Insider berichten: BMW beschäftigt tausende Leiharbeiter über Jahre

Eigentlich soll Zeitarbeit dazu dienen, Auftragsspitzen abzufangen. Nicht so bei BMW: Der Autobauer beschäftigt Tausende bereits seit Jahren. Zwei Leiharbeiter äußern sich nun exklusiv im “Münchner Merkur“…” Artikel von Tobias Lill vom 13.2.2015 im Münchner Merkur online externer Link. Aus dem Text:

  • “… Laut einer internen Aufstellung, die unserer Zeitung vorliegt, arbeiteten Anfang Juni 2014 mehr als 18.200 Leiharbeiter bei BMW in Deutschland. Ihnen standen nach offiziellen BMW-Angaben fast 80.000 fest angestellte Kollegen gegenüber – den Zahlen nach war damals etwas mehr als jeder fünfte Beschäftigte ein Leiharbeiter. BMW hält den Umfang seiner Zeitkräfte seit jeher unter Verschluss. Die Statistik gewährt nun erstmals einen genaueren Einblick. Demnach werden Leiharbeiter beim Premium-Hersteller offenbar nicht nur für das Überbrücken kurzfristiger Auftragsspitzen eingesetzt: 7350 der Zeitarbeiter sollen Anfang Juni 2014 bereits länger als zwei Jahre beim Autobauer beschäftigt gewesen sein. Damit waren den Zahlen zufolge vier von zehn Zeitarbeitern länger als zwei Jahre bei BMW. Über 3500 Mitarbeiter waren demnach sogar über drei Jahre als Zeitarbeitskräfte dabei und mehr als 900 von ihnen hatten schon vier Jahre oder länger für BMW gearbeitet – einige Dutzend von ihnen sogar mindestens sieben Jahre am Stück. Hochrangige Arbeitnehmervertreter bestätigten die in der Statistik genannte damalige Größenordnung. (…) Die mit dem Betriebsrat vereinbarten Flexibilitätsmaßnahmen sollen BMW zufolge „sowohl Auftragsspitzen, als auch Auftragsrückgänge, beispielsweise bei weltwirtschaftlichen oder politischen Veränderungen, ausgleichen können, möglichst ohne dass es dabei zu Entlassungen von Kernpersonal kommen muss“. Belegschaftsvertreter fürchten, BMW könnte Zeitarbeiter mitunter auch durch schlechter bezahlte Werkvertragsmitarbeiter ersetzen. Bereits heute arbeiten tausende von ihnen für den Autokonzern – allein in Dingolfing sollen es Schätzungen von örtlichen Arbeitnehmervertretern zufolge bereits etwa 3000 sein…”