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Im Kampf gegen Macrons Privatisierungsdiktat: SUD Rail ruft Eisenbahn-Beschäftigte dazu auf, über Streikformen selbst zu entscheiden

CGT Plakat gegen SNCF Privatisierung Februar 2018In seinem Artikel  „Französische Bahngesellschaft: Und wieder einmal ein Stop-and-Go-Streik beschlossen – Wozu soll das gut sein? – Dieses Mal soll er sich allerdings über bis zu drei Monate hinziehen“ hatte Bernard Schmid bereits das Thema der unterschiedlichen Haltungen der 4 Gewerkschaften bei der Eisenbahngesellschaft SNCF zum Thema gemacht und nach deren Treffen am 15. März 2018 geschrieben: „Es gibt derzeit keinen Aufruf zur grève reconductible (wohl u.a. aus Furcht vor Reaktionen der öffentlichen Meinung, und auch aufgrund der Apparatskalküle der CGT bei der Eisenbahn); Ab dem 03. April soll wöchentlich für je drei Tage gestreikt werden, voraussichtlich von Dienstag früh bis Donnerstag Abend, aber in Form eines stetigen Stop-and-Go-Streiks (ohne die Unvorhersehbarkeit und Eigendynamik einer grève reconductible jedoch, und mit wöchentlicher Wiederaufnahme des Schienentransports); Dafür wird ein Streikkalender über drei Monate, von April bis Juni, festgelegt“.  Jetzt wendet sich die alternative Gewerkschaft SUD Rail an die Belegschaft mit dem Aufruf, über Streikformen zu diskutieren, schließlich sei es eine Entscheidung der Belegschaft, wie sie ihre Interessen verfolgen wolle. Das gemeinsame Flugblatt „C’est aux grévistes de décider de leur mouvement“ von SUD Rail und SUD Solidaires vom 16. März 2018 externer Link ist dieser Aufruf an die Belegschaft, worin die Medienberichte, alle beteiligten Organisationen hätten dieselben Beschlüsse gefasst, als falsch bezeichnet werden. Man habe gemeinsam festgestellt, dass die Regierung ein weiteres Diktat erlassen wolle und keinerlei Verhandlungsbereitschaft zeige. Man habe sich auf einen gemeinsamen Forderungskatalog geeinigt – diese beiden Informationen seien zutreffend – nicht aber über die Art und Weise des Streiks, wozu SUD Rail die Position eines nötigen ständig fortgesetzten Streiks vertrete. Siehe zum Kampf gegen die Privatisierung der französischen Eisenbahn vier weitere aktuelle Beiträge und einen Hintergrundbeitrag:

  • „Grève ! Pas grève ! Grève ! Pour qui nous prennent-ils ?“ am 17. März 2018 bei Le Rail déchaîné externer Link im schwarz-roten Basisblog ist ebenfalls eine Stellungnahme einer weiteren oppositionellen CGT-Gruppierung, in der der bestehende Streikbeschluss kritisiert wird, und vrogeschlagen, gemeinsam mit SUD Rail zum Dauerstreik aufzurufen. Wie andere Gruppierungen auch, rufen auch diese KollegInnen dazu auf, am 22. März 2018 sich an der Demonstration zur Verteidigung des öffentlichen Dienstes zu beteiligen, um von dort aus auch einen Auftakt zu setzen, für wirklichen Widerstand gegen die Diktate Macrons.
  • „Des cheminots dénoncent le sempiternel débat sur leur « présumé statut de privilégiés »“ von Cécile Bouanchaud am 03. März 2018 in Le Monde externer Link war ein Beitrag über Kolleginnen und Kollegen von der SNCF in Bordeaux, die darin ihre Gründe für den Widerstand gegen die Dekrete der Regierung zur Privatisierung erklären. Die Propaganda der Regierung, es müssten die angeblichen Privilegien (nicht etwa der Regierung, sondern der SNCF-Beschäftigten) abgeschafft werden, kritisieren sie als Lüge. Wie anderswo auch, werden Errungenschaften der Belegschaften aus früheren Kämpfen, die ein einigermaßen normales Leben erlauben, als Privilegien denunziert, was ganz konkret als Propaganda entlarvt wird – und darauf hingewiesen, dass durch Kürzungen bei Stellen, Löhnen und Arbeitsbedingungen die Züge nicht pünktlicher fahren würden…
Kurzlink: https://www.labournet.de/?p=129482
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