Dossier

Mach meinen Kumpel nicht an!Zu den Betriebsratswahlen bei Daimler in Untertürkheim ist auch in diesem Jahr wieder die Liste „Zentrum“ angetreten. Die dahinter stehende Gruppe „Zentrum Automobil e.V.“ ist eine neofaschistische Betriebsorganisation. Ziel ist gemäß ihrer Satzung der Aufbau von Betriebsgruppen in der Automobilindustrie, ausgehend vom Pilotprojekt beim Autohersteller Daimler. Dort arbeitet die Gruppe am Daimler-Stammsitz in Stuttgart-Untertürkheim seit Jahren. Ihre Aktivitäten richten sich besonders gegen die Arbeiteroffensive und die seit Jahrzehnten dort geleistete marxistisch-leninistische Kleinarbeit. Der Einfluss revolutionärer und klassenkämpferischer Kräfte wächst, wie zuletzt durch den Erfolg der „Offensiven Metaller“ mit sieben Prozent bei den Betriebsratswahlen im März 2014. Das wird vom „Zentrum“ attackiert…” Beitrag der MLPD aus dem Jahr 2014 (kw17) externer Link – siehe zu den  Betriebsratswahlen 2018 und den Nazis auch in anderen Branchen/Unternehmen unser Dossier: AfD & Co: Nach den Köpfen nun auch in Betriebe und Betriebsräte?! und hier speziell zu Daimler: Stand der Kandidaturen: Neben den 187 Personen auf der Liste in Untertürkheim sind uns Kandidaturen bekannt in den Daimler Werken Sindelfingen, Rastatt und Zentrale. Wir bitten um weitere Hinweise und Informationen (mag.wompel@labournet.de)!

  • Daimler-Chef Zetsche sieht faschistoide Zentrum-Gruppe „mit Sorge“ New
    Nach immer neuen Veröffentlichungen und Enthüllungen über Neofaschisten in der Führung von „Zentrum Automobil“ musste sich auch Daimler-Chef Dieter Zetsche zu Wort melden: „Wir verfolgen diese Entwicklung mit Sorge, das lässt uns nicht kalt“. Dabei existiert diese Organisation seit 2009 im Daimler-Stammwerk Untertürkheim. In ihrer Gründungszeit gab es einen breiten antifaschistischen Widerstand seitens der IG Metall-Vertrauensleute, -Betriebsräte und in der Belegschaft. (…)Die MLPD stellte in einem Artikel in der Roten Fahne Nr. 17 im Jahr 2014 fest: „Ihre Aktivitäten (Zentrum – d. Verf.) werden zumindest in Stuttgart vom Daimler-Management bewusst zugelassen und gefördert”. Wenn Zetsche sich jetzt kritisch gibt, dann aus Sorge um das ohnehin stark ramponierte Ansehen von Daimler. Zugleich betonte er, dass seine Einflussmöglichkeiten begrenzt seien. Dem “Zentrum” gesteht er Meinungsfreiheit zu. Aber Faschismus ist keine Meinung, sondern eine durch und durch verbrecherische Weltanschauung und Politik…” Beitrag vom 13.02.2018 bei rote-Fahne-News externer Link, siehe dazu:

    • Rechtsextreme Betriebsräte beunruhigen Daimler
      Bei mehreren deutschen Autoherstellern nehmen rechte Gruppierungen zunehmend Einfluss in der Arbeitnehmervertretung. Am Daimler-Stammwerk in Stuttgart-Untertürkheim besetzt eine rechte Gruppierung fast zehn Prozent der Sitze. “Wir verfolgen diese Entwicklung mit Sorge”, sagt Vorstandschef Dieter Zetsche. (…) Im Betrieb verhält sich das “Zentrum Automobil” gemäßigt – und scheint finanziell bestens ausgestattet zu sein: So hat es seinen Mitgliedern nach Warnstreiks den Lohnausfall erstattet – im Gegensatz zur bis heute mit Abstand mächtigsten Gewerkschaft IG Metall, die bis zu den jüngsten 24-Stunden-Streiks nur nach Urabstimmungen zahlte. Hilburger beteuert, das Zentrum finanziere sich ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen und erhalte “keine Mittel aus privaten, staatlichen oder anderen Quellen”. Das kann bezweifelt werden. Ein Prozent wirbt auf einer Kampagnenseite für die Betriebsratswahlen im Internet offensiv um Spenden. Hilburger selbst bestätigt, dass er auf einer Veranstaltung von Kubitschek in Schnellroda die Kampagne “Werde Betriebsrat” vorgestellt hat. Michael Brecht, der Vorsitzende des Daimler-Gesamtbetriebsrats, berichtet, dass sich die Kollegen von rechts außen geschickt verhalten: “Im Betriebsalltag outen sich diese Leute nicht als rechts, sie verhalten sich wie ganz normale Beschäftigte.” Brecht und seine Kollegen von der IG Metall versuchten deshalb, “die Belegschaft zu sensibilisieren und aufzuzeigen, wo diese Leute wirklich unterwegs sind”...” Artikel von Stefan Mayr, Stuttgart, und Antonie Rietzschel, Dresden, vom 12. Februar 2018 bei der Süddeutschen Zeitung online externer Link
    • Wahlen im Frühjahr: DaimlerChef Zetsche über Einfluss rechtsextremer Betriebsräte alarmiert
      Arbeitnehmervertreter vom rechten Rand könnten bei den Betriebsratswahlen bald an Einfluss gewinnen. Bei Daimler haben sie bereits mehrere Posten erobert. “Das lässt uns nicht kalt”, sagt Konzernchef Zetsche…” Artikel vom 12. Februar 2018 beim Manager Magazin online externer Link mit rel. geringem Gehalt an Neuigkeiten
  • Daimler: Rechte Arbeitnehmervertreter auf dem Vormarsch – Verbindungen ins Nazi-Milieu
    “… Ein weiterer Betriebsrat des “Zentrums Automobil” namens Hans Jaus war ehedem Schatzmeister der neonazistischen und inzwischen verbotenen Wiking-Jugend. Die gleiche Funktion hat er heute bei der rechten Gewerkschaft. Oliver Hilburger selbst, der Kopf der Organisation, spielte früher in der Skinhead-Band “Noie Werte”. Heute tut er das als Jugendsünde ab. Nach außen kämpfen er und seine Kollegen vor allem gegen die angeblich korrupten Traditionsgewerkschaften. Sie verteidigen den Dieselmotor und beklagen den Trend zur Elektromobilität. (…) Die Unternehmensführung des Daimler-Konzerns mag sich bisher nicht konkret zu den Umtrieben beim “Zentrum Automobil” äußern. “Politisches Engagement” sei die “Privatsache der Beschäftigten”, sagt das Unternehmen. Auf “arbeitsrechtlich oder strafrechtlich relevantes Verhalten” reagiere man “in jedem Einzelfall”. Der Betriebsrat des Unternehmens ließ Fragen ganz unbeantwortet…” Artikel von Ulrich Neumann, Rainer Nübel und Hans-Martin Tillack vom 10. Februar 2018 beim Stern online externer Link
  • [Interview] Rechte Betriebsoffensive am Beispiel Zentrum Automobil Stuttgart: Ex-“Noie Werte”-Sänger Hilburger versammelt 187 Personen auf seiner Betriebsratsliste 
    “Nach den Erfolgen auf der Ebene der Parlamentswahlen möchten die Rechten auch in Betrieben Erfolge feiern. Bei den kommenden Betriebsratswahlen vom März bis Mai, treten vermehrt rechte, AfD-Nahe Listen an. Es wird von einer deutschlandweiten rechten „Gewerkschaftsopposition“ gesprochen. Bei Mercedes in Stuttgart gibt es mit dem „Zentrum Automobil“ schon länger eine Gruppierung, die rechte Betriebsräte stellt. Gegründet wurde sie von Oliver Hilburger, ehemals Sänger bei der rechtsradikalen Band “Noie Werte”, mit deren Musik der NSU Bekennervideos unterlegte. Über die rechte Offensive in Betrieben und speziell das Zentrum Automobil haben wir mit Christa Hourani von der Initiative zur Vernetzung der Gewerkschaftslinken gesprochen. Es wird auch die Frage gestellt, ob das Co-Management der IG Metall mitschuld am Aufwind der Rechten ist.” Interview vom 8. Februar 2018 von und bei Radio Dreyeckland externer Link Audio Datei (Audiolänge: 20 Min.)
  • [tv-Sendung] Neue Gewerkschaftsfront: Rechte wollen Macht in Betriebsräten ausbauen 
    Zentrum Automobil, eine Gewerkschaft beim Autobauer Daimler, gilt als die Keimzelle einer neuen Gewerkschaftsfront von rechts. Bei den bevorstehenden Betriebsratswahlen will diese Gewerkschaft jetzt in die gesamte Automobil- und Metallbranche expandieren. Seit Jahren ist das Zentrum Automobil im Daimler Stammwerk Untertürkheim mit vier Betriebsräten aktiv. Nach Recherchen von REPORT MAINZ und dem stern haben mehrere Vorstandsmitglieder eine rechtsextreme Vergangenheit…” Text zum Video der SWR-Sendung REPORT MAINZ am 30.1.2018 externer Link von Ulrich Neumann, Rainer Nübel, Hans-Martin Tillack, Marcus Weller. In der Sendung ist von bereits 178 Kanditaten allein in Untertürkheim die Rede!
  • [tv-Sendung] Nazi-Verdacht gegen Betriebsräte bei Daimler 
    Mehrere Vorstandsmitglieder einer rechten Gewerkschaft, die bei dem Autohersteller Daimler vertreten ist, müssen sich gegen den Verdacht der Nazi-Sympathie erwehren. Wie “REPORT MAINZ” und das Hamburger Magazin stern berichten, soll der bisherige Vorsitzende der Organisation “Zentrum Automobil”, Andreas Brandmeier, per Mail ein Foto verschickt haben, das ein Hakenkreuz zeigt und die Inschrift: “Der deutsche Gruß heißt Heil Hitler”. Er habe das Schild am Vortag gekauft, brüstete sich der Versender der Mail. (…) Nach Recherchen von “REPORT MAINZ” und dem stern haben darüber hinaus weitere Vorstandsmitglieder von “Zentrum Automobil” eine rechtsextreme Vergangenheit. (…) REPORT MAINZ und stern haben den Vorstand von Zentrum Automobil mit den umfangreichen Vorwürfen konfrontiert. Zu einer Stellungnahme sah sich die Gewerkschaft nicht in der Lage. “Zentrum Automobil” hatte bei den letzten Betriebsratswahlen zehn Prozent der Stimmen erhalten und stellt derzeit vier Betriebsräten im Daimler-Stammwerk in Stuttgart-Untertürkheim. Bei der Betriebsratswahl im März tritt die Kleingewerkschaft mit 187 Kandidaten an. Sie ist überdies bereits bei BMW in Leipzig und Opel in Rüsselsheim vertreten und unterhält eigenen Angaben zufolge Kontakte zu Kollegen bei Audi.” Aus der Vorschau zur SWR-Sendung REPORT MAINZ am 30.1.2018 externer Link
  • Automobiler sagen nein zu Faschisten und Neonazis – in den Betrieben und im Betriebsrat! 
    In den lokalen Zeitungen berichteten Sie in den letzten Tagen über das Treiben von Neonazis bei Daimler und im Betriebsrat. Der faschistischen Gruppe „ Zentrum „ im Werk Untertürkeim. Diese streben an bei den kommenden Betriebsratswahlen in Untertürkeim, Sindelfingen und Rastatt weiter Fuß zu fassen.
    Wir, Beschäftigte im Werk Sindelfingen und langjährige IGM ler, zum großen Teil mit Mandat, erklären unsere Abschäu und unseren entschlossen Willen, allen neonazistischen, fremdenfeindlichen und antigwerkschaftlichen Kräften den Kampf anzusagen.
    Wir sagen NEIN zu diesen Kräften, den unsere Geschichte der Arbeiter – und Gewerkschaftsbewegung lehrt uns, Faschismus und Neonazis sind die Kräfte des Großkapitals gegen alle demokratischen freiheitlichen Kräften und der Arbeiterbewegung. Sie brachten uns Krieg und Verderben in der Geschichte.
    Und heute, sind die Kräfte des Zentrums bekannte Neonazis, NSU Unterstützer, Ausländerfeinde und deren Verbündete sind AfD Höcke und Pegida Gründer Bachmann. Was will das Zentrum? Den erklärten Kampf gegen alle Linken Kräfte, gegen die Einheitsgewerkschaft IGM und gegen unsere ausländischen Kollegen und Kollegen. Arbeitsplätze nur für Patrioten. Des Weiteren uneingeschränkt für den Diesel Motor, obwohl neben den bewiesenen kriminellen Machenschaften des VW Konzerns an der Spitze, jetzt Menschen und Tierversuche bekannt wurden. Sie sprechen sich scheinheilig gegen die Globalisierung à la Trump aus und für Nationalismus und Patriotismus.
    Das ganz im Sinne der Großkonzerne und der Berliner Parteien ,welche massiv nach rechts gerückt sind. Und da sind starke kämpferische Gewerkschaften und Belegschaften ein Dorn im Auge des Systems.
    Das Zentrum greift scheinheilig das Co Management einiger Betriebsrats und Gewerkschaftsfunktionäre, fordert aber unverhohlen die Zerschlagung unserer Gewerkschaft, der IGM. Das ist ganz im Sinne des Monopolkapitals.
    Wir dagegen, Daimler Beschäftigte, IGM ler, sagen  wir brauchen eine starke kämpferische IGM in der alle antifaschistische , demokratische, ausländische und deutsche Kollegen, junge und alte ihren Platz haben.  Einer IGM in der es keine Unvereinbarkeitsbeschlüsse geben kann und einer IGM die internationale Solidarität und den Zusammenhalt aller Automobiler fördert. Gerade die aktuelle Tarifrunde zeigt doch die Entschlossenheit das wir gemeinsam und solidarisch, ob ausländische oder deutscher Kollege/Kollegin, bei den Streiks für unsere Interessen einstehen. Und Zentrum will genau im Dienste der Großmonopole diesen solidarischen Zusammenhalt schwächen und die Einheitsgewerkschaft zerstören.
    Nein zu den Neonazis in Betrieb und Gesellschaft, Verbot und Auflösung aller neonazistischen/faschistischen Parteien und Gruppierungen/Vereinen. Ja zur Solidarität aller Automobiler in der Welt und starken kämpferischen Gewerkschaften!Pressemitteilung vom 29.1.2018 des Vereins der Freunde der internationalen Automobilarbeiterkoordination Sindelfingen e.V. Gärtringen
  • Netzwerkinfo der Gewerkschaftslinken extra vom Januar 2018: Rechten Betriebsratslisten die rote Karte zeigen 
    Zur Zeit erleben wir eine strategische Offensive der Extrem-Rechten (AfD und Co.), sich in Betrieben zu verankern. Die Zeitschrift Compact mit Jürgen Elsässer, die rechte Scheingewerkschaft Zentrum Automobil, die AfD und das rechte Geldaquiseprojekt „EinProzent“ organisieren zusammen einen nächsten strategischen Schritt zur Eroberung der Betriebsräte. Nach den Massenaufläufen bei Pegida-Kundgebungen und Einzug in Kommunal- und Länder-Parlamente sowie den Bundestag wollen sich jetzt die Rechten in den Betrieben verankern und eine deutschlandweite rechte „Gewerkschaftsopposition“ gründen bzw. bestehende Strukturen unterwandern. Bei den Betriebsratswahlen, die vom März bis Mai 2018 stattfinden, wollen sie möglichst viele Mandate erobern. Dies gilt es zu verhindern. Wir müssen offensiv gegen Rechte vorgehen, sie im Kollegenkreis in Debatten verwickeln, ihre Argumente widerlegen und ihre spalterische und für die Belegschaft schädliche Kapitalnähe aufzeigen…” Siehe das NWI extra vom Januar 2018  mit umfangreichen Informationen
  • Gewerkschaften: Deutscher Gruß bei Daimler? Bei Konzernen wie Daimler sind rechte Arbeitnehmervertreter auf dem Vormarsch – mit Verbindungen ins Nazi-Milieu
    “… “Zentrum Automobil” ist heute bereits mit vier Betriebsratsmitgliedern im Daimler-Stammwerk in Stuttgart-Untertürkheim vertreten. Bei der Betriebsratswahl im März tritt die Kleingewerkschaft dort mit 187 Kandidaten an. Sie ist überdies bereits bei BMW in Leipzig und Opel in Rüsselsheim vertreten und unterhält eigenen Angaben zufolge Kontakte zu Kollegen bei Audi…” Artikel von Ulrich Neumann, Rainer Nübel und Hans-Martin Tillack vom 30. Januar 2018 beim Stern online externer Link
  • Daimler: Rechte wollen Einfluss im Betriebsrat ausbauen 
    In den Daimler-Werkhallen herrscht Unruhe. Der rechte Verein „Zentrum Automobil“ will bei den  kommenden Betriebsratswahlen seinen Einfluss ausbauen. Die Gruppe ist im Betriebsrat des Untertürkheimer Werks mit vier Sitzen vertreten. In Rastatt tritt das Zentrum im März zum ersten Mal an. Erklärter Hauptfeind: die IG Metall. Deren „linke Vorherrschaft“ soll beendet werden. Unterstützung kommt von der neuen Rechten, die sich seit den Erfolgen der AfD im Aufwind fühlt. Führende Köpfe von Zentrum Automobil bewegen sich aber schon länger am rechten Rand. (…) Der heute 56-Jährige war im November 1991 zum Bundesschatzmeister der Wiking-Jugend ernannt worden. Er verwaltete die Konten der Neonazis und führte den „Gaubereich Schwaben“. Im Zuge des Verbotes stellte die Polizei in seinem Haus eine Mitgliederliste von 400 Personen aus dem gesamten Bundesgebiet sicher. Heute kümmert sich Jaus um die Finanzen von Zentrum Automobil und schult „patriotische“ Betriebsräte. Seine Wiederwahl ins Arbeiternehmergremium im Untertürkheimer Werk gilt als wahrscheinlich: Auf der Bewerberliste des Zentrums steht er auf Platz drei. (..,) Auch die Zentrum-Liste im Rastatter Daimler-Werk wird von einem Mann mit rechtsextremer Vergangenheit angeführt. Der 37-jährige Tobias G. gehörte laut Behördendokumenten jahrelang zur badischen Neonaziszene. Als Verfassungsschützer diese im Juli 2009 im Vorfeld eines „Nationalen Volleyballturniers“ observierten, war G. eine der Zielpersonen. Aus den Akten geht hervor, dass minutiös dokumentiert wurde, wann der Gernsbacher seinen Arbeitsplatz im Mercedes-Werk in Rastatt-Rheinau betrat. Auch als Teilnehmer von Schulungsveranstaltungen rechtsextremer Kameradschaften fiel G. auf. Für seine Aktivitäten beim Zentrum Automobil interessiert sich der Verfassungsschutz hingegen nicht…” Artikel von Sven Ullenbruch vom 26. Januar 2018 bei der Stuttgarter Zeitung online externer Link
  • Die Rechten bei Daimler. Liste „Zentrum Automobil“ agiert mit sozialrevolutionären Parolen und folgt den deutschen Konzernen
    In Stuttgart gibt es seit vielen Jahren Erfahrungen mit Rechten im Betriebsrat. Bereits 2009 hat sich die Liste „Zentrum Automobil“ gegründet. Bei den Betriebsratswahlen 2010 ist sie zum ersten Mal angetreten und mit zwei Mandaten in den Betriebsrat des Daimler-Werkes Untertürkheim eingezogen. Bei den Betriebsratswahlen 2014 holte sie mit knapp zehn Prozent Wählerstimmen vier Betriebsratsmandate. (…) Die sozialfaschistische Demagogie des „Zentrums Automobil“ ist nicht leicht zu durchschauen, verpacken die Akteure doch geschickt ihre rechte Gesinnung hinter z. T. notwendiger Kritik. Sie stilisieren sich zur Opposition gegen das Co-Management. Aber sie nehmen nicht etwa die Ausbeutung und die kapitalistischen Monopole ins Visier, sondern die sogenannte „Globalisierung“ oder nicht näher benannte „multinationale Konzerne“. Sie orientieren sich an den Interessen der nationalen Monopole. Sie identifizieren sich mit den Vorstandsplänen von Daimler-Chef Zetsche zur Eroberung der Weltmarktführung. Hinter antikapitalistischer Kritik verbergen sie reaktionäre nationalistische Hetze. Und sie hetzen penetrant gegen Gewerkschaften. Konkret ist dies verbunden mit typisch sozialfaschistischer Diskreditierung, wie z. B. die IG Metall als „IG Möchtegern“ und den DGB als „Dämlichen Geheim Bund“. Die Betriebsgruppe bei Daimler Untertürkheim gilt in Neonazi-Kreisen Deutschlands als Vorbild für eine erfolgreiche Betriebsarbeit. Die Betriebsratskandidatur von Hilburger & Co. wurde immer wieder von Enthüllungen (insbesondere in der „alternative“) und Protesten begleitet. So z. B. auf einer Betriebsversammlung 2010 vor den Betriebsratswahlen, als KollegInnen vor dem Rednerpult mit T-Shirts den Satz bildeten: „Kein Applaus für Nazis“, als er seine Liste vorstellte. Auch in den Dezember-Betriebsversammlungen 2017 gab es wieder etliche Redebeiträge gegen die rechte Ideologie der Liste „Zentrum Automobil“. Mittlerweile wurde bekannt, dass es „Zentrum Automobil“ gelungen ist, auch bei Daimler in Sindelfingen, in der Stuttgarter Daimler-Zentrale und im Werk Rastatt Listen einzureichen. Zum Teil kandidieren AfDler auf anderen Listen (z. B. bei Daimler in Wörth). Auffällig ist, dass etliche Kandidaten aus dem Spektrum der CGM und Unabhängigen (AUB) kommen. Sie versuchen auch, bei BMW in Leipzig und anderen Automobilwerken Fuß zu fassen…” Artikel von Chou in Unsere Zeit (UZ der DKP) vom 5. Januar 2018 externer Link
  • AfD und die rechte Gewerkschaft Zentrum Automobil: Wie Nationalisten Daimler unterwandern wollen
    Der Einzug der AfD in den Bundestag soll keine Eintagsfliege bleiben. Daher bemüht sich ein Netzwerk aus nationalistischen Aktivisten, den Erfolg in der Gesellschaft zu verankern – durch eine rechte Gewerkschaft. (…) Zwei Aktivisten aus Baden-Württemberg spielen dabei eine Schlüsselrolle. Einer ist Jürgen Elsässer (60). Er stammt aus Pforzheim, früher war er kommunistischer Aktivist in Stuttgart und linker Journalist, heute ist Elsässer Chef des rechten Magazins „Compact“ (…) Der andere Schwabe ist Oliver Hilburger. (…) Früher war Hilburger Gitarrist der Neonazi-Band „Noie Werte“, bis er 2008 kurz vor deren Auflösung ausstieg. Seit 2010 ist er Betriebsrat bei Daimler in Untertürkheim mit seiner ein Jahr zuvor gegründeten Liste „Zentrum Automobil“. Trotz seines wenig mitreißenden Auftritts ist Hilburger bei diesem Treffen der rechten Szene in Leipzig einer der wichtigsten Männer. Die übergeordnete Erzählung dieser Veranstaltung ist es, der „Bewegung“ ein neues Aktionsziel zu verpassen. Die AfD ist der parlamentarische Arm, das „Zentrum Automobil“ soll derjenige in den Betrieben sein. (…) Nach dem Einzug der AfD ins Parlament setzt man sich neue Ziele. Das sollen die Betriebsratswahlen 2018 sein. Oliver Hilburger, dessen Zentrums-Liste im Daimler-Werk Untertürkheim mit zehn Prozent der Stimmen zwei Betriebsräte stellt, will bundesweit expandieren. Dazu schmiedet er neue Allianzen. (…) Die schwäbischen Zentrum-Betriebsräte gelten für Stein als erfahrene Vorzeige-Aktivisten: „Sie kennen die Spielchen der linken Gewerkschaften und stehen uns tapfer zur Seite.“ (…) „Die linken Gewerkschaften haben uns schon lange verraten“, sagt Hilburger in einem Video der Kampagne. Das Fernziel ist, rechte Arbeitnehmer bundesweit in die Betriebsräte zu hieven. Bisher tut sich das Zentrum damit jenseits der Stuttgarter Daimler-Tore noch schwer. Einen Ableger gibt es unter dem unscheinbaren Namen „Interessengemeinschaft Beruf und Familie“ im Leipziger BMW-Werk. Im September vermeldete das Zentrum die Gründung einer Betriebsgruppe bei Mercedes Benz in Rastatt. Bei Opel in Rüsselsheim und in einem VW-Werk kandidieren ebenfalls Zentrums-Vertreter. Motor der alternativen Gewerkschaft bleibt die Stuttgarter Gruppe um Hilburger (…) Wie wichtig dem rechten Strippenzieher der Gewerkschaftsflügel um Hilburger ist, wurde schon bei der Veranstaltung in Mainhardt deutlich: Dort rief Elsässer die „Geburtsstunde einer neuen Bewegung“ aus. Die Kampagne zur Betriebsratswahl mag gemäßigt klingen. Doch bei der Veranstaltung im Gasthof Löwen ließ Elsässer die Maske fallen: „Die Einwanderer der letzten Jahre sind Lumpenpack, das nur schmarotzen und unsere Frauen anmachen will.“…” Artikel von Rafael Binkowski und Sven Ullenbruch vom 01. Dezember 2017 bei den Stuttgarter Nachrichten online externer Link
  • Ein Vertreter der “Alternative” bei DC Untertürkheim zur Liste „Zentrum Automobil“
    sagte dem LabourNet Germany gegenüber, im Betrieb trete sie mit einer sehr nationalen Haltung bezogen auf Arbeitsplätze auf. Die Fraktion Zentrum habe sich in den letzten Jahren konzentriert auf IGM-Bashing; “Alle gekauft von der UL, es braucht eine Opposition, eine andere patriotische Gewerkschaft…” Sie haben gegen alle wichtigen Vereinbarungen der letzten Jahre gestimmt, auch gegen die Vereinbarungen, mit denen im Zusammenhang mit dem Transformationsprozess zur neuen Antriebswelt/E-mobilität Produktionsumfänge gesichert wurden…
  • [„Ein Prozent” dazu:] Zentrum Automobil: betriebliche Oppostion
    Die alternative Gewerkschaft „Zentrum Automobil e.V.“ wird am 10. September mit COMPACT-Chefredakteur Jürgen Elsässer in Ludwigsburg bei Stuttgart über die Zukunft der Automobilbranche sprechen. Diese Veranstaltung ist ein regelrechter Geheimtipp, doch warum? Zentrum Automobil ist eine neuartige Arbeitervertretung – mit klarer Ausrichtung gegen das Establishment! (…) Zentrum Automobil  hatte vor einigen Jahren die Idee einer unabhängigen – nur allein dem Wohle des Arbeiters verpflichtenden – Arbeitnehmervertretung, ganz ohne Parteigünstlinge oder zwielichtige Aktienspenden. Aus dieser revolutionären Idee ist mittlerweile die größte fundamental-oppositionelle Gewerkschaft in der Automobilbranche geworden: Oliver Hilburger und seine Kollegen sind gewählte Betriebsräte bei der Daimler-AG, dem Mutterkonzern von Mercedes Benz! Dort wirken sie direkt in den Betrieb hinein und stärken den Arbeitnehmern den Rücken. Jetzt expandiert Zentrum Automobil: Der Samen einer betrieblichen Opposition wurde vor kurzem im Automobilwerk von BMW in Leipzig gepflanzt, wir von „Ein Prozent” werden dieses zarte Pflänzchen ordentlich gießen!…” Beitrag vom 06. September 2017 bei „Ein Prozent” externer Link
  • Rechte Interessenvertretung. Mit dem „Zentrum Automobil e.V.“ hat sich beim Daimler-Konzern eine Betriebsratsliste mit extrem rechten personellen Wurzeln etabliert.
    Gegründet wurde das „Zentrum Automobil“ Anfang 2010 von Oliver Hilburger (46), der zuvor wegen seiner rechtsextremen Aktivitäten die Christliche Gewerkschaft Metall (CGM) 2007 verlassen musste, mit einigen weiteren Personen, die teilweise der extrem rechten Szene angehören. (…) Der Instandhalter Hilburger war seit 2006 freigestellter CGM-Betriebsrat beim Untertürkheimer Daimler-Werk, stellvertretender Vorsitzender der CGM-Betriebsgruppe Daimler(Chrysler) und Mitglied des baden-württembergischen Landesvorstands der CGM. (…) Kurz nach der Gründung von „Zentrum Automobil“ gelang bei der ersten Teilnahme an den Betriebsratswahlen im Jahr 2010 Hilburger und Christian Schickardt (32), trotz betriebsinterner Proteste gegen deren Kandidatur, der Sprung in das Gremium im Daimler-Stammwerk in Stuttgart-Untertürkheim. Die dünne Programmatik weist die neue Liste nicht als explizit rechtsextrem aus. Insgesamt 43 Personen fanden sich auf dem Wahlvorschlag des „Zentrums“ wieder. Neben aktiven und ehemaligen Angehörigen der rechtsextremen Szene kandidierte auch eine Reihe von Migranten auf der Liste. (…) Zuletzt gelang dem selbst ernannten Querdenker mit brauner Vergangenheit gemeinsam mit Schickart und zwei weiteren Kandidaten 2014 die Wiederwahl in den Daimler-Betriebsrat in Stuttgart-Untertürkheim. Dabei erzielte das „Zentrum Automobil“ einen Achtungserfolg mit 9,55 Prozent der Stimmen. Mit den errungenen vier Sitzen war das Zentrum die erfolgreichste der kleinen Listen. Der sechstplatzierte Scharfy verfehlte knapp ein Betriebsratsmandat. Insgesamt kandidierten 145 Personen für die Liste, von denen einige eine besondere öffentliche Beachtung verdienen.” Artikel von Thomas Trueten vom 25.9.2015 bei joindiaspora externer Link
  • Rechtsaußen im Betriebsrat
    Völkischen Antikapitalismus wollen extreme Rechte nicht nur auf der Straße propagieren. Mitunter lassen sie sich auch in Betriebsräte wählen. Bei Daimler wurde jetzt ein Ex-Mitglied der bundesweit bekannten Rechtsrockband „Noie Werte“ in den Betriebsrat des Werks in Untertürkheim gewählt. Nicht nur auf der Straße (siehe Artikel), sondern auch im Betrieben versuchen Neonazis ihre Inhalte zu verbreiten – natürlich abgeschwächt und populistisch formuliert. Eine Strategie von Rechtsextremen ist es, sich in den Betriebsrat wählen zu lassen, um von da aus agieren zu können.  Jüngstes Beispiel sind die Betriebsratswahlen bei Daimler in Untertürkheim. Für die neu gegründete Liste „Zentrum Automobil“ kandidierte bei den Betriebsratswahlen 2010 auch Oliver H., bis 2009 Mitglied bei „Noie Werte“, einer der bekanntesten deutschen Rechtsrockbands. Schon 2006 hatte er sich – erfolgreich – um einen Sitz im Betriebsrat beworben, damals noch auf der Liste der Christlichen Gewerkschaft Metall (CGM). 2007 machten Mitglieder der IG Metall und der Betriebsratsliste „Alternative“ dies öffentlich. Doch nach Angaben der Liste „Alternative“ hielt ihm die CGM zunächst die Treue, kurze Zeit später trat er dann jedoch von seinem Amt zurück. Ein Jahr später musste H. auch seinen Job als Laienrichter in Stuttgart aufgeben, nachdem das Landesarbeitsgericht Baden Württemberg ihm untersagt hatte weiter sein Amt auszuüben. (…) Jetzt, drei Jahre nach seinem erzwungenen Rückzug aus dem Betriebsrat, ist er erneut in diesen gewählt worden, diesmal nicht für die CGM, sondern für die Liste „Zentrum“, dessen Vorsitzender er ist. (…) Gegen die erneute Kandidatur von Oliver H. regte sich im Vorfeld in Untertürkheim Protest. In Veröffentlichungen, der in der IG Metall organisierten Liste „Alternative“, wurde auf Hilburgers rechtsextreme Gesinnung hingewiesen und als H. Anfang März seine Liste auf der Betriebsversammlung vorstellte, standen MitarbeiterInnen des Werks vor dem Rednerpult mit Großbuchstaben auf ihren T-Shirts und formten damit den Satz “Kein Applaus für Nazis!”. Genutzt hat der Protest wenig, mit immerhin zwei Personen ist die Liste Zentrum nun in den nächsten vier Jahren im Daimler-Betriebsrat in Untertürkheim vertreten...”  Artikel von Jan Riebe vom 19. März 2010 bei “Belltower.News” externer Link
  • Weitere wichtige Informationen im Beitrag der MLPD aus dem Jahr 2014 (kw17) externer Link: “… „Zentrum“ entfaltet eine nicht immer leicht zu durchschauende sozialfaschistische Demagogie unter der Belegschaft, z. B. auf Betriebsversammlungen oder mit ihrer Betriebszeitung „Kompass“. Dabei nützt sie an der Basis vorhandene Kritiken an der Klassenzusammenarbeitspolitik der rechten Gewerkschafts- und Betriebsratsspitze aus. Sie stilisiert sich – wie es ihre Hauptlosung zu den Betriebsratswahlen ausdrückte – zur „Opposition gegen das Co-Management“.  Diese Pseudo-Ablehnung des reformistischen Co-Managements wächst jedoch aus neofaschistischen Wurzeln, was vielen Kollegen und selbst verschiedenen Kandidaten auf der Betriebsratsliste des „Zentrum“ nicht wirklich bewusst ist. Das „Zentrum“ vertritt als ,Alternative‘ die faschistische Betriebsgemeinschaft und Volksgemeinschaft – und damit die offenste und brutalste Unterdrückung nach dem Vorbild der NSDAP Hitlers. (…) Der reaktionäre, nationalistische und aggressiv antikommunistische Kurs der Gruppe „Zentrum“ richtet sich auch in der aktuellen betrieblichen Auseinandersetzung gerade im Werk Untertürkheim keineswegs gegen Leiharbeit und Werkverträge sowie für die Gleichstellung dieser Kollegen mit den Stammbeschäftigten. Konkret wird allein die bestehende Leiharbeitsquote von acht Prozent kritisiert, aber nur im Sinne einer angeblichen Verhinderung des „Ausblutens deutscher Standorte“. Was sich dahinter verbirgt, ist die Forderung der NPD: „Fremdarbeiter stoppen – Arbeit für Deutsche!“ In der Konsequenz heißt das, wie ebenfalls von der NPD propagiert, ausländische Kollegen aus jeglicher Sozialversicherung in Deutschland herauszuwerfen und sie – wenn überhaupt – alle sozialen Kosten selbst finanzieren zu lassen. (…) Neben der offenen Feindschaft zu revolutionären, sozialistischen und internationalistischen Positionen und Kräf- ten geht von der Gruppe „Zentrum“ eine fortgesetzte und penetrante gewerkschaftsfeindliche Hetze aus. Vom neofaschistischen Prinzip her lehnt sie Gewerkschaften als Klassenorganisationen ebenso wie die NPD ab, denn sie gelten als eine Form „übertriebener Einzel- und Gruppeninteressen“, die sich gegen das Funktionieren der „Volksgemeinschaft“ richten würden. Konkret ist das verbunden mit typisch sozialfaschistischen und zynischen Verleumdungen, z. B. die IG Metall als „IG Möchtegern“ und den DGB als „Dämlichen Geheim Bund“ zu diskreditieren…”