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Updated: 20.04.2008 10:14

PSA Peugeot Citroën

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Benchmarking, andersrum - Zum Arbeitskampf bei PSA Peugeot-Citroën

Es ist gängige Praxis (nicht nur) in allen großen Automobilkonzernen, Teile der Produktion outzusourcen bzw. an Subunternehmer zu verlagern. Die aktuelle Auseinandersetzung bei der Deutschen Telekom ist hierfür nur eines unter vielen Beispielen. Die Subunternehmen produzieren im Regelfall zu wesentlich günstigeren Konditionen, als dies im Stammunternehmen möglich wäre, v.a. weil sie ihren Beschäftigten geringere Löhne zahlen und schlechtere Arbeitsbedingungen gewähren, als das in den oft gewerkschaftlich gut organisierten Automobilkonzernen möglich wäre. Dass damit Dumpingeffekte und negative Rückwirkungen auf die Arbeitsbedingungen in den ›Stammbetrieben‹ einhergehen, liegt auf der Hand. Kann der Chef darauf verweisen, dass dieselbe Produktion viel billiger im outgesourcten Unternehmen erledigt werden kann, dann setzt dies den zuständigen Betriebsrat bzw. die Gewerkschaft gehörig unter Druck. Diese Form des ›Teile und Herrsche‹ gehörte zu den Lieblingsspielen der Unternehmer in den letzten 10–20 Jahren – mit dem sichtbaren Erfolg tariflicher Abwärtsspiralen in vielen Großunternehmen. Die Lust an diesem Spiel könnte ihnen allerdings in Zukunft möglicherweise vergehen. Der Streik im Peugeot-Citroën-Werk in Aulnay sous Bois (einer Pariser Banlieue) zeigt zumindest, dass die Logik des ›Teile und Herrsche‹ auch ganz andere Wirkungen haben kann als beabsichtigt: Wenn in den outgesourcten Betriebsteilen nämlich höhere Lohnsteigerungen durchgesetzt werden können als in den Stammbetrieben, so kann dies auch eine Positivspirale in Gang setzen. Die Aufsplitterung von Produktion und Belegschaften hat offenbar manchmal nicht-intendierte Nebenwirkungen, nämlich die Unkontrollierbarkeit der Situation aus Sicht der Herrschenden…Artikel von Ingrid Artus, erschienen im express, Zeitschrift für sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit, 5/07

Selbstmordserie in elsässischem PSA-Autowerk

“Nach Selbstmordserien bei anderen französischen Firmen haben sich auch bei Peugeot-Citroën mehrere Arbeiter umgebracht. Die vier Beschäftigten seien allesamt in einem Automobilwerk im elsässischen Mülhausen angestellt gewesen, wie die Gewerkschaft CGT am Montag bekannt gab. Der erste Suizid ereignete sich demnach im April im Werk selbst, die anderen außerhalb der Anlage in den ersten Mai-Tagen. "Wir sind sehr besorgt", sagte Gewerkschafter Vincent Duse und klagte über "starken Druck am Arbeitsplatz". Ein Werkssprecher betonte, die Ursachen für einen Selbstmord seien stets "sehr komplex". Noch in diesem Monat werde das Unternehmen eine Arbeitsgruppe einrichten, um die Fälle zu untersuchen. "Wir denken an die Angehörigen und Freunde." Die tragische Serie weckte Erinnerungen an drei Selbstmorde von Angestellten eines Renault-Entwicklungszentrums bei Paris. Renault-Chef Renault Carlos Ghosn hatte eingeräumt, in der Belegschaft seien mit Blick auf die hochgesteckten Ziele seines Unternehmens "objektiv gesehen sehr große Spannungen". Der erste der Selbstmorde, der Tod eines 39-jährigen Ingenieurs im vergangenen Oktober, wurde aber von der Krankenversicherung als Arbeitsunfall eingestuft. Auch beim französischen Stromkonzern EDF hatte Mitte April eine Selbstmord-Serie von Mitarbeitern für Bestürzung gesorgt.AFP-Meldung in der net-tribune externer Link vom 04.06.2007

Peugeot/Citroën in Aulnay bei Paris: Größter Streik bei PSA seit 25 Jahren

  • PSA: Nach sechs Wochen Streik stolz an die Arbeitsplätze zurück
    Am Mittwoch, 11. April, haben die PSA-Arbeiter im Citroen-Werk bei Paris genau nach sechs Wochen ihren Streik beendet. (…)In ihrer letzten Streikzeitung schreiben sie: "Während unseres Streiks haben wir die ganze Zeit laut und selbstbewusst unsere Forderungen vorgebracht: für höhere Löhne (300 Euro pro Monat und 1500 Euro netto als Mindestlohn), für die Festeinstellung der Leiharbeiter und für die Rente unserer Kollegen über 55 Jahre. Mit der Dauer unseres Streiks haben wir gezeigt, dass unsere Forderungen berechtigt sind und unabdingbar für alle Arbeiter. Heute kann in unserem Land keiner mehr sagen, dass wir in der Autoindustrie zu gut bezahlt werden…“ Bericht bei den Rote-Fahne-News vom 13.04.2007 externer Link

  • Peugeot/Citroën in Aulnay bei Paris: Größter Streik bei PSA seit 25 Jahren
    Im Automobilwerk Peugeot/Citroën in Aulnay bei Paris stehen seit Mittwoch, 28. Februar, die Montagebänder. Zunächst zeitweise, dann dehnte sich der Streik auf alle Schichten aus, auch auf die Lackiererei. Mittlerweile läuft kein Auto mehr aus der Fabrik…“ Eine Korrespondentin aus Paris berichtet bei den Rote-Fahne-News vom 05.03.2007 externer Link
Siehe auch
Selbstmordserie bei Renault

Arbeitskämpfe in Frankreich
im LabourNet Germany unter Internationales


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