| General Motors: Die Bosse und Gewerkschaften treffen auf den Widerstand der ArbeiterInnen 
„Am 16. Oktober begannen ArbeiterInnen des General Motors Montagewerks Lake Orion eine Protestkundgebung vor der Gewerkschaftszentrale der United Auto Workers (UAW), dem sog. „Solidaritätshaus“. Ihnen schlossen sich KollegInnen aus den Werken in Mansfield, Ohio und Indianapolis an, wo ArbeiterInnen des UAW Local 23 einen von der UAW vereinbarten Tarifvertrag niedergestimmt hatten. Die UAW hatte den Forderungen der Regierung und der Konzernspitze folgend einen zweistufigen Tarifvertrag vereinbart, demzufolge Neueingestellte und KollegInnen mit weniger als 11 Jahren Betriebszugehörigkeit lediglich 14 Dollar die Stunde bekommen sollen. Gleichzeitig sollen die KollegInnen der ersten Stufe, also jene die mit mehr als 11 Jahren Betriebszugehörigkeit 28 Dollar die Stunde bekommen, vor die Wahl gestellt werden entweder in ein anderes Werk , oder mit Abfindungen in den Vorruhestand zu gehen. Die UAW wollte diesen Tarifvertrag durchdrücken ohne ihre Mitglieder ausreichend über seinen Inhalt (wie z.B. ein festgeschriebener Streikverzicht für die nächsten 5 Jahre) zu informieren. GM fuhr im ersten Halbjahr ein Ergebnis von 2.2 Millionen Dollar ein. Dutzende Werke wurden geschlossen, 30000 entlassen und die Löhne halbiert. Die „New GM“ speckte ab, bis sie zumindest auf dem Papier gut da stand, und profitierte auch massiv aus dem Verkauf ihrer Aktien...“ Artikel bei der Gruppe Internationaler Sozialisten vom 28.11.2010 
Lucky 13
„General Motors unterhält, nachdem circa 85.000 Menschen ihre Arbeit verloren, nur noch ein einziges Werk in der stolzen Automobilstadt. Hier werden von Montag bis Donnerstag in zwei Schichten die imposanten und für deutsche Straßenverhältnisse leicht überdimensionierten Pick-up Trucks von Chevrolet und GMC zusammengebaut. Und am 30.September 2010 gab es ausnahmsweise mal wieder etwas in dem Werk zu feiern, denn das 13 millionste Automobil lief unter großem medialen Interesse vom Band. Bei dem Pick-up Truck handelte es sich um einen gigantischen, schwarzen GMC Sierra Denali 3500HD mit Zwillingsreifen an der Hinterachse. Fortan wird dieses Fahrzeug aber nur noch bei seinem liebevollen Spitznamen Lucky 13 benannt werden. (...) Ebenso ist in den Gesichtern der bei diesem Fest wenig präsenten Arbeiterinnen und Arbeitern große Skepsis zu lesen. Gut erinnern sie sich an die vielen Kündigungen in der jungen Vergangenheit. „Denen wurde auf die Schulter getippt, dann wurden sie ins Büro gebeten und am nächsten Tag waren sie schon nicht mehr da. So schnell ging das.“ erinnert sich Bob Hooks...“ Ein Bericht mit Bildern aus Flint (Michigan) von Ingo Woelke vom November 2010 
Erneut Halbierung der Löhne durch GM und UAW
„Die Autoarbeitergewerkschaft United Auto Workers (UAW) gab am Sonntag einen neuen Präzedenzfall mit massiven Lohnsenkungen bekannt. Vierzig Prozent der im General-Motors-Werk Lake Orion beschäftigten Arbeiter sollen eine Halbierung ihres Lohns auf ungefähr vierzehn Dollar hinnehmen, sobald das vorübergehend still gelegte Werk in Michigan wieder angefahren wird, um einen neuen Kleinwagen zu produzieren. Es ist das erste Mal, dass der Stundenlohn von vierzehn Dollar einer Altbelegschaft aufgezwungen wird. Bisher wurde er im Zuge der Reorganisation der Autoindustrie im vergangenen Jahr durch die Obama-Regierung im Großen und Ganzen nur Neueingestellten zugemutet. Doch in Lake Orion sollen auch Arbeiter mit einer Betriebszugehörigkeit von bis zu elf Jahren nach dem niedrigen Tarif bezahlt werden. Das betrifft etwa 500 der 1.300 Beschäftigten. Die Arbeiter werden keine Gelegenheit haben, über die Vereinbarung abzustimmen, die bis mindestens 2015 Gültigkeit haben soll. Die Einzelheiten wurden den Arbeitern erst vergangenen Sonntag mitgeteilt…“ Artikel von Tom Eley auf der World Socialist Web Site vom 8. Oktober 2010 
General Motors verlässt Insolvenz
"Neustart für den einst weltgrößten Autobauer General Motors (GM): Die ums Überleben kämpfende bisherige Opel-Mutter hat nach 40 Tagen die Insolvenz wieder verlassen. "Der heutige Tag markiert einen Neuanfang für General Motors", sagte GM- Chef Fritz Henderson am Konzernsitz in Detroit (Michigan). Der von vielen Altlasten befreite neue GM-Konzern ist nun mehrheitlich in Staatsbesitz. Die USA und Kanada halten zusammen vorerst 72,5 Prozent. Im Gegenzug fließen zur Sanierung weit mehr als 50 Milliarden Dollar (36 Milliarden Euro) an Steuergeld in den einst weltgrößten Autobauer…" Artikel in der Frankfurter Rundschau vom 10.07.2009 . Siehe dazu auch:
- GMs Wiedergeburt nach nur 40 Tagen
"Es war das drittgrößte Gläubigerschutzverfahren in der US-Geschichte. Nun wagt GM nach 40 Tagen Insolvenz den Neuanfang - in den Händen des Staates. Ein wichtiges Ziel von US-Präsident Obama ist erreicht: Die US-Autoindustrie lebt noch…" Artikel von Gregor Haake in der FDT vom 10.07.2009 
- Branchen > Auto: GM/Opel > allg.: Der Zusammenbruch des GM-Konzerns
„Lessons from the Humbling of General Motors"
Artikel von Sam Gindin vom Juni 2009 im kanadischen Уhe Bullet wurde in Mailinglisten viel diskutiert.
Michael Moore will GM töten, um GM zu retten
Auf General Motors (GM) ist der Filmemacher nicht gut zu sprechen. Der Automobilhersteller habe seine Heimatstadt ruiniert, ihr Elend, Scheidungen, Alkoholismus, Obdachlosigkeit und Drogensucht gebracht. Dennoch will Michael Moore GM retten, wie er auf Welt-Online schreibt. Mit drastischen Maßnahmen. Übersetzung des Originalartikels von Gerhard Charles Rump in Welt-Online vom 03.06.2009 . Siehe dazu:
Trotz Insolvenz: Obama verspricht GM goldene Zukunft
„Der Kampf war vergebens: Der einst größte Autobauer der Welt hat Gläubigerschutz beantragt. General Motors wird in einen guten und einen schlechten Teil zerschlagen. US-Präsident Obama bleibt zuversichtlich - und sieht die Insolvenz als Chance...“ Artikel von Gregor Haake in der FTD vom 02.06.2009 
General Motors: Gewerkschaft bringt Opfer
„Die Gewerkschaft UAW ist zu weiteren Zugeständnissen gegenüber General Motors (GM) bereit. Der Kompromiss reicht jedoch längst nicht aus, um eine Insolvenz des größten Autobauers der USA abzuwenden. Er hilft allerdings trotzdem: Nur wenn schon vor dem Gläubigerschutzantrag Zugeständnisse ausgehandelt werden, reicht die Zeit für GM, um binnen vier bis acht Wochen wieder aus der Insolvenz zu kommen - so wie es die Pläne von US-Präsident Barack Obama vorsehen…“ Artikel von Astrid Dörner in der Frankfurter Rundschau vom 23.05.2009 
GM hofft auf Lohnpakt mit Auto-Gewerkschaft
„General Motors braucht im Kampf gegen eine mögliche Pleite die Hilfe der Arbeitnehmer: Der angeschlagene Opel-Mutterkonzern erwartet durch eine Vereinbarung mit der mächtigen Autogewerkschaft UAW in diesem und im nächsten Jahr eine Senkung der Lohnkosten um 1,1 Milliarden Dollar. Das geht aus einem Bericht an das Finanzministerium in Washington hervor, der am Mittwoch veröffentlicht wurde. (...) Die bereits im Februar getroffene Vereinbarung des Herstellers mit der UAW sieht Änderungen bei Löhnen, Zusatzleistungen und der Arbeitszeit vor. Die Gewerkschaftsmitglieder haben über den Vertrag zur Lohnsenkung allerdings noch nicht abgestimmt. GM hat die jährlichen Arbeitskosten nach eigenen Angaben seit 2003 bereits um 59 Prozent gesenkt. Damals lagen sie bei 18,4 Milliarden Dollar. Dieses Jahr sollen sie auf 6,5 Milliarden Dollar fallen, 2010 auf 5,4 Milliarden Dollar...“ Artikel im Spiegel vom 02.04.2009 
Den Preis für die Rettung von General Motors zahlen die Arbeiter: Feindbild Gewerkschaften
„Knapp 40 Milliarden US-Dollar, so viel kostet die Rettung der US-Autoindustrie. Eine Garantie, dass die Finanzspritze wirkt, gibt es nicht. Und egal, was die Konzernmanager von Chrysler und General Motors in diesen Tagen an längst überfälligen Umstrukturierungen anbieten - ein Vorwurf steht immer im Raum, wenn von der Misere der US-Autoindustrie die Rede ist: Die Arbeiter kosten zu viel…“ Kommentar von A. Woltersdorf in der Taz vom 18.02.2009 
GM denkt laut über Insolvenz nach
"Im Überlebenskampf des US-Autobauers General Motors (GM) wollen einige Mitglieder des Verwaltungsrats laut US- Medien eine Insolvenz als Lösungsweg nicht mehr völlig ausschließen. Gegen den massiven Widerstand von Konzernchef Rick Wagoner seien einige Vertreter in dem Gremium für eine Prüfung "aller Optionen", berichtete das "Wall Street Journal" am Samstag" unter Berufung auf Insider. Dazu gehöre auch eine kontrollierte Insolvenz mit Gläubigerschutz nach US-Recht…“ Artikel in der Frankfurter Rundschau vom 22.11.2008 
GM plant weitere Werksschließungen
"Der US-Automobilkonzern General Motors (GM) erwägt wegen des schwachen Kfz-Absatzes in Nordamerika weitere Produktionskürzungen und Personalmaßnahmen. Geplant seien im kommenden Jahr zusätzliche temporäre Werksschließungen sowie der Abbau von Überstunden bei den Beschäftigten, sagte ein GM-Sprecher am Dienstag in Detroit…“ Artikel im Handelsblatt vom 19.11.2008 
Arbeiten für den halben Lohn
„General Motors, der größte Autokonzern der USA und ein Symbol für das Land als industrielle Großmacht, fährt hohe Verluste ein. Zehntausende Angestellte sollen gehen, Neueingestellte erhalten nur noch den halben Lohn, die Krankenversicherung wird der Gewerkschaft übertragen…“ Artikel von Hae-lin Choi in der Jungle-World vom 31.07.2008 
General-Streik bei GM auch stellvertretend für Ford und Chrysler
- Sicko mit und trotz UAW - Zum US-weiten Streik gegen GM
„Michael Moores neuer Film »Sicko« hat noch einmal einige der grotesken Folgen einer weitgehend privat organisierten Gesundheitsversorgung veranschaulicht. Das US-Gesundheitssystem – korrekt müsste es heißen: Nicht-System – ist nicht nur das teuerste und verwaltungsaufwändigste der Welt, es sorgt auch dafür, dass über 47 Mio. US-BürgerInnen keinerlei Gesundheitsversicherung haben und weitere zig Millionen als unterversorgt gelten. Einer der Gründe: In der Phase der Stärke nach Ende des Zweiten Weltkriegs hatten US-Gewerkschaften betriebliche Gesundheits- (und Renten-) versicherungen für einzelne Unternehmen erkämpft, aus denen Beiträge und Gesundheitsleistungen für die jeweiligen Beschäftigten, RuheständlerInnen und deren Hinterbliebene finanziert wurden. Die Konsequenzen dieser Privatisierung zeigen sich jetzt, u.a. in dem in mehrerer Hinsicht bemerkenswerten Streik der UAW. Wir dokumentieren die Übersetzung eines Berichts, der vor Abschluss der jüngsten Tarifverhandlungen verfasst wurde. Über Details des Abschlusses werden wir in der nächsten Ausgabe ausführlich berichten – nur so viel vorweg: 65 Prozent der UAW-Mitglieder stimmten dem Deal zu, die UAW hat damit die Chance verpasst, das laut Umfragen drängendste gesellschaftliche Konfliktthema Gesundheitsversorgung aufzugreifen und sich für ein allgemeines, flächendeckendes Gesundheitssystem einzusetzen…“ Artikel von Tonyia Young, erschienen im express, Zeitschrift für sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit, 10-11/2007
- Gewerkschaftsführer billigen GM-Tarifvertrag
„… Die UAW stimmte der Einrichtung eines neuen von der Gewerkschaft zu verwaltenden Krankenversicherungsfonds zu. Er wird die zukünftigen Krankenversicherungs- verpflichtungen von GM für rund 340.000 Betriebsrentner und deren Angehörige von 2010 an übernehmen. GM zahlt 29,9 Mrd. Dollar (21 Mrd Euro) in den Fonds ein und übernimmt die zwischen 2008 und 2010 anfallenden Krankenversicherungskosten von 5,4 Mrd. Dollar. Außerdem sagte GM andere Leistungen und Zahlungen über 20 Jahre von insgesamt bis zu 1,6 Mrd. Dollar zu, falls die Fondsausstattung unzureichend sein sollte. Die GM-Arbeiter erhalten über die Laufzeit des Vertrages insgesamt 13.056 Dollar an Zusatzleistungen, erklärte die Gewerkschaft. Sie bekommen einen Abschlussbonus von 3000 Dollar bei Annahme des Tarifvertrages und Boni von drei, vier und drei Prozent des Jahreslohnes in den letzten drei Jahren des Tarifabkommens. Sie bekommen außerdem inflationsbezogene Lebenshaltungskosten-Zuschläge. Die Löhne der Arbeiter an den Fließbändern werden von 28,12 auf 28,85 Dollar je Stunde bei Ende des neuen Tarifabkommens steigen. Die Gewerkschaft stimmte aber auch
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