der Betriebsratsvorsitzende Hermann Bünnagel waren über die Resonanz auf ihren Protest-Aufruf jedenfalls hocherfreut. „Die Spätschicht haben wir zu 100 Prozent, die Nachschicht immerhin zu 70 Prozent mobilisiert, obwohl etliche Kollegen weit hinter Düren wohnen“, so Bünnagel. Etwa 70 Czewo-Mitarbeiter zeigten gestern vor dem Firmentor auf der Industriestraße Flagge…“ Artikel von Joachim Strothen im Kölner Stadt-Anzeiger vom 15.08.2007
- Unsittliches Angebot
Ausstieg aus Tarifvertrag: Beim Mittelständler Czewo in der Eifel versucht eine deutsche »Heuschrecke«, Beschäftigte mit »Prämie« zu ködern. Artikel con Werner Rügemer in der jungen Welt vom 17.08.2007
Tarifpolitik der zwei Geschwindigkeiten - Zur Tarifrunde Chemie 2007
„Das Tarifergebnis vorweg: Mit einer Laufzeit von jeweils dreizehn Monaten werden die Tarifentgelte um 3,6 Prozent erhöht, beginnend je nach Laufzeit der regionalen Tarifverträge meistens ab Februar 2007. Ein 14. Monat, der Januar 2007, wird pauschal mit 70 Euro abgegolten. Zusätzlich gibt es eine Einmalzahlung von 9,8Prozent eines Monatsgehalts für Normalschicht-Beschäftigte, 10,9 Prozent für die Teilkonti-Schicht (nicht durchlaufender Schichtbetrieb) und 12,8 Prozent für Vollkonti-Schichtler (24 Stunden und am Wochenende durchlaufender Schichtbetrieb). Die prozentuale Anbindung der Einmalzahlung an das Monatsgehalt führt dazu, dass höhere Entgeltgruppen auch eine höhere Einmalzahlung erhalten. Mittels freiwilliger Betriebsvereinbarung kann eine Kürzung oder der Entfall der Einmalzahlung aus wirtschaftlichen Gründen vereinbart werden. Der bis 2010 verlängerte Tarifvertrag »Zukunft durch Ausbildung« garantiert, dass auch in 2007 und 2008 branchenweit wie bisher 16800 Ausbildungsplätze angeboten werden. Für 2009 und 2010 konnte man sich noch nicht auf eine Festlegung von Ausbildungsplatzzahlen einigen, das soll in den Tarifrunden der nächsten Jahre erst noch verhandelt werden. Immerhin war es mit diesem Tarifvertrag gelungen, die Anzahl der Ausbildungsplätze in den letzten Jahren allmählich wieder zu erhöhen und jetzt das erreichte Niveau zumindest zu halten. Für 2009 und 2010 hat man jetzt also einen Tarifvertrag, aber man weiß noch nicht, was drinstehen wird. Der bereits bestehende Tarifvertrag zu »Langzeitkonten« wurde nochmals modifiziert. Bisher konnte der einzelne Beschäftigte bei Bestehen einer Betriebsvereinbarung auf freiwilliger Basis Zeitguthaben sowie Zulagen und Zuschläge ins Langzeitkonto einbringen. Zukünftig kann er auch bis zu zehn Prozent des kalenderjährlichen Tarifentgelts einbringen, um sich so individuell einen früheren Altersausstieg selbst vorzufinanzieren…“ Artikel von Friedrich Wöhler,
erschienen im express, Zeitschrift für sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit, 3-4/2007
Tarifabschluß Chemieindustrie 2007
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Chemietarifpaket 2007
Der Bundesarbeitgeberverband Chemie e.V. und IG Bergbau, Chemie, Energie haben das folgende Verhandlungsergebnis erzielt
- Magerer Abschluß
„Das Tarifergebnis für die Chemieindustrie löst Freude aus – bei den Unternehmern. Faktisch nur 3,1 Prozent mehr Geld für Beschäftigte. Einmalzahlung kann gestrichen werden. Bereits nach der zweiten bundesweiten Verhandlungsrunde konnten Unternehmerverband und Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) in der vergangenen Woche einen Tarifabschluß für die rund 550000 Beschäftigten der Chemiebranche präsentieren. Auch wenn die IG-BCE-Spitze um »Gewerkschaftsmodernisierer« Hubertus Schmoldt das Ergebnis auf 4,3 Prozent hochrechnet und als »anständigen Kompromiß« verkauft, ist es vor dem Hintergrund zunehmender Produktivität und guter Gewinne äußerst mager. Zudem soll es ganz offensichtlich dazu dienen, die Ambitionen der IG Metall in der begonnenen Lohnrunde zu bremsen…“ Artikel von Daniel Behruzi in der jungen Welt vom 13.03.2007
- Tarifabschluss erzielt
„Die Entgelte in der chemischen Industrie steigen um 3,6 Prozent. Zudem erhalten die 550.000 Beschäftigten eine Einmalzahlung von 0,7 Prozent und eine Pauschalzahlung von 70 Euro (Auszubildende 20 Euro). Weiter haben sich IG BCE und Chemie-Arbeitgeber darauf verständigt, die Ausbildungsoffensive fortzusetzen…“ Mitteilung der IGBCE vom 12.03.2007
Boehringers
Gewinne und Aids-kranke Kinder: Entweder-oder "Allein im südlichen Afrika sind zwei Millionen
Kinder HIV-positiv. Doch nicht einmal zehn Prozent der Jungen und
Mädchen erhalten die Medikamente, die sie zum Überleben
bräuchten. Einer der Gründe: Die Medikamente sind viel
zu teuer. Eines der wenigen Medikamente für AIDS-kranke Kinder
ist der Nevirapine-Sirup. Indische Generika-Firmen produzieren das
Medikament seit vielen Jahren kostengünstig und exportieren
es auch in arme Länder. Doch dieser preiswerte Zugang zu AIDS-Medikamenten
ist nun bedroht. Die deutsche Firma Boehringer Ingelheim produziert
das Originalpräparat und hat in Indien einen Patentantrag auf
das Medikament gestellt" - so beginnt der Aufruf "Kein
Patent auf Gesundheit"
von medico international gegen Boehringers Vorgehen, das hier wohlerzogenerweise
nicht weiter kommentiert werden soll - aber dringend unterschreiben,
gerade GewerkschafterInnen, denn hier wird auch wieder mit dem Arbeitsplatzsicherungsargument
Schindluder getrieben.
Proteste bei Saint Gobain
- IGBCE-Funktionäre gnadenlos ausgebuht
„Sie waren aus Köln, Mannheim, Herzogenrath und Stolberg nach Aachen gekommen, um ihre Verhandlungskommission zu unterstützen, marschierten kilometerlang durch die Stadt, um dann auf dem Markt die Funktionäre der IGBCE gnadenlos auszubuhen: 400 Mitarbeiter von St. Gobain Deutschland waren mit dem vorher in der zweiten Schlichtungsrunde erzielten Tarifabschluss nicht einverstanden…“ Artikel in den Aachener Nachrichten vom 30.10.2006
- St. Gobain: Tarifabschluss ärgert Mitarbeiter
Am Ende landeten die Fahnen und Mützen vor den Füßen der Gewerkschaftsführer. Das hatte sich Hansgeorg Edinger anders vorgestellt. Artikel in der Aachener Zeitung vom 30.10.2006
Niederlage für Agfa - Agfa Gevaert muss für die bankrotte Leverkusener AgfaPhoto haften
„Auf den Mutterkonzern der in Abwicklung befindlichen AgfaPhoto GmbH rollt eine Klagewelle zu. Letzte Woche hatte das Solinger Arbeitsgericht neun ehemaligen Agfa-Mitarbeitern Recht gegeben: Demnach wurden die Agfa-Beschäftigten nicht korrekt informiert, als die AgfaPhoto GmbH 2004 aus der Agfa Gevaert AG ausgegliedert wurde. Der Leverkusener Rechtsanwalt Harald Kaiser nannte das Urteil ein "Desaster" für Agfa. Er vertritt rund 200 ehemalige Agfa-Beschäftigte mit offenen Forderungen im Wert von 8,6 Millionen Euro…“ Artikel in der taz-nrw vom 17.01.2006
Ein Funken Hoffnung bei Agfa
„Ausgeknipst im doppelten Sinn wurde jetzt Agfa Foto, eine der traditionsreichsten deutschen Marken. Nach fast 140 Jahren Geschichte wird die "Actien-Gesellschaft für Anilin-Fabrication" der Gründer Paul Mendelssohn-Bartholdy und Carl Alexander von Martius abgewickelt. Das letzte Kaufangebot des britischen Unternehmens Photo Me wurde von einer empörten Gläubigerversammlung abgelehnt. Das "Angebot" sei der Versuch gewesen, Agfa mit "vorgehaltener Pistole" einzukassieren, ohne Aussagen zur Sicherung von Arbeitsplätzen und ohne Verhandlungsspielraum, wie bitter vermerkt wurde…“ Artikel in der Welt am Sonntag vom 23.10.2005
Chemie-Standort NRW ist in Gefahr
„Lanxess und Linde bauen Arbeitsplätze ab, Agfa meldet Insolvenz an: Die wichtigste Industriebranche des Landes steht vor ihrer größten Herausforderung…“ Artikel von Wolfgang Pott in Welt am Sonntag vom 05.06.2005.
Einfachere
Lösungen im Osten erreichbar. Haustarifverträge machen
flexibler
„Bei Saint-Gobain wird wieder länger gearbeitet:
2 300 von 3 200 deutsche Mitarbeiter des französischen Glasherstellers
verlängern ihre Arbeitszeit von 37,5 auf 39,5 Stunden –
ohne Lohnausgleich….“ Artikel
von Hans Eschbach in Handelsblatt
vom 19. Januar 2005.
ICEM's ExxonMobil Network Takes Shape in Houston,
Texas
Am 3. und 4.November 2004 trafen sich in Houston rund
80 Vertreter aus 14 Ländern der Chemiegewerkschaftsinternationale
ICEM (aus Albanien, Argentinien, Bangladesh, Belgien, Canada, Elfenbeinküste,
Frankreich, Japan, Malaysia, Niederlande, Nigeria, Norwegen, Trinidad
Tobago und den USA) um das weltweite "ExxonMobil Workers' Global
Network" zu gründen. Als erstes Ziel wurde der Widerstand
gegen Exxons antigewerkschaftliche Politik festgelegt. Siehe dazu
die (englische) Pressemitteilung
der ICEM vom 5. November 2004 
"PFIZER ATTAQUE DES MALADES DU SIDA" (Pfizer
attackiert Aids-Kranke)
Eine Presseerklärung
der Aids Selbsthilfeorganisation "Act Up-Paris" vom 22.Oktober
2003 wegen der Anzeige des Konzerns gegen Teilnehmer am Protest
vor dem Firmensitz in Frankreich, der wegen Pfizers Forderungen
gegen generische Medikamente organisiert worden war.
Kinderarbeit im indischen Baumwoll-Anbau.
Bayer, Monsanto und Unilever in der Kritik
- Kinderarbeit im indischen Saatgut-Anbau. Monsanto, Bayer und
Unilever profitieren von ausbeuterischen Löhnen / Zehntausende
Kinder zwischen 6 und 14 Jahren betroffen. Artikel
von Philipp Mimkes aus Stichwort Bayer Nr. 3/2003

- "Eine neue Studie aus Indien enthüllt, dass große
Saatgut-Konzerne in Indien von Kinderarbeit profitieren. Auf der
Anklagebank sitzen Konzerne wie Monsanto, Unilever, Bayer und
Syngenta. Bis zu 400.000 Kinder arbeiten in Zuliefer-Betrieben,
die für die Multis Baumwoll-Saatgut produzieren. Die Kinder
brechen für die Arbeit ihre Schulausbildung ab. Viele befinden
sich in Schuld-Knechtschaft, um Darlehen abzuarbeiten. Ihr Tageslohn
für eine 12 Stunden-Schicht liegt bei rund 50 Cent..."
Kampagnen-Info
der Coordination gegen BAYER-Gefahren
.
Die Studie "Kinderarbeit im indischen Baumwollanbau - die
Rolle multinationaler Saatgut-Konzerne" (pdf-Version
und html-Version
)
wird gemeinsam von der Coordination gegen BAYER-Gefahren, der
deutschen Sektion des Global March Against Child Labour und dem
India Committee of the Netherlands herausgegeben. Die 28seitige
Studie kann gegen Spende auch bei der Coordination gegen Bayer-Gefahren
bestellt werden: Tel.: 0211/333911, E-Mail: CBGnetwork@aol.com
How low can Dow go ? / (Wie tief kann Dow
sinken?)
"Kapitalismus ist pervers. Dow Chemical aber hat alle
Aussichten, jeden Rekord zu schlagen. Am 2.Dezember protestierten
etwa 200 Frauen aus Bhopal in Bombay - sie deponierten Giftmüll
vor Dows Türen. Protest gegen die Weigerung der Katstrophenprofiteure,
ein paar Brosamen als Entschädigung los zu machen. Jetzt hat Dow
gegen diese Frauen Anzeige gestellt! Sie sollen die Firma für den
durch ihre Aktion entstandenen Arbeitsausfall entschädigen - mit
10.000 US-Dollars. Die 150.000 Opfer des Dow Betriebs Union Carbide
von 1984 lassen grüssen..." Der Bericht
über die Unsäglichkeit (vom 23.12.2002) bei infoshop"
und bei Greenpeace, verbunden mit einem Aufruf zur Aktion gegen
Dow (leider keine 10.000 Watschen statt Dollars für Dows neuen Topmanager
William Stravopoulos):
Greenpeace-Aufruf 
Das schiedlich-friedliche Jahrhundertwerk
Artikel
von Jürgen Kädtler zum Entgelttarifvertrag Chemie,
erstmalig erschienen in express 9/1987, erneut im express, Zeitschrift
für sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit, 4/02
Medikamente zu tödlichen Preisen
Noch immer ist der "Schutz geistigen Eigentums" an
neuen Medikamenten durch Patente und Markenrechte den Industrienationen
hunderttausende Menschenleben wert. Artikel
von Christoph Ruhkamp in der SoZ
- Sozialistische Zeitung Nr.2 vom 20.01.2000 |